Von Bamberg nach Chemnitz

NINERS verpflichten Dominic Lockhart.


Der erste Neuzugang für Sachsens beste Korbjäger steht fest. Flügelspieler Dominic Lockhart wechselt vom Ligakonkurrenten Brose Bamberg nach Chemnitz und unterschreibt bei den NINERS einen Vertrag bis 2024. Der 27-Jährige bringt die Erfahrung von mehr als 300 Pflichtspieleinsätzen in BBL, Pokal sowie europäischen Wettbewerben mit und lief zudem bereits acht Mal für die deutsche A-Nationalmannschaft auf. „Wir sind sehr glücklich, dass sich Dominic für uns entschieden hat und fest davon überzeugt, dass er eine wichtige Rolle in unserem Team einnehmen kann“, freut sich Cheftrainer Rodrigo Pastore. „Die NINERS haben sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt und als erfolgreicher, ambitionierter Club in der Bundesliga etabliert. Ich freue mich darauf, künftig ein Teil dieser tollen Geschichte zu sein und möchte helfen, weitere Erfolgskapitel zu schreiben“, blickt auch Dominic Lockhart seiner Zeit in Chemnitz vorfreudig entgegen.


Der 1.98 Meter große sowie 96 Kilogramm schwere Modellathlet kann variabel auf mehreren Positionen eingesetzt werden und hat an beiden Enden des Feldes seine Stärken. „Dominic ist ein echter ‚2-way-player‘, also ein Spieler, der sowohl in der Offensive wie auch Defensive sehr wertvoll sein kann. In der Verteidigung ist er schnell genug auf den Beinen, um kleinere Spieler vor sich zu halten, bringt aber auch die Physis mit, um gegen größere Kontrahenten zu bestehen. Im Angriff gefällt mir seine Mischung aus Wurf, Zug zum Korb, Passqualitäten und der Fähigkeit, sich auch abseits des Balls sehr clever zu bewegen“, charakterisiert Coach Pastore den Neuzugang. Seine Vielseitigkeit ebnete Lockhart schon früh den Weg zum Profibasketballer. Nachdem er zunächst in seiner Heimatstadt Wetzlar das Basketball-Einmaleins erlernte und als Jugendlicher für Gießen auf Korbjagd ging, zog es ihn bereits mit 18 Jahren ins nahezu 400 Kilometer entfernte Oldenburg. Dort übernahm Lockhart von Beginn an im Farmteam der EWE Baskets viel Verantwortung in der ProB, durfte aber auch schon frühzeitig Bundesligaluft schnuppern. Über vier Jahre hinweg entwickelte er sich dann zum festen Rotationsspieler des BBL-Teams, ehe er 2017 schließlich zum Ligakonkurrenten Göttingen wechselte.


Dort gelang dem variablen Flügel direkt der Schritt zur Stammkraft, so dass Lockhart in den folgenden drei Spielzeiten bei insgesamt 97 Pflichtspieleinsätzen für die Veilchen 79 Mal als Starter auflief und im Schnitt sieben Punkte, drei Rebounds sowie drei Assists auflegte. Folgerichtig wurde er in dieser Zeit erstmals in die Herrennationalmannschaft berufen, nachdem er als Teenager bereits sämtliche Juniorenauswahlen des Deutschen Basketball Bundes durchlaufen hatte. Nach drei erfolgreichen Jahren in Göttingen folgte Lockhart seinem damaligen Cheftrainer Johan Roijakkers 2020 nach Bamberg, wo er nicht nur um die Playoffs, sondern wie seinerzeit in Oldenburg auch in europäischen Wettbewerben mitspielen konnte. In seiner ersten Saison bei den Franken setzte Lockhart seine gute Entwicklung nahtlos fort, stand in 47 Einsätzen mehr als 20 Minuten auf dem Parkett, markierte dabei durchschnittlich 7.5 Punkte, 2.5 Rebounds sowie 1.9 Assists und versenkte bei einem Volumen von vier Versuchen pro Partie nahezu 45 Prozent seiner Dreipunktwürfe.


Im zurückliegenden Spieljahr musste Lockhart dann aber erstmals einen Rückschlag hinnehmen. Kurz vor Saisonstart riss sich der variable Swingman eine Sehne im kleinen Finger der linken Hand. Da es nicht seine Wurfhand war und Bamberg durchaus Ambitionen hatte, entschied man sich, jene Verletzung zunächst nur konservativ und physiotherapeutisch zu behandeln. Im Verlauf der Saison zeigte sich aber, dass der lädierte Finger zunehmend zum Handicap wurde und Lockharts Leistungsfähigkeit negativ beeinflusste. „Deshalb ließ sich Dominic vor kurzem hier in Chemnitz nochmals untersuchen, woraufhin die Ärzte zu einem operativen Eingriff rieten, um die gerissene Sehne wiederherzustellen. Jene OP fand letzte Woche statt und ist sehr gut verlaufen“, berichtet NINERS-Geschäftsführer Steffen Herhold. Lockharts Finger muss nunmehr bis Mitte Juli durch eine Schiene ruhiggestellt werden. Anschließend erfolgt eine sechswöchige Rehabilitationstherapie, bis der 27-jährige voraussichtlich Ende August oder Anfang September wieder voll ins Teamtraining einsteigen kann. „Das ist natürlich nicht optimal, weil er einen Teil unserer Saisonvorbereitung verpasst. Aber Dominic hat so viel Potenzial und Erfahrung, dass er uns in den nächsten beiden Jahren noch viel Freude bereiten wird. Wir werden ihm die Zeit geben, wieder in Bestform zu kommen und sein Spiel noch weiterzuentwickeln“, unterstreicht Headcoach Pastore. Die Ausgangsbasis ist ohnehin mehr als vielversprechend. Immerhin bestritt Lockhart, der gerade erst ins beste Basketballalter kommt, für Oldenburg, Göttingen sowie Bamberg bereits 319 Pflichtspiele in Bundesliga, Pokal, Eurocup und Champions League, bei denen er in durchschnittlich 17 Minuten Einsatzzeit 4.4 Punkte, 2.1 Rebounds sowie 1.6 Assists erzielte, 55 Prozent seiner Zweipunktwürfe, 36 Prozent aller Dreier und 68 Prozent seiner Freiwürfe verwandelte. „Hinzu kommt ein sehr hoher Basketball-IQ und eine beeindruckende Vielseitigkeit, womit Dominic perfekt in unser System passt“, betont Pastore.

Lockhart selbst sieht es ganz ähnlich wie sein neuer Cheftrainer: „Die Chemnitzer Spielweise kommt mir sehr entgegen. Ohnehin ist Coach Pastore dafür bekannt, seine Mannschaften sehr gut zusammenzustellen, für seine Spieler die passenden Rollen zu finden und deren Entwicklung nachhaltig zu fördern. Deshalb bin ich überzeugt, dass Chemnitz genau der richtige Ort für mich ist, um schnell zu alter Stärke zurückzufinden. Die Fans können von mir immer hundert Prozent Einsatz und harte Defense erwarten. Außerdem freue ich mich schon sehr darauf, endlich einmal vor Zuschauern in der Messe auflaufen zu dürfen, nachdem wir dort in den letzten beiden Jahren mit Bamberg leider nur Geisterspiele hatten. Noch schöner ist es, die bekanntermaßen äußerst stimmungsvollen NINERS-Fans künftig als Chemnitzer Spieler im Rücken zu haben!“


Mit der Verpflichtung von Dominic Lockhart umfasst der NINERS-Kader für die kommende Spielzeit nunmehr fünf Spieler, denn auch Jonas Richter, Nelson Weidemann, Niklas Wimberg und Mindaugas Susinskas haben einen Vertrag für die neue Saison. Mit weiteren Leistungsträgern der letztjährigen Mannschaft befindet man sich in Gesprächen über ein künftiges Engagement. Parallel dazu laufen auch Verhandlungen mit möglichen Neuzugängen und natürlich haben Headcoach Pastore, seine Assistenztrainer Virgil Matthews, Gjorgji Kochov sowie Fabrizio Santolamazza, Geschäftsführer Steffen Herhold und die Scouts der NINERS den Spielermarkt stets genau im Blick. Ziel ist es, ein NINERS-Team zu bauen, dass erneut um die Playoffplätze in der easyCredit Basketball Bundesliga mitspielen und sich auch auf internationalem Parkett behaupten kann, wenn Chemnitz nächste Saison seine Premiere in einem europäischen Wettbewerb feiert. Welcher genau das ist, wird sich Ende Juni entscheiden. Der scharfe Start in die Saisonvorbereitung, bestenfalls dann schon mit kompletter Mannschaft erfolgt Anfang August, der Punktspielstart ist für Ende September angesetzt.


Medieninformation: NINERS Chemnitz