Bayreuther Basketball in alten Zeiten und heute

  • Ich packs mal hierhin (weil Bayreuth mittlerweile in der Pro A gelandet ist), einen Bericht aus dem Jahre 2019, 30 Jahre nach den goldenen Bayreuther Zeiten unter dem Clubnamen "Steiner Bayreuth". Dazu wird unser Kollege Bareider als Lokalmatador sicherlich ausführlicher was sagen können, wenn es seine Zeit (hoffentlich) erlaubt:

    Vor 30 Jahren Deutscher Meister | inbayreuth.de
    Dr. Peter-Michael Habermann, Fan des Bayreuther Basketballs seit 1979, seit 1983 Dauerkarteninhaber der jeweiligen Teams und heute Eigentümer eines selbst…
    www.inbayreuth.de


    Leut ich sag euch, das waren richtig fetzige Lokalderbys; leider wars mit dem Glanz der Bayreuther schnell wieder vorbei - es bleibt trotzdem unvergessen, schön wars auch damals schon, unser fränkischer Basketball.

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    Edited once, last by Erich (October 21, 2024 at 10:43 AM).

  • Danke für den Link, Erich, auch wenn ich den Artikel schon kannte.
    Ja, das war eine herausragende Zeit und der Grundstein für eine lange zuschauerträchtige Begeisterung für den Basketball in Bayreuth, selbst wenn es aktuell sportlich und finanziell schlecht läuft. Obwohl man am Tabellenende steht, durfte man am Wochenende beim Heimspiel über 2500 Besucher begrüßen. Angesichts der geringen Qualität der Mannschaft sehr erstaunlich, wie treu die Bayreuther ihrem Basketball zugewandt bleiben.
    Die Meisterschaft bzw. das Double waren herausragend. Mir gefielen aber auch die Jahre nach der Meisterschaft. Unvergessen zum Beispiel ein Sieg im Derby gegen Bamberg, als man mit dem letzten Wurf die Verlängerung erreichte und dort dann aufgrund massiver Foulprobleme nur drei Bamberger auf dem Feld hatte, sodass der gute alte Bruno Roschnafsky, den ich als Center in Erinnerung habe, den Ball bringen musste. Oder mir fallen auch eine Playoffserie gegen Brandt Hagen ein - damals sogar best of seven - in der man Spiel 5 zu Hause verloren hatte (2:3 Stand), Spiel 6 in Hagen gewann (somit 3:3) und dann brannte in Spiel 7 in der Oberfrankenhalle die Hütte. Angeführt von Derrick Taylor und Richard Morton besiegte man die Hagener, die mit Keith Gatlin einen der meiner Meinung nach besten BBL-Spieler aller Zeiten aufzubieten hatten. Unvergessen auch eine Halbfinalserie, in der Richard Morton gegen Alba Berlin kurz vor dem Ende bei plus 3 oder 4 den 1gg0 Fastbreak unverfroren mit dem Dreier abschloss und traf. Da bebte die Halle. Das sind Momente, in denen man Freude und Exstase auf Anschlag erlebt hat. Zu diesen Erinnerungen gehört auch der bis heute höchste Sieg in der Bundesliga überhaupt (110:39 gegen Braunschweig im allerersten Spiel in der Oberfrankenhalle).
    Aber auch bittere Momente gehörten dazu. Der Abstieg Ende der 90er (übrigens mit dem sehr starken Rodrigo Pastore als PG, von dessen Niveau die anderen leider weit entfernt waren). In der 2. Liga gab es ein Heimspiel gegen Chemnitz, in dem man den letzten Angriff hatte und es unentschieden stand. Bayreuth vergibt und aus Reflex wird mit Ablauf der Uhr gefoult, sodass die Gäste an der Linie den Sieg eingefahren haben. Erinnerungen kommen auch an die Saison 08/09 auf, als man im entscheidenden Spiel um den Aufstieg in den letzten Sekunden zwei Freiwürfe hatte bei einem Punkt Rückstand. Beide wurden vergeben und der Aufstieg verpasst. Daran dachte ich übrigens als erstes, als der junge Blunt neulich so bitter gegen Berlin an der Linie scheiterte. Du siehst ich könnte glaube noch eine Stunde weiterschreiben. So viele schöne Erinnerungen und auch bittere Momente, die aber halt dazugehören.

    Danke nochmal fürs Verlinken. Schöne Geste von dir, dass du darauf aufmerksam gemacht hast.

  • Ja, herrlich diese markgräfliche Nostalgie.

    Die geniale Idee der Bayreuther Glanzzeit unter Les Habegger war es ja u.a., den "Göttinger Ansatz" zu kopieren, d.h. einige deutsche Pässe in der Welt des Basketballsports zu finden: Buzz Harnett, Tony Reuss, Jacek Duda. Zusammen mit Bo Dukes und Calvin Oldham las sich das damals ziemlich "amerikanisch" mit Habegger an der Seite. Und dank der Mäzene Steiner konnte man auch die deutschen Matadoren Schorsch Kämpf und Mike Koch einbauen und damit quasi gegen das übermächtige Bayer Leverkusen erfolgreich "all in" gehen. Im Grunde hätte Bayreuth daher ganz bestimmt die Rolle von Alba Berlin in der Entthronung des 14-maligen Dauermeisters vom Rein übenrommen, WENN nur nicht diese Sache mit der deutschen Einheit dazwischen gekommen wäre (so würde ich die Sache kreativ weiterspinnen ....)

    Herrlich. Bitte auch nicht vergessen: Im Bayreuther Meisterjahr stieg ein "großer Name" einfach AB: Bayern München.

  • Mensch Mailmann , du wandelndes Bamberger Basketball-Geschichtsbuch; an diese Zusammenhänge kann ich mich selbst gar nicht mehr erinnern; somit hat sich die Eröffnung dieses Threads schon mehr als gelohnt. Herrlich ist es, in den alten Zeiten zu stöbern, auch in den Hochzeiten der Bayreuther Nachbarn. Trotz der alten Nickeligkeiten und Feindseligkeiten zwischen West- und Ostoberfranken, ich hoffe die kratzen in Bayreuth rechtzeitig die Kurve und gehen nicht noch weiter runter, zwei Clubs in der BBL mit Würzburg und Bambärch sind auf Dauer doch a bissla zu wenig "Fränkische Basketballkunst".

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  • Und jetzt steht Bayreuth in der pro a auf einen Abstiegsplatz! So schnell kann es gehen!

    Genau das meinte ich mit "die kratzen in BT hoffentlich noch die Kurve", ein Abstieg in die Pro B wäre schon hart für die Nachbarn.

    ganz ohne Brose wären wir Bamberger vielleicht auch nicht mehr da wo wir in der BBL sind .................. aber das ist ne andere Geschichte.

    Bin gespannt, obs noch weitere Beiträge über "den Bayreuther Basketball früherer Zeiten" geben wird, ansonsten was meinst du Bareider könnte man den Threadtitel bisschen allgemeiner halten und abändern, ich selbst komm da leider nicht mehr dran ?

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  • Und jetzt steht Bayreuth in der pro a auf einen Abstiegsplatz! So schnell kann es gehen!


    Bin gespannt, obs noch weitere Beiträge über "den Bayreuther Basketball früherer Zeiten" geben wird, ansonsten was meinst du Bareider könnte man den Threadtitel bisschen allgemeiner halten und abändern, ich selbst komm da leider nicht mehr dran ?

    Gerne. Was wäre dein Vorschlag?

  • Ja, herrlich diese markgräfliche Nostalgie.

    Die geniale Idee der Bayreuther Glanzzeit unter Les Habegger war es ja u.a., den "Göttinger Ansatz" zu kopieren, d.h. einige deutsche Pässe in der Welt des Basketballsports zu finden: Buzz Harnett, Tony Reuss, Jacek Duda. Zusammen mit Bo Dukes und Calvin Oldham las sich das damals ziemlich "amerikanisch" mit Habegger an der Seite. Und dank der Mäzene Steiner konnte man auch die deutschen Matadoren Schorsch Kämpf und Mike Koch einbauen und damit quasi gegen das übermächtige Bayer Leverkusen erfolgreich "all in" gehen. Im Grunde hätte Bayreuth daher ganz bestimmt die Rolle von Alba Berlin in der Entthronung des 14-maligen Dauermeisters vom Rein übenrommen, WENN nur nicht diese Sache mit der deutschen Einheit dazwischen gekommen wäre (so würde ich die Sache kreativ weiterspinnen ....)

    Herrlich. Bitte auch nicht vergessen: Im Bayreuther Meisterjahr stieg ein "großer Name" einfach AB: Bayern München.

    Wennst noch weißt, wer im Jahr vor Bayreuths Meisterschaft den Titel geholt hat, dann ziehe ich meinen nicht vorhandenen Hut!

    Bei Schorsch Kämpf meine ich, dass er aber zum Zeitpunkt der Meisterschaft nicht mehr für Bayreuth aufgelaufen ist.

    Problematisch für den Verfall Bayreuths war zudem, dass Namensgeber und Mäzen Steiner das Problem hatte, dass seine Firma wirtschaftliche Probleme bekam, sodass das Engagement zurückgefahren werden musste.

    Ich glaube die Ulmer hatten in der Meistersaison als Aufsteiger Bundesliga gespielt. Ich weiß aber nicht, wie da vorher die Zugehörigkeit war und Ulm zuvor schon mal erstklassig war.

    Gut dass du Bayern erwähnst. Das zeigt, dass nicht nur die Fußballer eine Vergangenheit in den obersten Ligen haben und nicht erst seit 2011 erstklassig waren/sind.

  • Das war zwar alles vor meiner Zeit, aber diese Rivalität hat man schon auch später noch gespürt und die Oberfrankenderbys waren immer ein Highlight. Überhaupt war Franken ein paar Jahre lang wirklich der Basketballhotspot in Deutschland, mit Bamberg, Bayreuth, Würzburg und kurz auch Nürnberg. Es gab ja auch diverse Kooperationen und man hatte wirklich das Gefühl, dass da etwas Großes entstehen könnte. Viel ist davon leider nicht mehr übrig, am ehesten hält noch Würzburg die Fahne hoch. Ich hoffe, dass Bayreuth irgendwann wieder den Sprung in die 1. Liga schafft, Bamberg wieder zu einem Playoff-Team wird und Würzburg weiterhin so gute Arbeit leistet. Damit hier wirklich wieder das Basketballherz schlägt.