Brose Bamberg - Alles rund um den Bamberger Basketball

Es gibt 4.273 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Tscho.

  • Ich hatte gestern den Eindruck, dass mancher Bamberger Spieler gegen Bayern voll dagegengehalten hat, festgestellt hat, dass es für die Spitze der Tabelle nicht reicht und dann dementsprechend unmotiviert ins Spiel gegangen ist. Gerade das Pick and Roll und das Pick and Pop von Medi wurde schwach verteidigt. Es ist ja kein Zufall, dass ausgerechnet gestern Brooks seinen Karrierebestwert und Seiferth sein Season High auflegen.

    Wenn wichtige Stützen der Mannschaft nicht verteidigen können/wollen (Rice, Jelovac, auch Zisis wird leider zu langsam), dann fällt es schwer auf Dauer erfolgreich zu sein. Bringt da - und daher hab ich den Beitrag in diesen Thread gestellt - ein Trainerwechsel überhaupt etwas?

    Berechtigte Frage. Aber doch, glaube ich schon. Weil es eo etwas wie Team-Defence gibt - also so ganz allgemein gibt es die, nicht in Bamberg :) Bamberg hat für mich kein defensives Konzept. Beispiel: Rice kommt zu 80 Prozent zu langsam über den Block - o.k., dann wird ein normaler Trainer sagen, dann muss ich switchen. Nicht so bei Bamberg. Da geht Rice viel zu langsam irgendwie über den Block, ist dann im Rücken von seinem Mann. Der Verteidiger des blockenden Spielers weiß dann nicht, was er tun soll und steht meist verloren im Raum - und das Unheil nimmt seinen Lauf. Hilfe kommt dann auch keine mehr. Das kann man abstellen. Davon bin ich überzeugt. Die Mavs konnten Dirks nicht gerade überragende Defensiv-Fähigkeiten auch immer kaschieren :) Wie gesagt: Das kann mit einem Defensiv-System zumindest zum Teil behoben werden. Man kann ja Rice auch mal sagen, dass er etwas mehr Pausen bekommt, damit er mehr Kraft für die Defence hat - dann müsste man aber eben auch einmal Stuckey oder Schmidt bringen. Aber das will der Coach ja aus irgendwelchen Gründen nicht.

  • Braucht man einen Sportdirektor? Wenn man einen Geschäftsführer hat, der aus der Basketball-Szene kommt + einen Coach, der auch gerne selbst scoutet, ist das ein Posten, den man gerne mal hinterfragen darf. Mit ist nicht ganz klar, wie das Betätigungsprofil eines Sportdirektors in einer Sportorganisation aussieht - neben einem Geschäftsführer, der vernetzt ist.

    Jelovac hat - wenn ich mich recht entsinne - Vertrag mit Option. Ich lass mich da aber auch eines besseren belehren. Aber das Abenteur dürfte sich zum Saisonende erledigt haben.

    Sollte man sich dazu entscheiden, den Coach zu entlassen, ist die Frage, wie lange man ihn bezahlen müsste: die vollen eineinhalb Jahre, die der Vertrag noch läuft? Oder nur die Zeit, in der er "arbeitslos" ist? Wenn man ihn beurlaubt, kann er ja schlecht nen neuen Job annehmen und immer noch bei Bamberg auf der Payroll stehen. Ist natürlich Spekulation. Aber im Fall einer Abfindung wird diese sicherlich niedriger sein als 1,5-Jahresgehälter. Und noch einmal die Frage: Weiß jemand, was ein BBL-Coach, wegen mir samt Staff, in etwa verdient?

    Und, um Glory, zu antworten: Doch, das glaube ich, auch wenn deine drei Ausrufezeichen hinter einer Frage suggerieren, dass sie rhetorisch gemeint war. Auch wenn Bamberg über die vergangenen 18 Monate einiges verbockt hat, hat man sich doch über die Jahre davor national und international einen Namen erarbeitet. Und wenn man ihm eine Perspektive bietet, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass er auch kurzfrisitg als Feuerwehrmann einspringt.

    Man vage mal einen Blick nach München und Berlin, die jahrelang ohne Sportdirektor operierten und Jahr für Jahr dieselben teils katastrophalen Fehler bei der Kaderzusammenstellung begingen. Das Scouting von Dirk Bauermann war bei allem Respekt teilweise auch sehr fragwürdig, danach waren primär Rooney und Baiesi für das Sichten verantwortlich, und sie haben fast ausnahmslos Treffer gelandet. Was passiert, wenn der Trainer die Spieler verpflichtet, wurde in der letzten Saison ersichtlich, zumal mMn die ganze Saison über gescoutet werden muss, und nicht nur bei der Summer League. Mit Verlaub, das Spielerscouting ist nicht Aufgabe eines Geschäftsführers.


    Anstatt die Strukturen und Sportkompetenz zu kürzen, würde ich persönlich auch eher in die entgegengesetzte Richtung gehen und bitte endlich wieder etwas mehr Basketballkompetenz in den Verein holen: Angefangen beim Aufsichtsrat, der dann hoffentlich über die notwendige Kompetenz verfügt, um in Absprache mit dem neuen GF einen guten Sportdirektor zu verpflichten, der dann wiederum einen passenden Trainer verpflichtet und in enger Absprache mit diesem ein gutes Team zusammenstellt.


    So habe ich es auch in Erinnerung: nach der Saison gibt es bei Jelovac eine beidseitige Option, insofern sollte hier eine Trennung angestrebt werden; falls das nicht funktioniert, dann einfach Olinde und eventuell Kulboka die Spielzeit geben.


    Ein Vertrag wird nichtig, sofern ein neuer unterschrieben wird, sprich man müsste ihn nur während der "Arbeitslosigkeit" bezahlen. Trinchieris verdiente in seinen ersten drei Jahren 1,5 Millionen. Ich schätze mal Bagatskis wird dann wohl in etwa zwischen 300-400T p.a. verdienen. Obradovic würde ich mit Kusshand nehmen, auch nach der Saison. Selbiges gilt für Djordjevic. Allerdings bin ich mir auch etwas unsicher, ob die Serben und der aktuelle Kader kompatibel wären. Insofern würde ich die aus meiner Sicht schon verschenkte Saison tendenziell lieber mit der Überlegung abschenken, dass nach diesem Versagen tatsächlich ein Umdenken im Verein stattfindet und wir nach der Saison den Umbruch mit der notwendigen Konsequenz angehen.

  • Wie vorhin schon erwähnt, scheint die Mannschaft unvorbereitet auf jeden Gegner in die Spiele zu gehen. Wozu nimmt Bagatskis die Auszeiten, wenn man dann den Ball nicht zum eigenen Mann bringt ? Gestern war wieder nur Dreier ballern zu sehen und fünf Brosespieler standen an der Dreierlinie wie die Zinnsoldaten aufgereiht. Ja wenn die Würfe denn wenigstens eitlhochprozentig ihr Ziel fänden. Sportliche Führung und die passenden Spieler dazu, das ist mein gordischer Knoten, den es zu durchschlagen gilt. Dass es nicht von heute auf morgen geht dürfte der Mehrheit klar sein.

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  • Offensiv sehe ich insgesamt schon Verbesserungen im Vergleich zu Saisonbeginn. Die erste Halbzeit war gestern offensiv gar nicht schlecht. Man verbaut sich nur durch die katastrophale Defensive zu viel. Und leider gibt es hier keine Entwicklung seit Saisonbeginn. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Sicherlich sind Spieler wie Jelovac oder Zisis auffallend schwach in der Verteidigung (der eine will es wohl nicht besser, der andere kann es nicht mehr besser), aber Bamberg verteidigt in Summe auch ohne diese Spieler schlecht.


    Es fehlt bisweilen auch völlig an der Abstimmung. Man schaue sich nur einmal die Transition Defense an, die eine einzige Katastrophe ist. Selbst wenn sich die Spieler einmal schnell zurück bewegen, wirkt es total unkoordiniert, sodass der Gegner dennoch den relativ freien Abschluss bekommt. Selbiges bei der Halbfeld-Verteidigung. Es genügt, wenn ein einziger Spieler seinen Gegenspieler verlässt (z.B. um zu Doppeln oder zu helfen), um das komplette defensive Kartenhaus zusammenbrechen zu lassen. Die daraufhin nötige defensive Rotation findet so gut wie nicht statt.


    Ich bekomme mehr und mehr den Eindruck, dass Bagatskis tatsächlich vor allem die Offensive trainieren lässt und so erfolgreich sein möchte. Dabei haben seine Vorgänger bewiesen, dass dies der falsche Weg ist. Bauermann war per se ein Defensivfanatiker. Auch Fleming musste nach einigen Wochen feststellen, dass er nur mit einer guten Defensive erfolgreich sein kann. Ich kann mich noch an die Diskussionen dazu erinnern. Und selbst Trinchieri, bei dem man gerne an seine super strukturierte Offensive denkt, legte meiner Ansicht nach den Grundstein für seine Erfolge in einer bombenstarken Defensive! Vor seiner Zeit in Bamberg führte er Kazan mit einem Gegenpunkteschnitt von 64,4 (in 22 Spielen !) in das Finale.


    Im ersten Jahr in Bamberg war Bamberg auf Anhieb das Team mit der zweitbesten Verteidigung in der Regular Season (67,2 Gegenpunkte pro Spiel). Diese starke Defense zog sich dann in den Folgejahren fort. Die super anzusehende Offense kam erst mit der Zeit und basierte auf der starken Defense.


    Leider scheint Bagatskis einen anderen Ansatz zu haben. Ich glaube aber, dass man in Bamberg damit nicht erfolgreich sein kann. Man merkt es im Publikum bei schwachen Defensivaktionen: Das Raunen und der Unmut ist weitaus größer als die Begeisterung über gelungene Offensivaktionen. Mir geht es ähnlich: Ich kann mich über eine Verteidigung begeistern, bei der ich den Eindruck habe, dass der Gegner zermürbt wird. Für ein "Gezocke" nach NBA-Vorbild und einem 95-90 Sieg bin ich auf Dauer nicht zu haben.

  • Für ein "Gezocke" nach NBA-Vorbild und einem 95-90 Sieg bin ich auf Dauer nicht zu haben.

    Leider scheint sich die Liga an sich aber grade in diese defensiv minderbegabte Richtung zu entwickeln, wenn man sich die Ergebnisse der Liga ansieht und wie viele Punkte die siegreichen Teams jeweils erzielen bzw. ingesamt in den jeweiligen Partien erzielt werden.

    Als Beispiel einfach mal der aktuelle Spieltag:



  • Dauerhaft hat es der zahlende Fan aber in der eigenen Hand, da seinen Unmut zu bekunden. Ob sich dadurch aber was ändern wird, darf angezweifelt werden. Mal sehen, wie sich die nächsten Wochen entwickeln.

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  • Mir geht es ähnlich: Ich kann mich über eine Verteidigung begeistern, bei der ich den Eindruck habe, dass der Gegner zermürbt wird. Für ein "Gezocke" nach NBA-Vorbild und einem 95-90 Sieg bin ich auf Dauer nicht zu haben.

    Muss dieser elendige NBA vergleich immer sein? Klar gibt es da in der regular season manchmal spiele wo einfach keine defense gespielt wird kein wunder wenn man z.B. in Dallas spielt und 18h vorher noch in New York gespielt hat. Ich stimm dir ja in den meisten sachen die du in deinem Beitrag schreibst zu, aber auch in der NBA heißt es Defense wins championships. Was dort in den Play-offs, von den guten teams, für defense gespielt wird ist für die meisten euro teams unerreichbar. Klar sind die regeln der NBA besser für die offensive und erlauben höhere Punktausbäuten aber was innerhalb dieser Regeln defensiv gespielt wird ist teils spektakulär gut.

  • Die Sache in momentan in der Tat komplex und ein Blick in die jüngere Vergangenheit lohnt. Es beginnt im Sommer als der Clubboss nach der verkorksten Saison eine neue Marschroute ausgerufen hat: Man wolle sich ALBA als Vorbild nehmen und junge Talente entwickeln und nicht mehr zwangsläufig in den teuren Spitzenwettbewerb mit den Bayern eintreten. Das haben viele so unterschrieben - ich auch - und sich nach den matten Vorstellungen auf die neue Saison gefreut.


    Doch dann lief irgendwas schief. Der Sportdirektor hätte alles auf das ausgerufene Ziel fokussieren müssen, dazu den passenden Trainer und die passenden Spieler für einen 2 - 5 Jahresfokus an die Regnitz holen müssen. Die Entscheidung pro FIBA CL war sicherlich ein Schuß ins Knie beim Recruiting, dennoch sollte man bei einem Restkader mit den Ü30ern Zisis und Taylor anders beginnen als einen Jelovac und am Ende einen Rice zu verpflichten. Da geht es gar nicht um spielerische Qualität, die zweifelsohne vorhanden ist, vielmehr dass die strategische Ausrichtung ad absurdum geführt wird. Es scheint weder Fisch noch Fleisch, das ist für ein Brose-Unternehmen eigentlich untypisch.


    Zuletzt bleib nicht mehr viel übrig von Motto: Olinde nicht im Kader, Kulboka nicht im Kader, Alexander mit sehr wenig Spielzeit, Kratzer nach Frankfurt abgegeben. Statt dessen bestimmt ein Backcourt aus Zisis, Rice, Hickman und Taylor den Spielbetrieb. Bayreuth hat gezeigt, dass wir so heute in der BBL nicht mehr in die Spitze kommen. Typen wie Robertson und Co. haben leichtes Spiel gegen die alten Haudegen. Ein Antritt und der Gegner ist vorbei, anschließend kollabiert die komplette Verteidigung, weil die Hilfen nicht kommen. Das ist fast schon tragisch anzusehen.

  • Auch Ü30-Spieler können verteidigen, Kosmonaut .


    Allerdings haben Hickman, Rice und Zisis ihren Leistungszenit überschritten und die beiden Erstgenannten (immerhin EL-Titelträger) ihren Motivationshöhepunkt.

    Die beiden passen eher ins Jenaer Programm als nach Bamberg, wo der Eigentümer frischen und ehrgeizigen Basketball sehen wollte.


    Jelovac ist ein reiner Offensiv-Spieler, der sich auch darüber definiert. OK, Rice ebenfalls.


    Die Vorgaben von Stoschek wurden einfach nicht umgesetzt und es sieht danach aus, daß sich die Situation nicht dahingehend verbessert. Immerhin spielt selbst Stuckey als "Mittelalter" keine Rolle mehr.


    Ich würde Bagatskis, dem Gaucho und Rutkauskas sofort den Laufpaß geben und Zisis zum Trainer machen.

    Dazu eine Änderung der Zielsetzung für die Saison.