Posts by Monukly

    Habe mir nochmal den Forbes-Artikel und das Statement von Ulm angeschaut. Ein paar unreflektierte Gedanken:

    Finanzierung: Im Forbes-Artikel steht, dass die Organisation von Einzelpersonen, Venture Capital und Private Equity finanziert wird. Details sollen später folgen. Stand jetzt würde ich davon ausgehen, dass die Investoren die Reisen, Flüge und Hotels übernehmen und die Clubs das nicht selbst bezahlen müssen. Bei 15 Personen pro Delegation und 700 bis 1.500 € pro Transatlantik-Hin- und Rückflug wären das etwa 10.000 bis 22.500 € pro Trip. Bei drei Trips also ein mittlerer fünfstelliger Betrag nur für Flüge, ohne Hotels. Da wird RU wohl kaum zugestimmt haben, das selbst bezahlen zu müssen.

    Aufwand: Laut Forbes treten alle Teams gemeinsam in Bradenton (11.–13.11.), Kaunas (4.–7.1.), Phoenix (18.–20.2.) und Toronto (4.–7.3.) an. Für die Orange Academy hieße das drei Transatlantikreisen plus Kaunas und Varese (14.–16.12.), für die US-Teams dagegen nur eine Europareise. Die Reiselast ist also ziemlich ungleich verteilt.

    Belastung: Wenn ich den Modus richtig verstehe: Die Hauptrunde hat 55 Spiele, die Playoffs in Toronto 15. Bei elf Teams würde das bedeuten, dass jedes Team nur zehn Hauptrundenspiele in vier Monaten bestreitet. Für Ulm hieße das also drei Transatlantikreisen für gerade mal zehn Spiele plus Playoffs. Die 15 Playoff-Spiele bei elf Teams deuten außerdem darauf hin, dass in Toronto fast alle Teams antreten, vermutlich mit irgendwelchen Platzierungsspielen. Damit würde die Hauptrunde sportlich an Bedeutung verlieren.

    In Kaunas sind 16 Spiele in vier Tagen angesetzt, in Phoenix 13 Spiele in drei Tagen. Das sind etwa drei Spiele pro Team in ziemlich kurzer Folge. Dazu kommen sechs Stunden Zeitverschiebung nach Florida und Toronto und acht nach Phoenix. Für 16- bis 18-Jährige, die nebenher ja auch noch ihren normalen Spielbetrieb haben, ist das schon eine ordentliche Belastung. Und ich frage mich, wie sinnvoll es sportlich ist, um die halbe Welt zu fliegen, dann innerhalb weniger Tage mehrere Spiele abzureißen und direkt wieder zurückzufliegen.

    Mir wäre es, glaube ich, lieber gewesen, das ANGT auszubauen. Gerne als richtigen Ligamodus und weg von diesen einzelnen Turnieren. Sowas halt.

    Ich verstehe ja vollkommen den Reiz, sich mit amerikanischen Teams zu messen. Andere Spielweise, andere Athletik, andere Basketballkultur. Kann sicher interessant sein. Aber inwiefern die Jungs jetzt nachhaltig von der amerikanischen Basketballphilosophie profitieren, wenn sie ein paar Spiele gegen US-Teams machen und danach wieder nach Hause fliegen, da fehlt mir im Moment noch ein bisschen die Fantasie.

    Geben wir dem Ganzen eine Chance. Skeptisch bin ich trotzdem.

    Weil es gestern thematisiert wurde und es mich auch selbst interessiert habe ich mal die LLM meines Vertrauens los geschickt und die aktuellen Budgets recherchieren lassen.

    Eine offizielle Übersicht der EuroLeague gibt es leider nicht. Manche Clubs und Ligen veröffentlichen ihre Zahlen, zum Beispiel Žalgiris, die französische LNB oder die BBL. Dazu kommen Angaben von Präsidenten oder Managern. Bei vielen anderen Clubs muss man sich allerdings auf Medienberichte und Schätzungen verlassen.

    Erklärungen:

    • Ohne Zusatz sind es Zahlen für 2026/27. Steht (25/26) dahinter, ist es noch der Vorjahreswert.
    • Ein * bedeutet Schätzung oder Medienbericht. Ohne * handelt es sich um eine offizielle Angabe von Club, Liga, Präsident oder GM.


    LandClubGesamtetatSpieler nettoSpieler bruttoQuelle (Stand)
    DeutschlandFC Bayern München48,4 (25/26)9–9,5* (25/26)18,0 (25/26)BBL (12/25), BasketNews
    FrankreichLDLC ASVEL24,87,9¹–LNB (07.10.)
    Paris Basketball30,98,2¹–LNB (07.10.)
    GriechenlandOlympiacos–~21–22*–BasketNews (08.10.), Gazzetta.gr (24.09.)
    Panathinaikos55–60*34* –BasketNews (08.10.)
    IsraelHapoel Tel Aviv~58* (25/26), Plan 26/27: ~75*~17–20* oder 29* –Sport5, Israel Hayom, BasketNews
    Maccabi Tel Aviv–15–16*–Israel Hayom (10.08.), BasketNews
    ItalienOlimpia Milano~40*13,5–14* (25/26)–Gazzetta dello Sport (26.09.)
    Virtus Bologna~25* 7,5–8* (25/26)–Gazzetta dello Sport (26.09.)
    LitauenŽalgiris Kaunas28,8~12–13*19,7²Club (22.09.)
    SerbienCrvena Zvezda~2016–16,5* (25/26) –Präsident (Ende Sept.)
    Partizan28³14,5* (25/26)–Präsident (04.09.)
    SpanienFC Barcelona– 14,5* (25/26)33,9⁴Budget via Crónica Global (29.09.)
    Baskonia23* (25/26: 17)8–8,5* (25/26)–Crónica Vasca (10.09.)
    Real Madrid55 (25/26)18,5–19* (25/26)49² (25/26)Clubbudget (11/25)
    Valencia Basket38–40* (25/26 offiziell: 35)über 10* (25/26 offiziell: 9,5)–Crónica Vasca, Las Provincias
    TürkeiAnadolu Efes–18–18,5* (25/26)–BasketNews (02/26)
    Beşiktaş~209–10 –GM (25.09.)
    Fenerbahçe–~17*–BasketNews (27.07.)
    VAEDubai Basketball–16⁵ (25/26) –GM (07/25)


    Noch ein paar Anmerkungen zu den Zahlen:

    ¹ Gehaltsbudget laut LNB. BasketNews führt es als netto, die genaue Definition der LNB konnte ich aber nicht prüfen.

    ² Bei Žalgiris sind es die Gehälter für Spieler und Staff. Bei Real Madrid die Kaderkosten laut Clubbudget. Der Anstieg hängt dort unter anderem mit dem neuen Trainerstab zusammen.

    ³ Die 28 Mio. € bei Partizan gelten laut Präsident für den gesamten Club inklusive Nachwuchs. Zumindest hatte er das im Vorjahr so erklärt.

    ⁴ Bei Barcelona sind die 33,9 Mio. € nur die Spielergehälter. Mit Trainer- und Betreuerstab liegen die Personalkosten bei 36,2 Mio. €.

    ⁵ Bei Dubai sind Spieler und Trainer zusammengefasst. Da es in den VAE keine Einkommensteuer gibt, entspricht brutto ungefähr netto.


    Was mir beim Vergleichen aufgefallen ist:

    Ganz vorne stehen die beiden griechischen Clubs. Panathinaikos kommt auf geschätzte 34 Mio. € netto für Spieler bei einem Gesamtetat von 55–60 Mio. €. Olympiacos liegt bei etwa 21–22 Mio. € netto.

    Dahinter gibt es eine ganze Gruppe von Clubs, die irgendwo zwischen 15 und 20 Mio. € netto liegen: Real, Efes, Dubai, Fenerbahçe, Maccabi und Zvezda. Wobei da teilweise noch die Vorjahreszahlen drinstecken.

    Barcelona kann man beim Nettobudget noch nicht richtig einordnen. Und bei Hapoel gehen die Angaben so weit auseinander, dass sie je nach Quelle auch deutlich über dieser Gruppe liegen könnten.

    Interessant ist übrigens auch die sogenannte Luxussteuer. PAO hat schon in der vergangenen Saison mit 3,07 Mio. € die höchste Ausgleichszahlung der Liga geleistet.

    Warum hat man den Thread "Alles Rund um den Ulmer Basketball" geschlossen?

    Es soll keinen Sammelthread mehr geben, in dem alle Themen zusammengeworfen werden. Das wurde zunehmend unübersichtlich, weil sich die Themen und damit auch die Diskussionen überschnitten haben und es schwierig war, den einzelnen Unterhaltungen zu folgen.

    Deshalb soll künftig für jedes Thema ein eigener Thread erstellt werden. Wenn es also heute Neuigkeiten gibt, mach gerne einen neuen Thread dafür auf.

    Ja, man kann durchaus etwas Positives aus dem Spiel mitnehmen:

    • Defensiv war es (nachgerechnet) besser als gegen den MBC und Würzburg. Noch nicht gut, aber besser.
    • Offensiv war es (nachgerechnet) auch besser.

    Gründe:

    • Die effektive Wurfquote steigt auf 55 %. Die Würfe fangen langsam an zu fallen.
    • Der Ball lief besser: 24 Assists bei 35 Treffern. Gegen den MBC waren es beispielsweise nur 12 Assists bei 31 Treffern.
    • Manresa holte 12 Offensivrebounds (Würzburg 23).
    • Kein Einbruch zum Ende des Spiels: Gegen Würzburg waren es nur 12 Punkte im letzten Viertel, gegen den MBC 15. Gegen Manresa wurde die zweite Halbzeit mit 44:39 gewonnen.

    Insgesamt sah es strukturell besser aus. Der Ball lief besser, die Würfe fielen besser und auch defensiv waren Fortschritte zu erkennen.

    Baustellen gibt es trotzdem noch genug: Foulmanagement, Transition Defense, ...

    Ich glaube auch nicht so sehr an eine grundsätzlich fehlende Ausgabebereitschaft.

    Das Beispiel München ist interessant.

    Die Red Bulls haben ihre ersten drei Heimspiele im SAP Garden am 18.9. gegen Mannheim, am 27.9. (Sonntag, 14 Uhr, mitten in der Wiesn) und am 4.10. gegen Augsburg gespielt. Laut Hesched Tabelle kamen zu diesen drei Spielen 30.126 Zuschauer, also im Schnitt 10.042 bei 93 % Auslastung.

    Bayern Basketball dagegen mit einem Rückgang von 22,7 %. Zwar eine andere Halle, aber gleiche Stadt, gleiches Wetter, gleiches Oktoberfest, gleiche Kaufkraft, gleiche Münchner …

    Überhaupt ist der Vergleich mit Eishockey gar nicht so doof. Beides sind Hallensportarten unterhalb des Fußballs. Eishockey liegt aktuell bei rund 89 % Auslastung und damit grob bei einem Rückgang von nur 4 %.

    Und Magenta überträgt ebenfalls jedes Spiel. Ich würde daher nicht vermuten, dass es beim Basketball daran liegt, dass Dyn den Leuten das Zuhausebleiben besonders bequem macht.

    Mein Zwischenfazit wäre deshalb im Moment, dass es eher etwas Basketball-Spezifisches sein muss und weniger an der allgemeinen Kaufkraft liegt. Fehlende Vereinsbindung oder schwindendes Interesse könnten schon ein Grund sein. Dafür habe ich allerdings bisher keine Belege.

    Scotty1975 Krawinkel sagte "Tag der Pflege" mit vielen Tickets an Pflegeeinrichtungen und dementsprechend mehr Publikum

    Der Pflegesektor leistet eine unfassbar wichtige und viel zu wenig wertgeschätzte Arbeit für die Gesellschaft. Mit Schichtdienst und oft knappem Budget gehen viele aus dem Bereich nicht mal eben zum Basketball. Ich finde es daher einen schönen Zug, auf diese Weise Danke zu sagen.

    Ich fände vernünftige Löhne und bessere Arbeitsbedingungen ein schöneres Danke 🙃

    Ja klar. Da kann aber halt leider der Verein wenig tun ...

    Scotty1975 Krawinkel sagte "Tag der Pflege" mit vielen Tickets an Pflegeeinrichtungen und dementsprechend mehr Publikum

    Der Pflegesektor leistet eine unfassbar wichtige und viel zu wenig wertgeschätzte Arbeit für die Gesellschaft. Mit Schichtdienst und oft knappem Budget gehen viele aus dem Bereich nicht mal eben zum Basketball. Ich finde es daher einen schönen Zug, auf diese Weise Danke zu sagen.

    Ein klassischer Whiteiversion. Zuerst wollte ich nicht antworten, aber ein paar Dinge kann man nicht stehen lassen.

    Aufgedröselt:

    „Was natürlich ein großer Schmuh ist. Einerseits lockt man junge europäische Spieler mit dem Orange Campus um diese anschließend gewinnbringend in die NBA zu vermitteln. Andererseits sagt man, dass das eine mit dem anderen ja überhaupt nichts zu tun habe.“

    Dass der Profiklub vom Campus profitiert, bestreitet niemand, genau dafür zahlt die GmbH Miete. Die Trennung von gemeinnützigem und kommerziellem Bereich hat nichts mit Schmuh zu tun. Beim Campus-Bau haben die Städte 2018 darauf bestanden, die Finanzierung in einen öffentlichen und einen privaten Teil aufzuteilen, um das Risiko für den Steuerzahler zu begrenzen. Sie schützt umgekehrt auch den gemeinnützigen Verein vor den Risiken des Profibereichs.

    Abgesehen davon gibt es keine Verpflichtung für die GmbH, Ablösen weiterzugeben. Sie darf den Verein unterstützen, z.B. durch Spenden oder höhere Mieten, muss es aber nicht.

    „Man könnte vermuten: Die Transfererlöse der NBA-Spieler (Hayes, Sochan, Dadiet, Nunez, Essengue, Saraf) hat sich das BBL-Team bzw. vielleicht sogar deren Eigentümer eingesteckt und der Orange Campus (bzw. deren Schuldner) haben davon (außer Büro- und Hallenmieten) überhaupt nichts gesehen.“

    Sochan ging übers College. Für ihn ist keine Ablöse geflossen. Nuñez ging nicht in die NBA, sondern zu Barça. Laut Marca floss die Ablöse zudem an Real Madrid. Hayes kam 2019 als fertiger Profi aus Cholet, der Campus eröffnete zur Saison 2020/21. Er taugt schlecht als Beispiel für einen Spieler, der mit dem Campus angelockt wurde. Für Essengue und Saraf sind keine Beträge öffentlich. Übrig bleibt ein belegter Betrag, nämlich Dadiet.

    „Gewinnbringend vermitteln“: Ulm vermittelt keine Spieler, sondern erhält Ablösen. Dem stehen Gehälter, Ausbildung und im Fall Dadiet die Freigabe durch Paris Basketball gegenüber. Ob netto ein Gewinn blieb, weiß hier niemand.

    „Deren Schuldner“ ist falsch herum. Der Verein ist der Schuldner, die Städte sind die Gläubiger.

    Es bleibt ein Punkt, den man kritisch sehen kann: Stoll und Oettel sind zugleich Geschäftsführer der GmbH und ehrenamtliche Vorstände des Vereins. Die Profi-GmbH mietet Hallenzeiten beim Verein und zahlt dafür nach eigener Aussage mehr als marktüblich. Die Miete haben faktisch dieselben Personen auf beiden Seiten des Tisches ausgehandelt. „Über marktüblich“ ist eine Aussage ohne Zahl und ohne externe Prüfung.