NINERS vergeben große Chance

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    Die BV Chemnitz 99 hat am Freitagabend einen wichtigen Sieg im Kampf um die Playoffplätze verschenkt. Vor 1.551 Zuschauern, darunter knapp 200 mitgereiste NINERS-Fans, unterlag die Mannschaft von Trainer Felix Schreier auswärts den OeTTINGER Rockets Gotha völlig verdient mit 79:88. Besonders bitter war nicht nur, dass man einen zwischenzeitlichen 15-Punkte-Vorsprung verspielte, sondern auch aus dem großen Verletzungspech der Gastgeber, die mit Leo Niebuhr, Jan Lipke, Derek Selvig und David Watson auf vier Leistungsträger verzichten mussten, keinerlei Kapital schlagen konnte. So stand am Ende des Abends die zehnte Saisonpleite zu Buche, wodurch man sich selbst den Druck auferlegt, mindestens die Hälfte der verbliebenen acht Partien zu gewinnen, um sich doch noch für die anvisierte Meisterschaftsrunde zu qualifizieren.


    Eigentlich war die Ausgangssituation für ein endlich mal wieder erfolgreiches Auswärtsspiel der NINERS nahezu perfekt: Ein Gegner mit großer Personalnot, die BV-Korbjäger in Bestbesetzung und zahlreiche lautstarke Fans im Rücken. Zu Beginn der Partie in Gotha schienen die Schreier-Mannen jene Vorteile auch gut nutzen zu können und gingen durch Punkte von Brandon Robinson schnell mit 5:2 in Führung. Anschließend nutzten Donald Lawson und Trevor Noack ihre Vorteile am Brett, weil Gotha keinen echten Center aufbieten konnte, und bauten die BV-Führung bis zur ersten Viertelpause kontinuierlich auf 19:12 aus.


    Auch im zweiten Durchgang lief zunächst weiterhin alles nach Plan als Eric Palm, Max Massing und Robinson per Dreier sogar auf 29:14 erhöhten. Dank ihres späteren Topscorers Chase Griffin (26 Punkte) kam Gotha nun zwar etwas besser ins Match, doch als BV-Kapitän Donald Lawson rund dreieinhalb Minuten vor der Halbzeitpause zum 35:22 traf, durften sich die Chemnitzer Basketballer weiter auf der Siegerstraße wähnen. Headcoach Schreier nutzte den komfortablen Vorsprung, um Leistungsträgern wie Robinson, Lawson oder Noack die notwendigen Verschnaufpausen zu geben, doch ohne ihre besten Akteure verloren die NINERS sukzessive den Faden. Dazu gesellten sich mehrere Ballverluste, die Gotha leichte Fastbreakpunkte ermöglichten und so die kurz zuvor schon leicht demoralisierten Gastgeber wieder aufbauten. Mit diesem neuen Selbstvertrauen netzte dann auch noch der ehemalige Chemnitzer Gary Johnson in typischer Manier mit der Halbzeitsirene einen „Buzzerbeater-Dreier“ zum 36:35 für die Rockets ein.


    Nach dem Seitenwechsel verwandelte Gothas Griffin gleich den nächsten Dreier und machte so den viertelübergreifenden 17:0-Lauf der Gastgeber perfekt. Mit eigenen Nachlässigkeiten hatten die NINERS einen Gegner, den sie mehr als anderthalb Viertel klar dominierten, binnen vier Minuten selbst zurück ins Match gebracht und mussten nun mit den dafür typischen Konsequenzen leben: Der Kontrahent strotzt geradezu vor Selbstvertrauen, Spieler laufen heiß, das Heimpublikum ist hochgradig euphorisiert und strittige Schiedsrichterentscheidungen fallen dann eben auch mal zu deinen Ungunsten aus, weil sich selbst die Unparteiischen der Atmosphäre und dem Momentum nicht entziehen können. Gegen diese Nachteile ankämpfend hielten vor allem Robinson und Noack das BV-Team weiter im Spiel, so dass man vor dem Schlussabschnitt nur 50:51 zurücklag.


    Dank zweier wichtiger Dreier von Ceyhan Pfeil sowie weiteren Punkten von Lawson und Guy Aud hielten die NINERS das Match auch bis Mitte des vierten Viertels weiter offen (60:60). Als aber Lawson kurz darauf sein fünftes Foul kassierte, während es das BV-Team im Gegenzug nicht schaffte, auch nur einen einzigen Spieler der dünn besetzten Gothaer Centerriege in Foulprobleme zu bekommen, bahnte sich der Ausgang dieser Partie bereits an. Und spätestens dann kam auch noch die große Stunde von Gary Johnson. Der US-Guard, welcher im bisherigen Saisonverlauf nur magere sechs Pünktchen pro Partie erzielte, machte am Freitagabend satte 25 Zähler und traf in der Crunchtime nicht nur wichtige Dreier oder Freiwürfe, sondern verbuchte auch entscheidende Ballgewinne. So setzte sich Gotha binnen vier Minuten von 60:60 auf 77:64 ab und stellte dadurch die Weichen endgültig auf Sieg. Für die NINERS gilt es nun, diese teils selbst verschuldete Pleite schnell abzuhaken und sich auf das morgige Heimspiel gegen Essen vorzubereiten. Ohne Wenn und Aber muss in dieser Partie gegen den Tabellenzwölften ein Sieg her, will man die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Playoffqualifikation nicht schon frühzeitig begraben.


    STATISTIK: Gotha – Chemnitz 88:79 (12:19, 24:16, 15:15, 37:29), 1.551 Zuschauer
    Palm (17 Punkte), Robinson (16), Noack (13), Pfeil (11), Lawson (7), Aud (6), Bellscheidt (6), Massing (2), Monse (1), Leuteritz


    TERMIN: BV Chemnitz 99 – ETB Wohnbau Baskets Essen, Sonntag, 16.02.2014, 18 Uhr, Hartmann-Halle


    Presseinfo: BV Chemnitz 99 (Matthias Pattloch)