14. Spieltag Brose Bamberg - FC Bayern Montag 30.12.2019 20:30 Uhr

There are 73 replies in this Thread. The last Post () by Mastermind00.

  • Mit sehr vielen, nein fast allen Kommentaren hier, gehe ich absolut konform. Nur der Bewertung von Obasohan mag ich mich nicht anschließen. Meines Erachtens ist er schlicht und einfach kein Pointguard sondern könnte richtig eingesetzt sich alleine auf seinen überragenden Zug zum Korb konzentrieren um damit Lücken zu reißen, foultrouble beim Gegner zu kreieren und selbst zu scoren. Von Dawan Robinson hat auch keiner erwartet, dass er den Floor General gibt oder zum Scharfschützen mutiert und wie wichtig er fürs damalige Team war, wird dennoch niemand bestreiten. Also Weidemann ganz klar auf die 1 als Backup und Obasohan gezielt auf der 2 bringen wenn es das Spiel gerade benötigt. JM2C

    Wie soll das nur funktionieren? Niemand geht gegen ihn hart raus zum Close-Out, insofern stockt das Spiel und er kann seine Qualitäten nicht ausspielen, da er keinen Wurf besitzt. Und beim Laufen des Pick & Rolls geht jeder mit zwei Sinnen unter dem Block durch, wodurch auch hier der Weg zum Korb versperrt ist. Die einzige Möglichkeit ist die Isolation - die auch oftmals zu Ende des Viertels genutzt wird, aber ein cleverer Verteidiger hält auch hier so viel Abstand, dass Obasohan nicht vorbeikommen kann, sondern darauf angewiesen ist ihn zu überpowern. Punktuell kann man das schon machen, über längere Perioden zerstört das aber den Fluss des Spiels und lässt die vier übrigen Spieler zu Statisten verkommen. Dementsprechend agieren wir die meiste Zeit mit Obasohan auf dem Parkett zu viert (Offense), was auch gestern ganz gut zu sehen war: Das Pick & Roll zwischen Lee und Marei kam mit Obasohan als SG komplett zum Erliegen, da sein Gegenspieler ohne Bedenken zur Hilfe kommen konnte und unseren Belgier offen hat stehen lassen. Und mit ihm als primären Ballhandler sind die Bayern allesamt abgesunken und konsequent unter dem Block durchgegangen, wodurch er nicht ein einziges Mal seine Athletik im Halbfeld nutzen konnte. Das Resultat ist pure Statik.


    Ich verstehe allerdings den Ursprung deiner Idee und unterstütze absolut die Forderung nach mehr Spielzeit für Weidemann. Nur glaube ich nicht, dass es einen großen Unterschied machen würde, ob Obasohan nun als PG oder SG eingesetzt wird. Falls es nach mir ginge, würde ich folgende zwei Lineups (S5, Bank) nutzen:


    -S5: Lee/McLean/Olinde/Sengfelder/Marei

    -BanK:Taylor/Weidemann/Taylor/Harris/Atkins


    Unsere größte Waffe ich das Pick & Roll zwischen Lee und Marei, das in den letzten Spielen exzellent funktionierte. Mit McLean, Olinde und Sengfelder hätte man drei gute Schützen aus dem Catch & Shoot, die für das notwendige Spacing sorgen. Vorteil im Vergleich zum Status Quo wäre, dass McLean mit der Lineup auch wieder mal offenen Würfe erhalten und sich dadurch Selbstvertrauen sammeln könnte. Nachteilig würde sich auswirken nur mit einem Ballhandler agieren zu müssen, wodurch die Abhängigkeit und das Pensum von Lee noch weiter zunehmen würde.


    Die "zweite Fünf" hätte in der Konstellation mit Taylor und Weidemann zwei Ballhandler gleichzeitig auf dem Parkett, wobei die beiden natürlich auch keine Point Guard sind. Dennoch können sie das Pick & Roll vernünftig laufen, wovon Harris und Atkins profitieren sollten, die bisweilen doch sehr unter der Situation mit Obasohan als Point Guard leiden. Außerdem hätte man dadurch im Backcourt drei gute Werfer, wobei sich zwei davon ihren eigenen Wurf kreieren können, was bei der zuletzt gesehen Statik unserer Bank imminent wichtig wäre und für Spacing sorgen würde. Die Vorteile wären zusammengefasst, dass man die Schnelligkeit von Atkins beim Abrollen im Pick & Roll nutzen könnte, wodurch wiederum mehr Platz für die restlichen Spieler entsteht. Des Weiteren könnte Harris seine Qualitäten im Post besser ausspielen, da ohne Obasohan auf dem Spielfeld nicht mehr mit der Leichtigkeit gedoppelt und/oder geholfen werden kann, wie es derzeit der Fall ist. Generell hätte man enormen Zuwachs an Raum und könnte wesentlich dynamischer im Setplay agieren, so ganz ohne dabei Löcher in den Boden zu dribbeln. Einziger mittelschwerer Nachteil wäre, dass Kam Taylor nach seiner damaligen Versetzung auf die Bank, weg von Paris Lee, so überhaupt nicht perfomed hat und in ein Loch fiel. Das wäre meine Sorge. Ansonsten sehe ich persönlich nur Vorteile.


    Der Optimalfall wäre selbstredend immer noch ein zusätzlicher Point Guard.


    Falls der Beitrag zu sehr Off-Topic sein sollte, könnte man ihn womöglich verschieben, aber prinzipiell gibt es mMn schon auch Berührungspunkte mit dem gestrigen Spiel.

  • Vielen Dank für diese ausführliche Analyse. Allerdings kann ich nicht beschwören bzw. erklären, dass/wie das von mir beschriebene Konstrukt funktionieren würde. Ich respektiere Deine taktischen Überlegungen, denke jedoch selbst mehr aus der Perspektive des Spielers heraus. Wenn ich Retin so beobachte wie er auf dem court auftritt, glaube ich, dass es ihm gut tun würde, ihn für seine zweifellos vorhandenen Stärken zu loben und ihn andererseits nicht mit Spielmacher-Aufgaben zu überfordern. Es geht mir darum das beste aus den vorhandenen Charakteren herauszuholen. Ich erinnere mich noch an ein Euroleague Spiel unter Trinchieri, ich meine es müsste ein Heimspiel gegen Madrid (kann auch CSKA) gewesen sein, als Lucca Staiger in der starting FIVE stand und sofort zwei Dreier am Stück versenkte. An den genüsslichen Gesichtsausdruck von Trinchieri erinnere ich mich noch sehr gerne und gut. Frei nach dem Motto: Ihr habt zwar die besseren Einzelspieler aber wir setzen unsere Stärken smarter ein und sind stolz auf das was wir haben. Das ist das was ich erwarte. Jeden einzelnen mit seinen Stärken in den Vordergrund zu stellen und dadurch das Optimale aus dem vorhandenen Material zu machen.

  • Vielen Dank für diese ausführliche Analyse. Allerdings kann ich nicht beschwören bzw. erklären, dass/wie das von mir beschriebene Konstrukt funktionieren würde. Ich respektiere Deine taktischen Überlegungen, denke jedoch selbst mehr aus der Perspektive des Spielers heraus. Wenn ich Retin so beobachte wie er auf dem court auftritt, glaube ich, dass es ihm gut tun würde, ihn für seine zweifellos vorhandenen Stärken zu loben und ihn andererseits nicht mit Spielmacher-Aufgaben zu überfordern. Es geht mir darum das beste aus den vorhandenen Charakteren herauszuholen. Ich erinnere mich noch an ein Euroleague Spiel unter Trinchieri, ich meine es müsste ein Heimspiel gegen Madrid (kann auch CSKA) gewesen sein, als Lucca Staiger in der starting FIVE stand und sofort zwei Dreier am Stück versenkte. An den genüsslichen Gesichtsausdruck von Trinchieri erinnere ich mich noch sehr gerne und gut. Frei nach dem Motto: Ihr habt zwar die besseren Einzelspieler aber wir setzen unsere Stärken smarter ein und sind stolz auf das was wir haben. Das ist das was ich erwarte. Jeden einzelnen mit seinen Stärken in den Vordergrund zu stellen und dadurch das Optimale aus dem vorhandenen Material zu machen.

    Das ist die Grundidee, die wohl jeder Trainer umzusetzen sucht; die Stärken des Einzelnen gezielt einzusetzen und ins Teamgebilde einzubinden, um die bestmögliche Mannschaft mit den vorhandenen Spielern zu formen. Leider sind die Möglichkeiten von Obasohan so stark beschränkt, dass es sehr schwer wird, ihn erfolgversprechend einzubinden. Ein Spieler, der einfach nichts kann, außer zum Korb zu ziehen, ist nunmal extrem einfach zu verteidigen. Wenn er zusätzlich den Ball gut verteilen könnte, wäre das was anderes. Könnte er von draußen werfen, wäre das auch was anderes. Aber wie Harvey Specter schon schrieb, er kann all das nicht. Er macht die anderen 4 Spieler auf dem Feld schlechter.

    Dein Beispiel in allen Ehren, aber ein Lucca Staiger strahlt einfach Gefahr aus, wenn er auf dem Platz steht. Völlig egal, wo der Ball ist. Er bindet zu jeder Zeit einen Verteidiger. Obasohan strahlt keine Gefahr aus, egal wo der Ball ist.

  • Post by Snake ().

    This post was deleted by MG_: absolutes offtopic, und das obwohl es gerade erwähnt wurde ().