Per und Rickey: zwei Derbys für zwei Legenden / Kampf um die Playoff-Ränge
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DunkHard23 -
April 8, 2022 at 12:21 PM -
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... zum Medien-Newsletter vor dem 29. Spieltag. Dort stehen für zwei Ligalegenden (zum letzten Mal) Derbys an: Per Günther gastiert mit Ulm beim Spitzenspiel in Ludwigsburg, Rickey Paulding empfängt mit Oldenburg Braunschweig. Während Hamburg und Göttingen im direkten Duell um die Playoffplätze kämpfen, will Bamberg genau dort noch hin. Derweil brauchen Frankfurt und Gießen, die derzeitigen Teams auf den Abstiegsplätzen, dringend Überraschungserfolge – gegen das Führungsduo Bonn bzw. München.
Playoff-Nachbarn im Spitzenspiel: Ludwigsburg empfängt Ulm zum Schwaben-Derby
Als wenn Schwaben-Derbys nicht schon brisant genug wären, hat das Duell mit den MHP RIESEN Ludwigsburg gerade für ratiopharm ulm besonderes Gewicht: Denn für die Truppe von Jaka Lakovic steht zum ersten Mal seit Mitte Februar und seit fünf Partien wieder ein Spiel gegen ein derzeitiges Playoff-Team an. Nach den jüngsten Rückschlägen um die Ausfälle von Cristiano Felicio, Philipp Herkenhoff und Sindarius Thornwell also ein besonderer, aber auch schwieriger Gradmesser. Darüber darf auch die Serie von vier Siegen in Folge nicht hinwegtäuschen. Ludwigsburg hatte gar sechs Partien nacheinander gewonnen, ehe am vergangenen Wochenende das Spitzenspiel beim Tabellenführer aus Bonn mit 88:97 verloren ging. Wurde das Team von John Patrick in der ersten Hälfte von der Bonner Offensive überrannt, macht die Leistung nach der Pause Mut – zumal auch die Ludwigsburger ersatzgeschwächt angetreten waren.
Die besondere Brisanz liegt zum einen natürlich im Schwaben-Derby. Da passt es doch, dass es keine Zuschauerbegrenzung mehr gibt und so mit vollem Haus gerechnet werden kann. Zum anderen ist dies (neben Göttingen gegen Hamburg) eines von zwei Playoff-Duellen des 29. Spieltags. Mehr noch: Ludwigsburg ist Dritter, Ulm Vierter – für beide Mannschaften geht es also darum, Punkte für den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde klarzumachen. Ein besonderes Spiel wird es auch für Per Günther sein, steht für die Ulmer Vereinslegende doch das – zumindest in der Hauptrunde – letzte Schwaben-Derby an. Und Per scheint immer gern gegen Ludwigsburg gespielt zu haben: 22 Siege hat er gegen den Lokalrivalen eingefahren, in seiner BBL-Laufbahn ging er nur gegen Oldenburg (26 Siege) öfter als Gewinner vom Parkett.
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Das letzte Niedersachsen-Derby für Rickey Paulding: Donnervögel empfangen Löwen
Von den vergangenen zehn Partien haben die EWE Baskets Oldenburg sieben gewonnen und so die akuten Abstiegssorgen verscheucht. Mittlerweile steht die Bilanz zu Hause bei sieben Siegen und sieben Niederlagen – und es bleiben lediglich drei Heimspiele, damit die Fans der Donnervögel ohne Corona-Beschränkungen Abschied nehmen können von Rickey Paulding. Am Samstag steht für Mister Oldenburg das letzte Niedersachsen-Derby auf dem Programm. Mit 12,6 Punkten in 34 Duellen mit den Löwen liegt Paulding leicht unter seinem Karriereschnitt von 13,6 Zählern. Doch der 39-Jährige ist derzeit gut drauf, was seine durchschnittlich 15,6 Zähler in den vergangenen sieben Partien unterstreichen.
Noch besser drauf ist Max Heidegger. Dass der Guard unter Ingo Freyer die Lizenz zum Schießen hat (wie viele seiner Teamkollegen in diesem offensivfreudigen System auch), hat sich längst in der Liga herumgesprochen. Doch zum Saisonende läuft Heidegger richtig auf Hochtouren, hat in drei seiner letzten sechs Partien die Marke von 30 Zählern geknackt, greift mit 19,1 Punkten die Topscorer-Krone an (die T.J. Shorts mit 20,6 PPG trägt) und wirft dabei auch seinen Namen bei der Auszeichnung zum besten Offensivspieler in den Ring. Womit sich die Braunschweiger natürlich die Frage stellen, wie man den Oldenburger Topscorer verteidigt. Setzt man einen bulligen Point Guard wie Tookie Brown auf ihn? Agiert man durch die Tischler-Zwillinge Brandon und Nicholas mit Länge gegen Heidegger? Oder setzt Jesus Ramirez auf eine Mischung dergleichen und denkt dabei auch noch an David Krämer?
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Hamburg und Göttingen: Tabellennachbarn im Kampf um die Playoffs
Die Hamburg Towers als Siebter und die BG Göttingen als Achter mögen Tabellennachbarn mit der gleichen Bilanz sein (jeweils 15-12 Siege), doch die Tendenz beider Teams verläuft ganz unterschiedlich. Die Towers sind seit drei Partien ungeschlagen und ballerten nach Heidelberg (100:76) auch Crailsheim (113:63) aus der Halle, wobei der 50-Punkte-Erfolg ein Saisonrekord war. Die Göttinger hingegen haben vier ihrer vergangenen fünf Spiele verloren, drei davon mit zweitstelliger Differenz. Beim jüngsten 76:72-Erfolg gegen den Tabellenletzten aus Frankfurt hatten die Veilchen so ihre Mühe.
Bei Göttingen hat sich das Fehlen des Topscorers und MVP-Kandidaten Kamar Baldwin bemerkbar gemacht. Mit Jeremiah Martin wurde aber ein NBA-erfahrener Guard geholt, der von 2020 bis 2021 auf 21 Einsätze samt Playoff-Auftritten für die Brooklyn Nets kommt. Und Martin muss nun liefern und die Offensive in Schwung bringen, schließlich laufen die Veilchen bei anhaltender Formschwäche Gefahr, noch von Bamberg vom achten Platz verdrängt zu werden. In seinem ersten beiden Spielen ließ er sein Können aufblitzen, beide Male war er Göttinger Topscorer (mit 16 bzw. 24 PTS). Auf der Gegenseite scheinen die Towers die Formkrise bzw. Verletzungspause von Caleb Homesley gut wegzustecken – was vor allem an Justus Hollatz liegt. Der deutsche Nationalspieler war zuletzt der Fixpunkt der Towers-Offensive. Das unterstreichen seine durchschnittlich 10,8 Punkte und 11,8 Assists in den vergangenen vier Ligapartien.Im Eurocup unter der Woche allerdings fielen neben Zach Brown sowohl Hollatz (Erkältung) als auch Homesley (Rückenbeschwerden) aus.
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Aufsteigende Bamberger empfangen absteigende Chemnitzer
Brose Bamberg hat sich mit vier Siegen in Folge an die Playoff-Ränge herangepirscht. Zwar haben die Oberfranken bei einer Bilanz von 13-14 Siegen zwei Niederlagen mehr als der Siebte Hamburg und der Achte Göttingen, aber zumindest die Göttinger schwächeln mit zuletzt vier Niederlagen mächtig, und auch die NINERS Chemnitz als Sechster (16-10) haben von ihren vergangenen fünf Spielen vier verloren. Ein Sieg gegen Chemnitz würde die Hoffnungen nähren, dass für Bamberg noch was geht.
Neben Nelson Weidemann (2019/20 in Bamberg) kehrt dabei auch Big Man Darion Atkins nach Bamberg zurück, wo er in der Saison 2019/20 zu Weihnachten nachverpflichtet wurde, mit durchschnittlich 5,8 Punkten und 3,8 Rebounds aber nicht überzeugen konnte und in der Corona-Pause bereits wieder aussortiert wurde. Nun hat er Gelegenheit, an alter Stätte zu demonstrieren, dass es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen.
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Crailsheim empfängt den Aufsteiger: Verspielen die Merlins gegen Heidelberg die Playoffs?
Sowohl die HAKRO Merlins Crailsheim als auch die MLP Academics Heidelberg haben sich zuletzt dem Niemandsland zwischen Playoff-Rängen und Abstiegskampf genähert, aber die Gastgeber eben von oben und die Gäste von unten. Während Heidelberg zuletzt die wichtigen Duelle gegen Frankfurt und Gießen gewonnen und sich damit der Abstiegssorgen entledigt hat, lief es bei Crailsheim genau umgedreht: Niederlagen gegen die Playoff-Konkurrenten Hamburg und Bamberg sowie gegen das Kellerkind aus Weißenfels gefährden das Erreichen der Postseason.
Crailsheims Coch Sebastian Gleim machte nach der 50-Punkte-Pleite in Hamburg deutlich, dass seine Mannschaft aktuell „nicht auf solch einem Level mithalten kann". Denn die Merlins mussten zuletzt nicht nur das Saisonaus von T.J. Shorts verkraften, sondern auf einige weitere Rotationsspieler verzichten. Immerhin kehrten Fabian Bleck und Maurice Stuckey gegen den MBC zurück, die Verletzung von Terrell Harris erwies sich als nicht so schwerwiegend. Jedoch fehlten Jon Axel Gudmundsson (Zerrung) und Boggy Radosavljevic (Herzprobleme nach Coronainfektion). So ersatzgeschwächt wird es schwer, sich wieder in die Playoffplätze zu hochzuarbeiten.
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Gießen gespannt: Welche Aufstellung schickt München?
Der FC Bayern München befindet sich am Ende des Nachholspiel-Marathons. Nachdem das Team von Andrea Trinchieri am vergangenen Wochenende erstmals zwei Partien in weniger als 24 Stunden absolvieren musste, wartete diese Woche mit drei Euroleague-Spielen gleich das nächste Novum. Das Spiel in Gießen ist die sechste Partie binnen zehn Tagen und das vierte Auswärtsspiel dieser Woche. Wird der Tabellenzweite nach den Reisestrapazen mit einer ähnlichen Formation wie in Oldenburg antreten?
Aber Augenblick mal: Die Bayern in Gießen mit der zweiten Garde? Das kommt uns bekannt vor! Vergangene Saison schonte München zwei Tage nach dem historischen Sieg über Zalgiris Kaunas zum Playoff-Einzug auch einige Stammspieler – dazu fehlte Andrea Trinchieri aus familiären Gründen. Die Hessen nutzten die Chance und schlugen die Bayern in einem 95:94-Krimi zum ersten Mal in der Vereinshistorie. Wiederholen sich diese Ereignisse nur 372 Tage später vielleicht? Für die 46ers wäre ein solcher Coup enorm wichtig, um die Distanz von vier Siegen auf das rettende Ufer zu verkürzen.
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Letzter gegen Erster: Duell der Gegensätze zwischen Frankfurt und Bonn
Die FRAPORT SKYLINERS und die Telekom Baskets Bonn sind ähnlich lange in der Liga (seit 1999 und seit 1996), waren früher regelmäßige Playoff-Teilnehmer, schwächelten aber zuletzt. Als die Hauptrunde 2019/20 abgebrochen wurde, stand Frankfurt auf dem 14. und Bonn auf den 15. Platz, vergangene Saison war Frankfurt am Ende Elfter und Bonn stand auf dem 13. Platz – diese Saison aber ist es ein Duell der Gegensätze, denn Bonn ist Erster und Frankfurt Letzter.
Insgesamt 56. Mal standen sich die beiden Traditionsmannschaften gegenüber, Bonn führt dabei knapp mit 29:27. Zweimal traf man sich im Playoff-Halbfinale, beide Male ging es über die vollen fünf Spiele: 2004 setzte sich Frankfurt durch, 2008 revanchierte sich Bonn mit einem 75:74-Krimisieg im Entscheidungsspiel. Nun können die Baskets den langjährigen Konkurrenten weiter Richtung Abstieg schicken. Denn im Gegensatz zum Rivalen aus Gießen haben die Frankfurter keine Nachholspiele mehr, somit müssen in den letzten sechs Spielen wohl fünf Siege mehr als die Wölfe geholt werden, die mit acht Punkten vorne liegen und den direkten Vergleich gewonnen haben. Übrigens: In Bonn wird man sich bestimmt daran erinnern, dass Frankfurt die BBL-Lizenz 1999 von den Lokalrivalen aus Rhöndorf übertragen bekam ...
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Endlich gewinnen statt nur dran sein: Wölfe empfangen Berlin zum Ostderby
In den vergangenen Spielen war der SYNTAINICS MBC gegen derzeitige Playoff-Teams immer in Schlagdistanz: Gegen den Tabellenführer Bonn setzte nach einem grandiosen Comeback eine 85:90-Niederlage, bei den Topteams Ludwigsburg (75:77) und Ulm (82:83) zogen die Wölfe denkbar unglücklich den Kürzeren. Zuletzt feierte der MBC in Crailsheim einen 93:90-Crunchtime-Erfolg. Haben die Mitteldeutschen nun im Ostderby gegen Berlin und damit gegen ein Spitzenteam auch das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite? Die Historie spricht dagegen: In der seit der Saison 1998/99 geführten digitalen Datenbank führt ALBA BERLIN nach 31 Spielen eindeutig mit 29:2.
Bei Centern und Power Forwards schaut man gerne zuerst auf die Rebounds, aber bei Goran Huskic (MBC) und Luke Sikma (ALBA) lohnt auch der Blick in die Spalte „Assists". Der Weißenfelser Center (4,6 APG) und der Berliner Power Forward (5,4 APG) sind nämlich ligaweit die Big Men mit den meisten Korbvorlagen. Auf dem dritten Platz in der Liste der Big Men folgt mit deutlichem Abstand Bambergs Akil Mitchell (2,8 APG).
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Bayreuth empfängt Würzburg: „Wir wollen einfach noch mal ein bisschen Spaß haben!"
Sowohl medi bayreuth als auch s.Oliver Würzburg haben mindestens 20 Punkte, die in der Regel für den Klassenerhalt reichen. Und nach oben Richtung Playoff-Ränge geht auch nicht mehr viel (beide Teams haben fünf Niederlagen mehr als der Achte Göttingen). Aber was nach fehlender Brisanz klingt, ist in diesem Fall eher zweitrangig: Denn hier geht es um ein Frankenderby, und es gibt keine Beschränkungen mehr für die Fans. Die sollten sich die Worte von Raoul Korner zu Herzen nehmen: „Wir wollen einfach noch mal ein bisschen Spaß haben!"
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Aktuelles Basketball-Geschehen auf einen Blick
Auch in dieser Saison versorgen wir die Basketball-Gemeinde wieder mit unseren wiederkehrenden Rubriken:
- Im täglichen Pressespiegel gibt es jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten aus der deutschen Basketball-Welt.
- Bei „easyCredit BBL goes Europe" fassen wir immer die Partien unserer Clubs auf europäischem Parkett zusammen - jeden Morgen alle Boxscores und Highlights auf einen Blick.
- Und bei „on the road" blicken wir dienstäglich auf unsere Nationalspieler im Ausland - wie liefen die letzten Tage in NBA, NCAA und Euroleague für die deutschen Akteure?
Tabelle
Medieninformationen: easyCredit Basketball Bundesliga, Presseabteilung, vom 08.04.2022.