Deutschenquote in der BBL

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von franz.

  • Manche Antworten kamen recht sympathisch rüber, das muss ich zugeben. Ich bin und bleibe weiterhin erstmal skeptisch, bis ich vom Gegenteil überzeugt werde, was seine Verpflichtung anbelangt. Zum Glück hat er als Trainer die Antwort Ettore Messina gegeben und nicht Mike D'Antoni, den er als Spieler gewählt hat. Wäre das seine Wahl gewesen, würde ich das als ganz schlechtes Zeichen sehen, zu sehr sind mir da seine Zeiten aus Phoenix in Erinnerung, in denen Run and Gun Offense aus dem Pick and Roll heraus vorherrschten in Erinnerung. Damit gewinnt man vll Spiele, aber sicherlich keine Meisterschaft in Deutschland.


    Und eine weitere Aussage, die ich nicht gut finde, ist bezüglich der Deutschquote. Ich war zu Beginn auch da sehr skeptisch. Mittlerweile bin ich aber der Überzeugung, dass diese Quote Früchte trägt und auch einen Teilerfolg liefert, in dem wir sehen, dass unsere Nationalmannschaft seit langen nicht mehr so tief besetzbar ist, wie es zur Zeit der Fall ist. Wie gesagt, die Deutschquote ist sicherlich nicht allein dafür verantwortlich, aber ich glaube, dass sie manche Mittel und Wege dahin geöffnet hat und sie dem deutschen Basketball nicht geschadet hat. Dass er diese gerne abgeschafft wissen möchte, puh, finde ich ebenfalls nicht unbedingt als positives Zeichen.

  • Zar

    Eigentlich bin ich oft ähnlicher Meinung wie du, aber die deutschen Quote geht leider gar nicht. Das wir aktuell viele (junge) deutsche Spieler haben, ist wohl der Einführung der NBBL und JBBL, sowie der Verpflichtung der BBL Teams, dass diese hauptamtliche Trainer beschäftigen müssen, geschuldet. Die Quote ist der größte Klotz am Bein der BBL und der Entwicklung der deutschen Spieler.

  • Ist doch völlig in Ordnung, wenn du da eine andere Sichtweise hast Bballer  _zustimmung


    Möchte da nur anmerken, dass NBBL und die Einführung der Quote liegen doch gar nicht wirklich so groß auseinander oder täusche ich mich? Nach der Saisonende 05/06 wurde doch die Positivquote von Seiten der Vereine beschlossen, die dann über die Jahre schrittweise angehoben wurde. Die NBBL wurde auch 2006 eingeführt, die JBBL etwas später, müsste so um 2010 +/- gewesen sein. Seit nunmehr 5 Jahren haben wir die 6+6 Regelung. Und die Zahlen zeigen eindeutig einen positiven Effekt. Da gab es mal eine nette Aufschlüsselung von basketball.de, das habe ich damals auch beim LC Talk als Statistik benutzt als die Quote diskutiert wurde.


    Und es ist doch unbestreitlich, dass die Qualität der deutschen Mannschaften auch auf europäischen Niveau eher zugenommen als stagniert oder abgenommen hat. Projekte wie Frankfurt und Erfurt machen in meinen Augen Spaß, wo jungen deutschen Spielern viel Vertrauen geschenkt wird. Nur das bringt den Basketball auf längere Sicht auch weiter.


    Eine Aufhebung der Quote, wie sie Banchi sich laut Interview gerne für die heimische Liga wünschen würde, würde uns zwar nicht mehr in Verhältnisse bringen wie 2006 als Köln und Berlin das Finale bestritten und außer Grünheid, Greene und Arigbabu kein Deutscher weit und breit zu finden war, aber die Gefahr, dass wieder vermehrt auf im Ausland ausgebildete Spieler gesetzt würde, weil dort der Pool noch größer ist, wäre vorhanden.

  • Man muss beim Thema „Deutschenquote“ meiner Meinung nach schon zwei Seiten voneinander unterscheiden: Für den deutschen Basketballbund und sein Aushängeschild Nationalmannschaft ist die Einführung der Quote sicherlich ein gewisser „boost“ gewesen, dessen Früchte man heute teilweise ernten kann. Für die Vereine ist die Quote hingegen eine Katastrophe. Warum ist eigentlich ziemlich schnell erklärt: Erstens teilen sich durch das nicht ausreichende Angebot an bundesligatauglichen Deutschen (bei 18 Vereinen wären das insgesamt 108 benötigte Spieler) die Top-Vereine die wenigen richtig guten Spieler auf und für den Rest bleibt nicht viel übrig. Und zum zweiten verdienen die deutschen Spieler gemessen an ihrem Output (und im Vergleich zu ihren ausländischen Pendants) einfach unverhältnismäßig viel (was natürlich auch wieder mit dem geringen Angebot und der hohen Nachfrage zu tun hat). Und das ist natürlich ein Thema, dass alle Vereine massiv tangiert. Ob ich einen fiktiven 10 Mio. Etat für meinen 12er Kader auf dem weltweiten Spielermarkt „investieren“ kann oder die Hälfte davon auf einen kleinen Pool von teuren deutschen Spielern abfällt, ist einfach ein himmelweiter Unterschied.


    Logischerweise haben sich die Vereine damals aber gemeinsam dafür entschieden, weil man den deutschen Basketball voran bringen wollte. Dabei hat man Eigeninteressen dem großen Ziel „Entwicklung des Basketballs“ untergeordnet, was ich übrigens auch weiterhin ziemlich löblich finde. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Deutschenquote an sich den Vereinen sicherlich eher schadet, als dass sie hilft (auch hier gilt natürlich wie immer, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Ein Team aus jungen, deutschen Spielern wie in Erfurt oder Frankfurt kann natürlich seinen Reiz für die Zuschauer haben. Ob das jeweils vom Preis-Leistungs-Verhältnis der optimale Kader ist, steht auf einem anderen Blatt).


    Das Ganze ist jetzt mal ganz vereinfacht und schnell dargestellt, wobei es bei dem Thema sicher noch so viele weitere Facetten gibt.


    Bamberg wird – genauso wenig wie irgendein anderer Verein – an der 6+6-Regel nichts ändern können und muss somit im Rahmen des Vorgegebenen seinen Kader zusammenstellen. Und da wünsche ich mir im Sommer auch eine klare Aufarbeitung hinsichtlich der deutschen Spots. Es macht eben keinen Sinn, Deutsche nur der Quote wegen im Kader zu haben – wie es leider in einigen (kleinen) Vereinen der Fall ist (die Gründe dafür sind weiter oben erläutert) - und sie dann schlussendlich auf der Bank versauern zu lassen. Bamberg ist in der glücklichen Lage sich auf dem deutschen Spielermarkt die „Kirschen“ heraussuchen zu können und sollte hier auch eher auf Klasse statt Masse setzen. Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Lieber 3-4 deutsche Spieler, die fester Bestandteil der Rotation sind und in allen Wettbewerben eingesetzt werden, als 6 „Durchschnittsspieler“, die eh nicht zum Einsatz kommen. Dann kann man sich das Geld für diese nämlich auch sparen.


    Ja ich weiß, dass der Beitrag vielleicht ein bisschen „hart“ formuliert ist, aber so sehe ich die Sache mit der Deutschenquote. Vielleicht entwickelt sich ja in den nächsten 5-10 Jahren ein größerer Spielerpool aus bundesligatauglichen deutschen Spielern (die Grundlage ist mit NBBL/JBBL ja gelegt) und man kann das Thema dann – auch aus Vereinssicht - komplett anders bewerten. Darüber würde ich mich ehrlich freuen! _freuu2

    "I've missed over 9,000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times I've been trusted to take the game-winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed." - Michael Jordan

    3 Mal editiert, zuletzt von Motuler ()

  • Die Quote steht mit Vor- und Nachteilen. Mit Pro und Contra.

    Gute deutsche Basketballer wird man mit Sicht auf die Jugendarbeit wohl nur generieren, wenn man dem Nachwuchs Aussicht auf Spielzeit in der BBL gibt und nicht BBL Teams bestehend aus 10 Ausländern sehen mag. In wie weit sich dt Spieler dann durchsetzen oder die Bank hüten liegt ja auch an ihnen. Aber zumindest besteht die Chance schon mal auf die Bank zu kommen.

  • Um diesen überzogenen Preisen für deutsche Spieler etwas entgegen zu wirken, könnte man einfach schrittweise (oder radikal) zurückkehren zu einer 4+8-Regelung. So verteilen sich die guten, erstligatauglichen Spieler auf mehrere Vereine und es gäbe vermutlich weniger reine Busfahrer, die nur wegen dem Spielberichtsbogen quer durch die Republik reisen.


    Insgesamt bin ich aber für eine Regelung mit Quote, fände aber eine Auflockerung begrüßenswert.

  • Ich bin kein großer Freund der Quote, auch wenn ich einräume, dass sie der Nationalmannschaft nutzt. Spitzenspieler würden sich auch ohne Quote durchsetzen - ein Nowitzki steht auch ohne Quote da, wo er steht. Dazu bedurfte es keiner Quote. Auch ein Schröder hätte wohl seinen Weg ohne die Quote gemacht. Die Quote schafft vielen mittelmäßigen Spielern mit richtigem Pass ein gutes Einkommen. Das Problem der Vereine: Eine überschaubare Zahl von Spielern mit deutschem Pass, die einen weiter bringen, steht einer hohen Nachfrage gegenüber. Die Spieler entscheiden sich (konsequenterweise) für den am besten zahlenden Verein beziehungsweise den Verein, der international spielt. Das Ergebnis ist dann häufig, dass das eine oder andere Talent dann tatsächlich weniger Spielzeit bei einem Spitzenclub sieht, als für die Entwicklung gut wäre.

    Aus Sicht der Vereine: Vereine im unteren Drittel haben massiv Probleme rotationsfähige deutsche Spieler zu finden. Das verkürzt die Rotation zusätzlich beziehungsweise sorgt für einen zusätzlichen Abfall der Qualität, wenn dann eben Spieler, die (wenn überhaupt) Pro A Niveau haben, in die Rotation eingebaut werden. Die Förderung ist das eine, aber bei vielen reicht eben das Talent dann auch nicht für BBL - Förderung hin oder her.

    Aber auch die Vereine ganz oben haben ein Problem, das meines Erachtens übersehen wird: Verletzungen. Bamberg sieht es gerade bei Heckmann, Ulm hat es bei Ohlbrecht gesehen. Verletzt sich generell ein Spieler längerfristig, dann wird logischerweise nachverpflichtet. Ein Pool an internationalen Spielern ist ja in der Regel da. Verletzt sich ein deutscher Spieler - dann findet man keinen Ersatz. Das kann die Kaderplanung komplett ruinieren (und ich weiß auch, dass Heckmann keine tragende Rolle hatte, er hat sie aber nach der Taylor-Verletzung bekommen).

    Und sind wir ehrlich: Wie viele der deutschen Pässe bei den Gavels, Radosevics und Co der Liga hätte es ohne die deutschen Quote gegeben? Wieviel Geschachere um Pässe wie den von Taylor oder jetzt Bryant hätte man sich erspart. Sinn der Quote ist das nämlich nicht, sondern eben eine Ausgeburt der selbigen. Von daher finde ich persönlich die 6 + 6 Quote übertrieben. Aber gut - nur meine Meinung.

  • Die Argumente gegen die Quote waren vor ein paar Jahren ja noch okay.

    Aber inzwischen ist der Pool an tauglichen Deutschen so gross geworden, dass gar nicht mehr alle in der BBL unterkommen.

    Auch die kleinerer Vereine haben keine Probleme mehr deutsche Spieler mit in die Rotation einzubauen, teilweise wird ja das Ausländerkontigent gar nicht mehr ausgeschöpft.

  • Außerdem verdienen lt. Big die durchschnittl. Deutschen eher unterdurchschnittlich. Nur die guten bekommen auch gutes oder sehr gutes Geld.

    Natürlich hat die 6er Quote auch Nachteile, denke aber, dass die Vorteile überwiegen.

    Sh. Zahl der Deutschen in NBA, Europa und BBL. Und es werden immer mehr. Und die sogenannten Busfahrer werden doch immer weniger.

    Ob es unbedingt auf Dauer 6/6 sein müssen oder man irgendwann auf 4/8 zurückgeht werden wir sehen.