BG begibt sich auf viertägige Auswärtsreise nach Bonn und Crailsheim

Göttingen, 21. April 2022 - Für die BG Göttingen stehen in den kommenden Tagen zwei schwere Auswärtsaufgaben auf dem easyCredit BBL-Spielplan. Das Team von BG-Headcoach Roel Moors ist am Sonntag, 24. April, zuerst beim Tabellenführer Telekom Baskets Bonn zu Gast (15 Uhr, Telekom Dome, live bei MagentaSport) und reist am Montag direkt aus dem Rheinland nach Baden-Württemberg, wo am Dienstag, 26. April, die Partie gegen den direkten Konkurrenten um einen Playoff-Platz, die HAKRO Merlins Crailsheim, ansteht (19 Uhr, Arena Hohenlohe, live bei MagentaSport). Die Voraussetzungen für beide Partien sind unterschiedlich: Während die Bonner sich nach zweijähriger Abstinenz schon jetzt sicher für die Playoffs qualifiziert haben, steht bei den Crailsheimern noch nicht fest, ob sie zum dritten Mal in Folge die Meisterschaftsendrunde erreichen werden.

An das Hinspiel gegen Bonn haben die Spieler um Veilchen-Kapitän Akeem Vargas gute Erinnerungen: Anfang Oktober holten die Göttinger gegen die Rheinländer ihren ersten Saisonsieg (90:81) und gaben den Startschuss für eine überraschend erfolgreiche Spielzeit. Nicht weniger überraschend ist die Tabellenführung der Mannschaft von Baskets-Headcoach Tuomas Iisalo, die in dieser Saison ihren eigenen Ansprüchen nach zweijähriger Durststrecke mehr als gerecht wird. „Bonn spielt sehr aggressiv in der Offensive mit viel Kreativität im Pick-and-Roll, sowohl mit ihren Guards als auch mit ihren Centern", sagt BG-Assistenztrainer Olivier Foucart. „In der Defensive üben sie sehr viel Druck auf den Ball aus." Zwar können die Bonner vom Spitzenplatz noch verdrängt werden, das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde dürfte ihnen aber nicht mehr zu nehmen sein.

Obwohl die Iisalo-Truppe in den vergangenen Spielen mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatte, baute sie ihre Siegesserie auf inzwischen neun in Folge aus. Topscorer in den vergangenen vier Partien war jeweils Javontae Hawkins. Der US-Forward war von Iisalo Mitte Dezember nachverpflichtet worden und hat damit seine lange Verletzungspause (Kreuzbandriss) beendet. „Hawkins ist ein sehr starker Spieler, der gut von draußen werfen kann, gut aufpostet und oft die Initiative ergreift", beschreibt Foucart. Schon seit längerer Zeit verzichten müssen die Baskets auf US-Forward Tyson Ward (Knieverletzung). Vor zwei Wochen gesellte sich Jeremy Morgan zum Lazarett (Knöchelverletzung); zudem stand Topscorer Parker Jackson-Cartwright (19,3 Punkte pro Partie) nicht zur Verfügung. Der US-Guard weilt aufgrund eines Trauerfalls in der Familie in den USA.

Fast problemlos scheinen die Bonner diese Ausfälle wegzustecken, weil sie sich insbesondere auf Hawkins verlassen konnten. Der Forward ist hinter Jackson-Cartwright zweitbester Punktesammler der Rheinländer (15,2). Ihm folgen der verletzte Morgan (14,0 Punkte pro Spiel) sowie der litauische Forward Saulius Kulvietis (10,6), Dreier-Spezialist Skyler Bowlin (10,5) und der deutsche Center Michael Kessens (10,2). „Bonn hat einen sehr tiefen Kader und neben Jackson-Cartwright auch Bowlin und Tadda, die Pick-and-Roll spielen können, ebenso wie Kessens und Leon Kratzer", erklärt Foucart. „Sie sind in den vergangenen Spielen ihrer Philosophie treu geblieben."

Bonn führt nicht nur die Tabelle, sondern auch mehrere Statistik-Kategorien an: Kein Team in der Liga erzielt durchschnittlich mehr Punkte pro Spiel (89,0), trifft mehr Dreier (11,3) und holt mehr Offensiv-Rebounds (13,7). „Sie sind individuell sehr gut besetzt, und jeder Spieler kennt seine Rolle. Sie funktionieren sehr gut als Team", so der belgische Co-Trainer.

Ebenso wie die Rheinländer hat auch der folgende BG-Gegner, die Crailsheimer, momentan mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Wie Veilchen-Topscorer Kamar Baldwin hatte sich auch Merlins-Topscorer T.J. Shorts vor ein paar Wochen eine schwere Brustmuskelverletzung zugezogen und kann diese Saison nicht mehr eingesetzt werden. Zudem müssen die „Zauberer" auf den deutschen Center Bogdan Radosavljevic verzichten, der nach einer Corona-Infektion an Herzproblemen leidet. Am Mittwoch fiel beim Spiel der Crailsheimer gegen ALBA BERLIN (70:78) auch Ex-Veilchen Elias Lasisi mit einer Zerrung aus – Headcoach Sebastian Gleim blieb mit einer Erkältung zu Hause und wurde durch seinen Assistenten Marko Stankovic vertreten. So spielten US-Guard Terrell Harris (19 Punkte) und US-Forward Jaren Lewis (11) mehr als 35 Minuten. Gegen Berlin punktete auch der nachverpflichtete US-Guard Mike Caffey zweistellig (13).

Nach Shorts' Ausfall ist Lewis bester Crailsheimer Punktesammler (13,2 pro Spiel), gefolgt von Caffey (12,7), Harris (12,3) und dem deutschen Guard Maurice Stuckey (10,3). Lewis ist auch bester Rebounder seines Teams (5,4); auf Platz zwei liegt der deutsche Forward Fabian Bleck (4,7). Caffey gibt die meisten Assists (4,3). Gefährlich sind fast alle Crailsheimer Spieler von jenseits der 6,75-Meter-Marke. Lasisi, Lewis, Caffey, Harris, Stuckey und der ebenfalls nachverpflichtete Jon Axel Gudmundsson treffen alle mehr als 35 Prozent ihrer Dreier-Versuche. Zudem passen die „Zauberer" sehr gut auf den Ball auf und leisten sich nur 11,6 Ballverluste pro Partie.

Das Hinspiel im Dezember haben die Göttinger 83:76 für sich entschieden – um die Merlins weiter in der Tabelle hinter sich zu halten, wäre es für die Veilchen wichtig, den direkten Vergleich (Sieg oder Niederlage mit weniger als sieben Punkten Unterschied) für sich zu entscheiden. „Wir haben die ganze Saison und auch in den vergangenen Spielen gezeigt, dass wir mit jedem Gegner mithalten können, wenn wir mit Intensität und Aggressivität in der Offensive und Defensive spielen", so Foucart. „Wir müssen mit Selbstbewusstsein agieren und an unsere Chance glauben."


Medieninformationen: BG Göttingen, Presseabteilung, vom 21.04.2022.