Basketball Pokal in der Spanischen ACB 2019 nun ein Skandal !?

Es gibt 25 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Mastermind00.

  • Als Regelunkundiger frag ich jetzt mal: Muss der Korb nicht zwangsläufig gegeben werden wenn der Verteidiger mit der Hand ans Brett klatscht? Ich meine zu wissen das es dabei völlig egal ist das der Ball praktisch nicht mehr in den Korb fallen kann. Mein Englisch ist zu schlecht um da jetzt das Regelbuch durchzulesen und zu verstehen.

  • Die gesamte Szene möchte ich selbst nach mehrfachem Studium der Zeitlupe nicht entscheiden.


    Ball war am Ring von unten: war er wieder frei oder doch nicht?

    Ball wurde ans Brett genagelt: Zu früh oder zu spät?

    Die Hand des Abwehrspielers klopft ans Brett: Lebt der Ball noch oder nicht?

    Haben die Refs eine Kamera-Einstellung gesehen oder mehrere? Welche?


    Auf jeden Fall haben die drei SR zusammen die Szene angesehen und waren sich sehr schnell einig.

  • Nun gibt es ja beim Goaltending mehrere Aspekte, die man betrachten muss. Deshalb versuche ich einmal, Schritt für Schritt anhand der FIBA Regeln zu argumentieren (Art. 31).


    1. Definition "Wurf":


    Der Wurf beginnt, sobald der Ball die Hand eines Spielers in der Wurfbewegung verlässt > Hier definitiv gegeben



    Der Wurf endet, wenn

    - der Ball von oben durch den Ring geht

    - nicht länger die Chance hat, durch den Ring zu gehen

    - den Ring berührt

    - den Boden berührt

    - zum toten Ball wird


    Interessant ist hier vor allem der zweite Punkt. Würde ich die Goaltending-Regel nicht komplett untersuchen, wäre hier bereits für mich bei besagter Szene Schluss. Für mich berührt der Ball den Ring eindeutig und ändert dadurch seine Flugkurve vom Ring weg. Insofern hätte er für mich gar keine Chance mehr gehabt, in den Korb zu gehen.



    2. Definition "Goaltending":


    Goaltending ist es dann, wenn ein Spieler während des Wurfs (s. Definition 1) den Ball berührt, während er komplett über Ringniveau ist und sich im Fallen befindet oder das Brett berührt hat.


    Ausgehend von meiner Beurteilung des "Wurfs" wäre für mich schon einmal gar kein Wurf mehr existent, wodurch es kein Goaltending sein kann. Aber sagen wir einmal, der Ball hätte noch die Chance gehabt, in den Korb zu gehen: Im Fallen befand er sich wohl nicht, dafür aber knapp über Ringniveau und wurde nach Brettberührung geblockt. Daher eher Goaltending.


    Nun geht die Regel aber weiter:


    Goaltending kann es so lange sein, bis der Ball den Ring berührt hat.


    Für mich hat der Ball den Ring berührt. Auch deshalb kein Goaltending.


    Bliebe noch die Frage, ob vielleicht Inteference vorgelegen haben könnte. Einen Anhaltspunkt hierfür kann ich jedoch nicht erkennen. Zwar berührt der Verteidiger das Brett und bringt es leicht zum Schwingen. Allerdings ist dieses Schwingen für mich nicht ursächlich für den verlegten Korbleger. Der Ball berührt zudem nicht den Ring, als der Verteidiger das Brett berührt.


    Konkret heißt es in den FIBA-Regeln zu Interference:


    "After a shot for a field goal or the last free throw a player touches the basket or

    the backboard while the ball is in contact with the ring."


    Da die letzte Bedingung nicht erfüllt wird, ist es nach dieser Regel kein Interference.


    "A player causes the basket to vibrate or grasps the basket in such a way that, in

    the judgement of an official, the ball has been prevented from entering the basket
    or has been caused to enter the basket."


    Imho auch nicht gegeben.


    "A player grasps the basket and plays the ball."


    Ebenso nicht der Fall.


    Die alleinige Brettberührung ist per se noch kein Regelverstoß, v.a. nicht solange der Ball nicht zeitgleich den Ring berührt.



    Alles in Allem frage ich mich schon, ob ein Instant Replay Sinn ergibt, wenn die Schiedsrichter dann eine - für mich eindeutige - Fehlentscheidung treffen. Ich befürchte, sie haben die Ringberührung und das daraus resultierende Abdriften des Balles weg vom Ring nicht gesehen.