Beiträge von Plektrum

    Lo und Radosevic haben Ausstiegsklauseln für die EL, das hat Rolf Beyer bereits bestätigt. Bei Heckmann und Taylor gehe ich nicht davon aus, dass solche Klauseln in den Verträgen stehen.

    Die Personalie Rubit ist in der Tat in dieser Hinsicht interessant. Beyer sprach davon, dass bis auf 2-3 Ausländer der Kader steht und nannte in diesem Zuge lediglich Hackett als jemand, den man gerne halten würde, der aber eine Klausel im Vertrag hat.

    Was natürlich nicht bedeuten muss, dass nicht plötzlich ein anderer Klub mit Geld wedelt und es für Bamberg keinen Sinn mehr macht, auf Erfüllung des Vertrages von Rubit zu pochen. Ich gehe aber davon aus, dass Rubit bleibt, wie Taylor und Heckmann auch. Die Hand ins Feuer legen würde ich bzgl Rubit aber nicht.

    die Angebote kommen schon noch ...

    Das glaube ich auch. Hackett ist bei aller Liebe kein Spieler, um den die EL-Top Teams ihren Kader bauen. Er wird bei einem Klub mit Final Four Ambitionen eher eine Rolle einnehmen, die ähnlich zu der Rolle von Causeur bei Madrid ist. Und die Top Teams werden erst mal die dicken Fische an Land ziehen wollen.


    Als Bamberger ist zu hoffen, dass die Ablöse diesmal höher ist, als es bspw. bei Causeur der Fall war.

    Eurohoops hat eine Aufstellung der Prämien in Eurocup und Champions League. Der Eurocup liegt insgesamt betrachtet knapp vorne.

    Von der 1 Million € Prämie für den Sieg der CL haben auch nur die Klubs wirklich was, die das Final Four nicht ausrichten. Denn dem Ausrichter entstehen Kosten in Höhe von ca. 500.000€. Für den Eurocup Sieg gibt es 450.000€.

    Die Frankfurter Teilnahme am Eurocup hat auch mich sehr überrascht, da Frankfurt über die Personalie Kamil Nowak immer sehr eng mit der FIBA verbunden war. Möglicherweise will die ECA hier schonmal vorbauen, weil in Frankfurt die Pläne für eine neue Halle bereits sehr konkret sind. Vielleicht hatten sie aber wirklich nur das Glück, da Oldenburg -im Glauben der sicheren CL-Teilnahme- keine Bewerbung für den EC eingereicht hatte und deshalb auch kein Thema war (Oldenburg war 7., also vor Frankfurt in der Tabelle).


    Es wäre interessant zu wissen, welche Benefits die Vereinbarung für Bamberg mit sich bringt: gibts es jährlich einen festen Betrag für Bamberg? Gibt es die Zusage bei Qualifikation das Final Four austragen zu dürfen? Bekommt Bamberg eine höhere Antrittsprämie als andere Teilnehmer? Wieso gehe ich eine Vereinbarung über fünf Jahre ein, um in einem Wettbewerb anzutreten, für den ich mit Erreichen der BBL-Playoffs ohnehin qualifiziert bin?

    Bamberg muss sich laut Aussage von Beyer weiterhin sportlich qualifizieren, zur Not über die Quali-Runde. Das impliziert für mich, dass Bamberg an Bedingungen hinsichtlich des Abschneidens in der BBL gebunden ist. Wo ist denn da für Bamberg der Vorteil?


    Ich lasse den Punkt der "finanziellen Gesundung" nur bedingt gelten, es sei denn man hätte in Wirklichkeit noch weit größere Einbußen als die genannte 6-10 Millionen und die Konsolidierung dauere weitaus länger, als die von Beyer genannte kommende Saison. Denn wie Motuler schreibt, es ist jede Saison aufs Neue möglich zu entscheiden, in welchem Wettbewerb man antreten will. Man merkt der Etat der kommenden Saison entwickelt sich nicht wie gewünscht, Bamberg ist aber für den EC qualifiziert da am Ende der 4. Platz in der BBL steht, dann gehts eben Champions League, falls die Angst herrscht, Kanonfutter im EC zu sein.


    Ich kann mir das Vorgehen auch nur über gekränkte Eitelkeiten erklären, welche aber bei Entscheidungen über die strategische Ausrichtung eines Sportklubs ein denkbar schlechter Ratgeber sind. Die Art und Weise wie Beyer die Statements abgelesen hat, wirkte auf mich trotzig und ein Stück weit auch beleidigt.

    Beim Thema "Überlegungen anderer Klubs, sich von der ECA abzuwenden" ist auch verdammt viel konjunktiv dabei. Für die kommende Saison hat sich gar nichts pro FIBA verschoben, in Frankreich und Italien spielt eigentlich alles mit Rang und nahmen EC oder EL. Möglicherweise werden diese Überlegungen tatsächlich konkreter, aber fünf Jahre ist im Basketball (allgemein im Sport) eine sooo lange Zeit und wer weiß ob es diese Überlegungen in 6-8 Monaten überhaupt noch gibt.


    Gut, die Entscheidung ist getroffen, ich kann sie nicht ändern. Aber -wie einige Andere hier im Forum- verstehen kann ich sie nicht. Wenn die EL schon nicht reicht, um weitere Sponsoren unabhängig von Brose zu akquirieren, werden sie bei CL-Teilnahme erst recht nicht Schlange stehen.


    Summa summarum: wenn die CL sich wirklich stark verbessert (und da ist einiges zu tun), kann Bamberg vielleicht den Status Quo erhalten. Wenn nicht, ist das wahrscheinlich der erste Schritt ins Mittelmaß. Und das ist schade, denn das hatte sich vor wenigen Monaten noch ganz anders angehört.

    Mike Körner und Alex Dechant haben bei Rolf Beyer angerufen und mal nachgehakt (ab Minute 7). Im Großen und Ganzen aber die gleichen Aussagen wie auf der PK:


    Champions League entwickelt sich gut; man freut sich, dass die Champions League sich um Bamberg bemüht hat; kann jetzt endlich Spieler für die Nati-Fenster abstellen usw. Es gibt ein paar lose Überlegungen von anderen Klubs in Richtung FIBA zu gehen, aber konkret ist da gar nichts und es bestehe natürlich die Gefahr, am Ende des Tages dann alleine dazustehen. Dann das Thema Konsolidierung, da Fehler gemacht wurden; man möchte die Abhängigkeit von Brose verringern etc.


    Ich verstehe die Entscheidung aber immer noch nicht, da für mich bspw. die Aussagen, Spieler für die Fenster abzustellen, einfach kein Grund sind, sich als Klub die Teilnahme an den besten internat. Wettbewerben zu verbauen. Wer weiß wie lange es die FIBA CL überhaupt noch gibt. Am Ende ist in drei bis vier Jahren Schluss und man hat es sich mit der ECA endgültig verschi****.


    Zur Trainerfrage: der Coach muss Bamberg und Baunach enger verbinden, gewillt sein, mit jungen Spielern zu arbeiten und v.a. diese dann im Spiel auch einzusetzen. Dafür werden auch die sportlichen Ziele heruntergeschraubt. Ich interpretiere das so, dass die Meisterschaft erstmal kein Thema bzw. zumindest keine Zielsetzung mehr ist in den nächsten Jahren.


    Man möchte Spieler die athletisch sind, Biss haben und aggressiv spielen. Stuckey sieht Beyer hierfür als eine Art Prototyp.

    Motuler danke! Du sprichst mir aus der Seele. Sämtliche Ambitionen der letzten zwei, drei Jahre werden komplett aufgegeben. Weil man Planungssicherheit möchte? Sorry, aber erwartet man in den nächsten Jahren regelmäßig die Playoffs zu verpassen? Denn wenn man unter die ersten 4-7 kommt, hat man doch sowieso die Möglichkeit in der CL anzutreten (oder im EC...). Das Geld das man bekommt, weil man sich für fünf Jahre an die FIBA bindet (ich gehe davon aus, dass Geld fließt, sonst brauch ich keine Vereinbarung, sondern kann mich einfach sportlich qualifizieren), kann der Club dann bei Spielern und Trainern draufpacken. Denn Qualitätsspieler und -trainer werden entsprechend mehr verlangen, da international keine Möglichkeit besteht, nach "oben" zu kommen. Dann will man mal wieder keine Ausstiegsklauseln in den Verträgen haben (Ausnahme: NBA)...ich bin gespannt, wen man unter diesen Voraussetzungen so aus dem Hut zaubbert.

    Bisher hielt ich die Gerüchte bezgl. dem CL-Vertrag für einen schlechten Scherz. Ich bin bedient.