Pedro Calles gegen seinen Playoff-Fluch und den alten Klub: Vechtas Offense bläst zum Sturm auf die Berliner Mauer

Die besondere Brisanz: Vechtas Trainer Christian Held geht mit RASTA Vechta in seine erste Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Auch Pedro Calles, Headcoach bei ALBA BERLIN, feierte sein Playoff-Debüt 2019 mit Vechta und führte den damaligen Aufsteiger mit 3-1 gegen Bamberg sensationell ins Halbfinale (0-3 gegen München). In späteren Jahren aber wurden die Playoffs für den Spanier zum Albtraum. 2021 und 2022 schied er mit Hamburg gegen Berlin bzw. Bonn und 2023 mit Oldenburg gegen Ludwigsburg jeweils gleich im Viertelfinale sang- und klanglos mit 0-3 aus. Im Vorjahr führte Calles ALBA zwar nach seiner Amtsübernahme im März noch vom 12. Platz in die Playoffs, wo aber erneut im Viertelfinale mit 0-3 gegen Ulm Endstation war. Beendet Calles jetzt nach fünf Sweeps in Folge (0-15 Siege) seinen Playoff-Fluch ausgerechnet gegen seinen ersten BBL-Club, mit dem er außerdem 2019 seine einzige und bisher letzte Playoff-Serie gewonnen hat?

Duelle im Fokus: Neben Alonzo Verge (mit 18,2 PPG zweitbester Scorer der Liga), der mit 6,5 Assists die Assist-Statistik anführt, punkteten für RASTA in den letzten Wochen auch TJ Bamba und Tevin Brown regelmäßig zweistellig. Am Dienstag beim Play-In-Sieg gegen Trier glänzte zudem die Nachverpflichtung Malik Parsons mit einer Saisonbestleistung von 24 Punkten. Zwar haben die Berliner gegen diese imposante Firepower im Backcourt genügend defensive Gegenmittel wie Jonas Mattisseck, Jack Kayil, Malte Delow oder Sam Griesel in ihrem Arsenal, aber wer nun gegen wen funktioniert, wird sich vielleicht erst im Verlauf der Serie herauskristallisieren und spannend zu verfolgen sein. Im Frontcourt ist Vechta – abseits vom Duell der 2,18-Meter-Riesen Tibor Pleiß und Norris Agbakoko – mit Philipp Herkenhoff größer, mit TJ Bamba (zuletzt auch oft auf der Vier zu sehen) aber kleiner aufgestellt als Berlin, was zu interessanten Mismatches auf den Positionen drei und vier führen könnte. In den beiden Punktspielen waren bezeichnenderweise Justin Bean und Moses Wood Berlins Topscorer gegen RASTA. Ein spannendes Duell ist natürlich auch das der alten Hasen Martin Hermannsson und Tommy Kuhse auf der Eins.

Im Blick des Bundestrainers: Der in Berlin groß gewordene Jack Kayil verließ ALBA im Sommer 2023 in Richtung Vechta, weil er dort neben der NBBL in der ProA spielen konnte anstatt in Berlin für Lok Bernau in der ProB. Wie 2023 mit ALBAs U19 gewann er 2024 – bei diesem zweiten Titel als MVP – auch mit Vechta die NBBL. Nach einem Wechsel zum von seinem Agenten in Belgrad protegierten Club (Mega Basket) kehrte der Nationalspieler im vergangenen Sommer auf Leihbasis zwar nur für eine Saison in seine Geburtsstadt Berlin zurück, aber der Move erwies sich für beide Seiten als Gewinn. Kayil ist mit seiner Unberechenbarkeit auf der Eins in Berlin ein perfekter Partner für den umsichtigen Martin Hermannsson. Als bester Nachwuchsspieler der easyCredit BBL und der Basketball Champions League steigerte der 20-Jährige seinen Bekanntheitsgrad so stark, dass Spekulationen aufkommen, ob er im Sommer vielleicht nicht erst ans College (Gonzaga), sondern gleich in die NBA wechselt.

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Medieninformation: easyCredit BBL