Bamberg Baskets - Trainerdiskussion

  • Bei Michael Stoschek hat die "Droge Basketball" die volle Wirkung erzielt. Ja, es besteht eine Basketball-Sucht. Ich erinnere mich an folgende Begebenheit:

    Nach einem wirklich spannenden PO-Spiel in Ulm mit tobender Halle, umstrittenen SR-Pfiffen, Sekunden-Entscheidungen, lief er sichtlich glücklich (Sieg für Bamberg) und auch gezeichnet von Enthusiasmus durch die Halle. Er sah mich, kam auf mich zu, gab mir die Hand und fragte nur völlig platt und zufrieden: "Wie können Sie sowas nur Jahrzehnte aushalten?". Der Bamberger Basketball hatte ihn am Wickel gepackt.

    Wenn die Firma nach zehn Jahren Sponsering mit ca 130 Mio€ aussteigt, dann hat das seine guten Gründe. Das verbietet aber nicht sein privates Engagement ohne in der Öffentlichkeit aufzutreten.

    Die Geschichte von Gavel hat allen gezeigt, wer die Hosen im Bamberger Basketball anhat; nicht Höhne, nicht BMA365. MS gibt die Richtung an.

    Das Drama um den Trainer hat ihn persönlich dermaßen empört, daß er selbst die Öffentlichkeit gesucht hat. Seine Aussagen und die Reportage von BILD haben kein gutes Licht auf die Bayern geworfen. Es wird eine Lösung geben, deren Ergebnis wir aber nicht mehr erfahren; nur, daß Gavel nach MUC gehen wird.

    Herr Stoschek will irgendwann mal die CL gewinnen. Er hat die Erfahrung gemacht, daß ein großer Etat und teure Spieler allein keine Erfolge bringen. Wart mers ab ...

    Besser als der Corona-Virus ist der Basketball-Virus allemal!

  • Mailmann ich verstehe schon was du meinst.


    Das Stoschek ein emotionaler Mensch ist, der auch seine Meinung dann so ausspricht, das wissen wir. Aber ich kann mit seiner Vergangenheit eben nicht mit ihm ganz konform gehen.

    Ich bin ihm dankbar, was er für Bamberg mit geleistet hat. Ohne ihn hätten wir nie die finanziell Erfolgreichsten Phasen erlebt, oder die Kostenübernahme für das Spiel 5 in Berlin. Das zeigt, das er dem Sport verbunden ist.


    Aber er hat auch viel Schaden verursacht. Sponsoren, die keinen Bock mehr auf Bamberg haben. Oder die komische Begründung, das Brose kein Sportteam besitzen darf (So ein Unternehmen hat Topjuristen, da war so ein Punkt dann gänzlich unbekannt vor der Übernahme?) Nicht jede Entscheidung die er trifft, war gut für Bamberg. Das darf man dann auch kritisch ansprechen. Mir wird das viel zu sehr auf die aktuelle Sichtweise der Gavel Thematik zurechtgerückt, wie man es in der Ablehnung gegen Bayern braucht.


    #trashtalk welche Optionen besaß er denn, als sein Vertrag in Ulm ausgelaufen ist? Finanziell war er dort schon bei einer Topadresse, da wären nur noch Berlin und Bayern in Deutschland in Frage gekommen oder ein Auslandsspot. Für die EL Teams hatte er außer denn Überraschungstitel nichts vorzuweisen. Er hat aber auch 3 kleine Kinder, wo er ebenfalls entscheiden muss, ob diese mit ins Ausland gehen oder in Deutschland groß werden. Da ist Bamberg natürlich aus privater Sicht die bessere Option, wenngleich eine Verlängerung in Ulm sportlich das sinnhafteste gewesen wäre. So konnte er aber für 3 Jahre erstmal die Sicherheit haben, das diese, Erfolg natürlich eingeschlossen, nicht dauernd denn Standort wechseln müssen. Jetzt mit München bietet sich ihm die Chance, seinen EL Traum zu erfüllen und zeitgleich die Familie auch halbwegs unter einen Hut zu bringen. Dazu sind die Kinder dann, einer ebenfalls 2-3 jährigen Tätigkeit vorausgesetzt, groß genug und selbstständiger, was einen Wechsel ins Ausland für ihn einfacher macht.


    Ich glaube wir dürfen uns nicht zu sehr nur auf die sportliche Sichtweise versteifen, auch Privat möchte ich hier einen Vater erleben, dem das bei der Entscheidung nicht zu denken gibt. Ich würde dem Verein auch denn Rücken kehren, wenn meine Familie darunter leiden würde. Je nachdem wie Gavel zu seiner Familiären Situation steht, wird er seine sportlichen Entscheidungen danach mit ausrichten. Leider wissen wir eben nicht, was alles zu seiner Entscheidung geführt hat, das kann nur er

  • Wann möchte Stoschek die CL gewinnen? Wer weiß wann wir uns wieder qualifizieren. Dann sollte er jetzt angreifen 💪🏻

  • Wenn ER irgendwann mal die CL gewinnen wird, wo die Baskets jetzt erst sich qualifizieren konnten, müsste er doch eigentlich "jetzt erst recht" die Baskets unterstützen und zwar privat, wenn sein "Ex-Unternehmen" kein Geld mehr zur Verfügung stellt.

    Seine Empörung sei ihm ja gestattet - aber empört waren und sind wir doch alle; aber deswegen kündigt doch hoffentlich niemand die Dauerkarte, Herr Stoschek jedoch watscht die Baskets mit ab und entzieht ihnen seine Gunst.

    Das bedauere ich und empfinde seine Entscheidung als falsch, verbunden mit der Hoffnung, dass er sie noch widerruft.

    P.S.: Schön dass du dich mal wieder hier meldest und auch einbringst, viele haben dich vermisst, ich auch.

    BMA365_Bamberg_Baskets

    Edited once, last by Erich (June 22, 2026 at 2:05 PM).

  • Mehr oder weniger das, was hier im Forum schon 20 mal geschrieben wurde.
    Der Vertrag ist nur wirksam und befristet, falls eine schriftliche (nicht digitale) Unterschrift vorliegt oder eine qualifizierte digitale Unterschrift. Sonst ist der Vetrag unbefristet. Es sind aber keine Infos bekannt, was bei Gavels Vertrag passiert ist. Der Fall mit Zehndner (der Handballer) ist nicht vergleichbar. Es bleibt also abgesehen von einer außergerichtlichen Einigung, nur der Weg über‘s Gericht. Das sollte aber weder in München‘s, noch in Bambergs Interesse sein. Nicht viel neues, außer dass man so argumentieren könnte:

    Diese Regel dient eigentlich dem Schutz „einfacher“ Arbeitnehmer, nicht Profisportlern, „damit eine Befristung nicht vorschnell abgeschlossen wird. Durch die Schriftform ist die Hürde für den Arbeitgeber höher. An diesem Punkt könnte man ansetzen mit der Argumentation, dass § 14 Abs.4 TzBfG nach dem Sinn und Zweck auf den Profisport keine Anwendung finden sollte.“

    (Rechtsanwalt Jann Brauner)

  • Ich versuche es mal transparent (ohne eigenen juristischen Hintergrund)

    Die zentrale Rechtsfrage

    Für befristete Arbeitsverträge verlangt das deutsche Recht grundsätzlich die Schriftform (§ 14 Abs. 4 TzBfG).

    • Eine einfache digitale Signatur reicht möglicherweise nicht aus.
    • Nur eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) kann die gesetzliche Schriftform ersetzen.
    • Ob eine solche QES bei Gavel verwendet wurde, ist bislang nicht bekannt.


    Mögliche rechtliche Folgen:


    Fall 1: Die digitale Unterschrift genügt

    Dann gilt:

    Der Vertrag ist wirksam bis Sommer 2027 befristet. Gavel kann nicht einfach kündigen. Ein Wechsel nach München wäre nur mit Zustimmung Bambergs oder gegen eine Ablöse möglich.


    Fall 2: Die digitale Unterschrift genügt nicht

    Dann gilt wahrscheinlich:

    Nicht der ganze Vertrag ist unwirksam. Nur die Befristung fällt weg. Der Vertrag wird dadurch zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Dann könnte Gavel den Vertrag ordentlich kündigen und nach Ablauf der Kündigungsfrist wechseln.


    Der Bamberger Sportrechtler Jann Brauner weist darauf hin, dass die gesetzlichen Regeln eigentlich geschaffen wurden, um "normale" Arbeitnehmer zu schützen. Man könnte daher argumentieren:

    • Profisport ist ein Sonderfall.
    • Im Profisport werden Verträge häufig digital abgeschlossen.
    • Deshalb sollte die Vorschrift über die Schriftform möglicherweise anders ausgelegt werden.

    Ob Gerichte dieser Argumentation folgen würden, ist aber offen.

    Wenn keine Einigung erzielt wird, bleibt wahrscheinlich nur eine Feststellungsklage beim Arbeitsgericht. Dort würde folgendes geklärt werden: Ist die Kündigung von Anton Gavel ob des tatsächlich geleisteten digitalen Unterschrift wirksam oder nicht? Da gibt es zwei Handlungsfelder: War es QES oder nicht und ist Profisport anders zu behandeln als ein normaler Arbeitsvertrag, weil z. B. gängige Praxis.

    Der gesamte Fall hängt letztlich daran, ob die digital erfolgte Unterschrift die gesetzlich vorgeschriebene Schriftform für einen befristeten Arbeitsvertrag erfüllt (QES) oder nicht (z. B. Scan, Apple-Pencil oder per Touch). Davon hängt ab, ob Gavel bis 2027 an Bamberg gebunden ist oder den Verein kurzfristig verlassen kann.

    Ich sehe uns schon Geschichte schreiben wie damals ein gewisser Herr Bosmann und wir mit Pekka Markkanen einen der ersten Bosmänner (m,w,d) im Profisport eingesetzt haben.

    Bamberg a good place to make history!

  • Da muss ich dich, Christian, in Sachen Unterschrift leider korrigieren:

    Quote

    Eine Ausnahme gibt es noch bei der digitalen Unterschrift: Nach § 126a des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) kann die gesetzliche Schriftform durch die elektronische Form ersetzt werden. Dies erfordert aber zwingend eine qualifizierte elektronische Signatur (QES). Ob diese im Fall Gavel vorliegt, ist nicht bekannt.

    FT

    BambergBaskets1

  • Habe jetzt nicht alle 95 Seiten durchgelesen, da es sich quasi alles immer wieder wiederholt hat. Daher weiß ich nicht, ob es schon erwähnt wurde.

    Das Interview hat mir dahingehend was gebracht, weil ich den Unterschied Arbeitnehmer/Profisportler bzw. -trainer gar nicht so auf dem Schirm hatte. Das wäre wieder ein Argument für die Baskets Seite.

    Was das Arbeitsgericht letztendlich entscheidet ist dann aber teilweise Glückssache. Da gibt es schon einige komische Urteile