Letzter Tanz: Paulding vs. Robertson / Revanche: Per vs. Bamberg / Spitzenspiel: München vs. Ludwigsburg

Ludwigsburg empfängt München: Spitzenspiel mit brisanter Historie


Natürlich geht es um die Spitzenplätze für die diesjährige Postseason, aber die MHP RIESEN Ludwigsburg und der FC Bayern München standen sich außerdem schon vier Mal in der Meisterschaftsrunde gegenüber. Im Viertelfinale 2014 und 2016 siegten jeweils die Münchener (3-1 und 3-2), wobei beim ersten Duell die vierte Partie aufgrund eines Schiedsrichterfehlers wiederholt wurde, was nicht wirklich freundschaftsfördernd für das Verhältnis zwischen den beiden Klubs war. 2020 beim Finalturnier der ersten Corona-Saison dann beendete Ludwigsburg im Viertelfinale die Träume der Bayern von der Titelverteidigung im heimischen Audi Dome (87:83 und 73:74). Und nur ein Jahr später gewann Ludwigsburg vergangenes Frühjahr das erste Halbfinale 101:98, bevor München sich in einer harten Serie mit drei Siegen in Folge ins Finale ackerte.

Nick Weiler-Babb kehrte nach seiner Gehirnerschütterung gegen Gießen auf das Parkett zurück, lief nach 14 Minuten gegen die 46ers zuletzt gegen den MBC immerhin schon wieder 21 Minuten auf. Die Rückkehr kommt zum genau richtigen Zeitpunkt, um im Duell gegen Ludwigsburg sein Defensiv-Können zu zeigen und auf seinen alten Teamkollegen Jonah Radebaugh angesetzt zu werden. Mit 13,9 Punkten pro Partie ist Radebaugh derzeit zwar nicht mehr Ludwigsburgs Topscorer (das ist Justin Simon mit 14,0 PPG), doch mit kürzlich drei Partien in Folge mit mindestens 19 Zählern Differenz schlüpft der Guard immer noch in die Rolle des Go-to-Guys.

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Berlin empfängt Ulm: Wiederholt sich das Halbfinale 2021 in den diesjährigen Playoffs?

Auch ALBA BERLIN und ratiopharm ulm begegneten sich in der vergangenen Saison in den Playoffs. Kam es dort zu einem Halbfinal-Duell (ALBA siegte 3-1), würde nach aktuellem Tabellenstand diese Paarung in dieser Saison bereits im Viertelfinale eintreten. Aber beide Teams werden alles daran setzen, damit das nicht passiert. Die viertplatzierten Berliner liebäugeln angesichts ihrer vielen Nachholspiele noch mit dem Gewinn der Punktrunde, und die fünfplatzierten Ulmer werden alles daran setzen, einen Platz unter den ersten Vier und damit den Heimvorteil in den Playoffs zu ergattern. Beide Teams brauchen für ihre Ziele aber noch viele Siege.

Am Dienstag gab Rickey Paulding seine Abschiedsvorstellung in der Mercedes-Benz Arena, drei Tage später ist Per Günther dran – ohne Gewähr, denn der Ulmer Spielmacher könnte im Gegensatz zu Paulding ja in den Playoffs noch einmal in Berlin aufschlagen. So oder so ergibt sich ein Duell mit Berlins Maodo Lo, der im Begriff ist, wie Per Günther eine historische Figur in der easyCredit BBL zu werden, an die man sich auch noch in ferner Zukunft gerne erinnern wird. Interessant ist, dass fast jeder Ulmer Sieg gegen ALBA mit einer starken Leistung von Per einher ging. Bestes Beispiel ist Ulms 98:94-Sieg am 3. Oktober 2016 mit 19 Punkten und sechs Assists von Günther. In seinen bisher 37 Partien gegen ALBA – nur gegen Oldenburg spielte Günther öfter – ging er aber 28 Mal als Verlierer vom Feld.

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Zum letzten Mal in Freak City: Kann Per Günther Bambergs Kampf um die Playoffs erschweren?


Per Günther tritt zudem (in der Hauptrunde) das letzte Mal bei dem Klub an, bei dem er am 24.09.2008 beim 66:64-Sieg für Ulm sein Bundesliga-Debüt gab. Gegen kein Team ging Speedy Günzalez' so oft als Verlierer vom Feld wie gegen Bamberg (7 Siege, 30 Niederlagen), die Oberfranken standen ihm bei der Jagd nach einem Titel mehrfach erfolgreich im Weg, darunter zwei Mal als Endgegner (Finals 2012 und 2016, Halbfinale 2015, Pokalhalbfinale 2012).

Wäre es da eine Genugtuung, mit einem Auswärtssieg dabei zu helfen, dass Freak City es zum ersten Mal seit 2001 nicht in die Playoffs schafft? Denn derzeit rangiert Brose Bamberg nur auf dem zehnten Platz, die Oberfranken haben zwei Siege weniger und zwei Niederlagen mehr auf dem Konto als die Hamburg Towers und die BG Göttingen, die derzeit die letzten beiden Playoff-Plätze einnehmen. Die Bamberger hatten ihren jüngsten 88:87-Erfolg gegen Göttingen Justin Robinson und dessen Gamewinner per Vier-Punkte-Spiel zu verdanken.

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Duell der Legenden: ein letzter Tanz von Rickey Paulding und Quantez Robertson

Der eine ist seit 2007 in Oldenburg, der andere seit 2009 in Frankfurt, beide sind sie das Gesicht ihres Klubs – und nun stehen sich die beiden US-Profis das letzte Mal gegenüber: Rickey Paulding (39 Jahre, 1,96 Meter) und Quantez Robertson (37, 1,88). Beide hätten sich für ihren letzten gemeinsamen Tanz sicherlich andere Voraussetzungen gewünscht, doch so ist Profisport nunmal. Denn die FRAPORT SKYLINERS stehen kurz davor, als erster Absteiger der Saison 2021/22 festzustehen. Wie die Frankfurter den Klassenerhalt noch sichern können? Sie müssen jedes ihrer restlichen vier Spiele gewinnen, Braunschweig jede ihrer sechs Partien verlieren, und es muss zu einem Dreiervergleich zwischen Frankfurt, Braunschweig und Gießen kommen.

Paulding fehlen übrigens noch 77 Zähler, um die Marke von 8.000 Punkten in seiner Karriere in der deutschen Beletage zu erreichen. Vier Partien stehen für Oldenburg noch aus, heißt: Der 39-Jährige müsste pro Partie 19,3 Zähler auflegen, um diesen Meilenstein zu erreichen. Kann Paulding dies schaffen? Während Paulding die digitale Bestenliste bei den Punkten anführt, steht Robertson mit 699 Ballgewinnen bei den Steals auf dem ersten Platz – vor Paulding (533 STL).

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Braunschweig empfängt Hamburg: Hollatz gegen Krämer im Duell zweier Nationalspieler

Mit Hamburgs Justus Hollatz und Braunschweigs David Krämer treffen zwei deutsche Nationalspieler aufeinander, die zu den absoluten Leistungsträgern ihrer Clubs gehören. Hollatz führt die Hamburger Offensive als Spielmacher an, was er mit 9,2 Punkten und 9,8 Assists in den vergangenen sechs Partien eindrucksvoll unterstreicht. Im gesamten Saisonverlauf kommt der 20-Jährige auf 5,4 Assists pro Partie – Ligabestwert unter den einheimischen Akteuren.

Krämer avanciert mit 14,8 Zählern hinter Christian Sengfelder zum zweitbesten deutscher Scorer der Liga. Mit einer Dreierquote von 41,7 Prozent bei 5,8 Versuchen pro Spiel ist der Shooting Guard einer der gefährlichsten Distanzschützen ligaweit. Krämer befand sich mit Auftritten in der Summer League sowie G-League schon im Dunstkreis der NBA. Genau dorthin will auch Hollatz, der sich nun für die NBA Draft angemeldet hat. Zwar werden sich die beiden vermutlich nicht so häufig im direkten Matchup gegenüberstehen, ihre Leistungen vor allem offensiv sind für das Abschneiden beider Clubs aber enorm wichtig.

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Stolpert Berlin erneut gegen Göttingen?

Am fünften Spieltag entführte die BG Göttingen einen 65:59-Erfolg aus Berlin. Weniger Punkte haben die sonst so offensivstarken Albatrosse in dieser Saison nicht erzielt. Überhaupt stolperte ALBA in der jüngsten Vergangenheit öfter gegen die Niedersachsen: Von den vergangenen sechs Hauptrundenspielen haben die Berliner dreimal gegen Göttingen verloren, bei den vergangenen fünf Auftritten in Göttingen reisten die Berliner dreimal als Verlierer zurück in die Hauptstadt.

Der „free flowing"-Offensive der Berliner mit Physis zu begegnen, scheint ein Erfolgsrezept – das haben die Göttinger auch im Hinspiel bewiesen. Kein Spieler der Niedersachsen steht so sehr für Einsatz in der Verteidigung wie Akeem Vargas: Der defensive Energizer der Veilchen trifft auf den Klub, für den er von 2013 bis 2018 auf Körbejagd ging. In die Hauptstadt war er 2013 übrigens nach einer Saison im Göttinger Trikot gewechselt. Nun wird sich Vargas gleich mit einer Vielzahl von talentierten Aufbauspieler beschäftigen können: Nationalspieler Maodo Lo (vermutlich der Berliner Saison-MVP), Tamir Blatt (Saisonbestwerte von 16 PTS und 10 AST gegen den MBC) und Jaleen Smith (Saisonbestwert von 19 PTS gegen Oldenburg).

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Erstmals vor großer Kulisse: Weißenfels und Chemnitz in der vierten Auflage des Ost-Derbys


Der MBC aus Weißenfels und die NINERS aus Chemnitz treffen in der easyCredit BBL schon zum vierten Mal aufeinander. Doch schon jetzt ist sicher, dass dieses vierte Ost-Derby alle Vorgänger in den Schatten stellen wird. Erstmals sind bei diesem Derby nämlich Zuschauer erlaubt, und der Rahmen schürt bei den Fans beider Clubs schon seit Wochen große Vorfreude. Der SYNTAINICS MBC zieht für das prestigeträchtige Derby in die QUARTERBACK Immobilien ARENA nach Leipzig, wo bis zu 6.000 Anhänger live dabei sein können. Für die in großer Zahl erwarteten Chemnitzer Gästefans sind Plätze direkt hinter der NINERS-Spielerbank reserviert.

Obwohl beide Clubs geografisch nur 100 Kilometer trennen, kam es erst zu elf Pflichtspielen zwischen Chemnitz und dem MBC, da man entweder in unterschiedlichen Spielklassen oder in verschiedenen Staffeln der 2. Bundesliga antrat. Im ersten Duell am 1. Dezember 2007 in der 2. Liga gewann Chemnitz 93:83. Alle folgenden Begegnungen in der 2. Liga endeten mit Siegen des MBC, der in der Zweitliga-Bilanz somit 7-1 Siegen führt. In der easyCredit BBL weht der Wind indes aus der entgegengesetzten Richtung. Hier haben die NINERS alle bisherigen drei Spiele gewonnen. Kann der MBC in Leipzig den Spieß wieder umdrehen?

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Träumt Crailsheim gegen Bayreuth weiter von den Playoffs?


Bei medi bayreuth wird man froh sein, wenn die Saison endlich vorbei ist. Verletzungen und Corona ziehen sich durch die kräftezehrende Spielzeit der Oberfranken. Nur in Ausnahmefällen konnte Cheftrainer Raoul Korner auf die gesamte Stärke des Kaders zurückgreifen.

Vor ähnlichen Problemen steht aktuell auch Sebastian Gleim in Crailsheim. Nach historischen Erfolgen wie dem Einzug ins Pokalfinale oder dem Erreichen des Viertelfinales im FIBA Europe Cup mussten die Merlins in den letzten Wochen einige Nackenschlägen einstecken. Erst verletzte sich Anführer T.J. Shorts so schwer, dass er für die Restsaison ausfällt, dann musste das gesamte Team kurze Zeit später noch in Quarantäne. Die Folgen sind weiterhin spürbar: Boggy Radosavljevic ist (wie Bayreuths Cam Wells in der Hinrunde) mit Herzproblemen nicht einsatzfähig. Der Unterschied: Während Bayreuth die Saison im gesicherten Mittelfeld ausklingen lässt, kämpfen die Zauberer weiterhin um die Qualifikation für die Playoffs – dank zwei Siegen in Serie. Bis auf Shorts und Boggy standen Gleim zu Beginn der Partie gegen Braunschweig alle Spieler zur Verfügung.

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Überrennt Bonns Offensive auch Heidelberg?

Mit den Telekom Baskets Bonn trifft das beste Offensivteam (89,2 PPG) auf die MLP Academics Heidelberg mit der zweitniedrigste Ausbeute der Liga (78,2 PPG). Gleich fünfmal hat der Tabellenführer bislang die Marke von 100 Zählern geknackt, fünfmal legten sie zudem mindestens 95 Punkte auf. Heidelberg? Der Aufsteiger hat bisher nur einmal dreistellig gepunktet und zudem nur einmal die 95 erreicht.

Die Bonner zeigten bei ihrem 112:96-Auswärtserfolg gegen die FRAPORT SKYLINERS eindrucksvoll, warum sie die beste Offensive der Liga stellen: Bereits 8:19 Minuten vor Spielende knackten sie die Marke von 100 Zählern, der Saisonrekord des MBC von 116 Punkten wackelte – fiel aber letztlich nicht. Aber: Fehlte dort mit Jeremy Morgan der zweitbeste Bonner Punktesammler (14,0 PPG) wegen einer Knöchelverletzung, ist der Anführer und MVP-Kandidat Parker Jackson-Cartwright (19,3 PPG) auf Grund eines Trauerfalls in der Familie in die USA gereist. So lief die Bonner Offensive beim 78:72-Erfolg gegen Gießen nicht auf Hochtouren, das tat individuell aber Javontae Hawkins (35 PTS).

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Würzburg kann gegen Gießen Klassenerhalt sichern und 46ers näher an den Abstieg bringen

Vor rund einem Monat hätten wir beim Duell zwischen den JobStairs GIESSEN 46ers und s.Oliver Würzburg noch mit einem Showdown im Abstiegskampf gerechnet. Doch nach sechs Würzburger Siegen in Folge bleibt dieser aus. Der Hauptgrund dafür ist schnell gefunden: Head Coach Sasa Filipovski. Der Slowene übernahm die Unterfranken im tiefsten Tabellenkeller und musste kurz nach Amtsantritt mit der Mannschaft in Quarantäne. Nach einigen Trainingswochen sowie zwei klugen Nachverpflichtungen sorgte der 47-Jährige durch seine Erfahrung von mehreren europäischen Topklubs für Stabilität. Durch die Siegesserie stürmte Würzburg zuletzt bis auf den elften Rang vor – und kann mit einem Erfolg gegen die Hessen den Klassenerhalt ganz in trockene Tücher bringen.

Völlig konträr dazu verläuft die Spielzeit in Gießen. Die 46ers waren vielversprechend in die Saison gestartet, mussten jedoch schon nach wenigen Spielen mit Rawle Alkins und Brayon Blake die Abgänge zweier Schlüsselspieler hinnehmen. Keiner der vier Nachverpflichtungen konnte die Fußstapfen füllen, sodass es für die Hessen immer weiter abwärts ging.

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Aktuelles Basketball-Geschehen auf einen Blick


Auch in dieser Saison versorgen wir die Basketball-Gemeinde wieder mit unseren wiederkehrenden Rubriken:

- Im täglichen Pressespiegel gibt es jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten aus der deutschen Basketball-Welt.

- Bei „easyCredit BBL goes Europe" fassen wir immer die Partien unserer Clubs auf europäischem Parkett zusammen - jeden Morgen alle Boxscores und Highlights auf einen Blick.

- Und bei „on the road" blicken wir dienstäglich auf unsere Nationalspieler im Ausland - wie liefen die letzten Tage in NBA, NCAA und Euroleague für die deutschen Akteure?



Medieninformationen: easyCredit Basketball Bundesliga, Presseabteilung, vom 15.04.2022.