Knappe Niederlage in Gießen

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    Die BV Chemnitz 99 musste erneut mit leeren Händen von einem Auswärtsspiel zurückkehren. Am Samstagabend unterlag man vor fast 2.300 Zuschauern den GIESSEN 46ers mit 71:80 (34:36). Dabei schien es drei Minuten vor Schluss beim Stand von 69:67 für die NINERS noch so, als könnte sich das BV-Team für eine bis dahin gute Leistung endlich einmal selbst belohnen. Doch in der hitzigen Schlussphase behielten die Gastgeber den kühleren Kopf und hatten bisweilen auch das Glück auf ihrer Seite, zumal gegen Chemnitz ein unsportliches sowie zwei technische Fouls verhängt wurden, welche letztlich zur Entscheidung führten. „Gießen hatte am Ende den besseren Punch und war insgesamt verdienter Sieger einer knappen Partie. Immerhin konnten wir uns noch den direkten Vergleich sichern“, gewann BV-Coach Felix Schreier dieser Niederlage dennoch etwas Positives ab. Nichtsdestotrotz ist der Vorsprung auf die Nicht-Playoff-Plätze inzwischen auf einen Sieg geschrumpft, so dass man im nächsten Heimspiel gegen Cuxhaven unbedingt punkten sollte.


    Knapp 100 Chemnitzer Anhänger begleiteten das BV-Team in die Sporthalle Gießen-Ost, doch zu Spielbeginn hatte nur das Heimpublikum Grund zum Jubel. Angetrieben von einem überragenden Benjamin Lischka erarbeiteten sich die 46ers eine 12:7-Führung. Nach einer clever gewählten Auszeit von Felix Schreier sowie einigen taktischen Umstellungen kamen die NINERS aber besser ins Spiel und konnten schnell wieder ausgleichen. Hierbei wussten vor allem Rückkehrer Hendrik Bellscheidt und der zuletzt etwas kriselnde Trevor Noack zu gefallen, die auch die letzten Punkte im ersten Abschnitt zum 17:17-Viertelstand erzielten.


    Der zweite Durchgang war beinahe ein Spiegelbild des ersten und so zog Gießen zunächst auf 24:17 davon. Zwei „And-One's“ von Donald Lawson und Eric Palm sorgten dann für den Chemnitzer Anschluss, doch Lischka und Steven Bennett hatten schnell die richtige Antwort parat. Beim Stand von 26:33 aus BV-Sicht nahm Schreier seine zweite Auszeit, was abermals die richtige Wirkung hatte. Anschließend gelang es den NINERS, Gießen defensiv besser zu kontrollieren und vorn machten nun Noack und Kapitän Donald Lawson wichtige Punkte am Brett. Letztlich gelang es Ceyhan Pfeil sogar, den Dreier von Gießens Falko Theilig per „Buzzerbeater“ zu kontern, so dass Chemnitz nur mit einem hauchdünnen 34:36-Rückstand in die Halbzeitpause ging.


    Den Kabinengang verdauten dann aber die Gastgeber deutlich besser und starteten enstprechend furios ins dritte Viertel – Dreier Anthony DiLeo, Dreier Joshiko Saibou, Dreier Steven Bennett und schon leuchtete ein 47:37 für Gießen von der Anzeigetafel. Selbst eine weitere Auszeit von Schreier vermochte den Lauf der 46ers nicht zu stoppen und so trennten beide Teams auch Mitte des dritten Spielabschnittes weiterhin zehn Punkte (50:40). Mit selbstbewusstem Zug zum Korb läutete Guy Aud kurz darauf jedoch die Chemnitzer Aufholjagd ein. Bellscheidt, Robinson, Lawson und Noack taten es ihm gleich, während man hinten die 46ers nun gut im Griff hatte. Untypisch für die NINERS fanden dann sogar einmal vier Freiwürfe in Folge den Weg durch die Reuse und rundeten den 14:0-Lauf perfekt ab. Weil letztlich aber Gießens Bennett seinen Killerinstinkt bewies und mit ablaufender Spieluhr vom Perimeter traf, betrug der BV-Vorsprung zur letzten Pause nur ein Pünktchen (56:55).


    Bezeichnend für diesen Abend erwischten die 46ers natürlich auch im Schlussviertel den besseren Start und gingen mit 61:59 in Führung. Diesmal ließen die NINERS den Gastgeber aber nicht weiter enteilen, sondern holten direkt zum Gegenschlag aus. Gerade Lawson dominierte jetzt auf beiden Seiten des Feldes die Zone und als Noack erfolgreich vom Perimeter Maß nahm, hatte Chemnitz plötzlich mit 67:63 die Nase vorn. Noch waren aber fünf Minuten zu spielen und wenig später holte dann DiLeo, ebenfalls per Dreier, die Führung für Gießen zurück (70:69). Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse und strittige Situationen bei Reboundduellen, Schrittfolgen sowie Ballverlusten strapazierten die Nerven aller Beteiligten. Jene Anspannung schienen die 46ers etwas besser zu verarbeiten und als die Schiedsrichter rund eine Minute vor Schluss beim Stand von 72:69 für Gießen ein Foul von Noack an Saibou als unsportlich werteten, drohte die Vorentscheidung.


    BV-Coach Schreier intervenierte heftig und bekam dafür ein technisches Foul. Sekunden später das zweite und so musste der 24-Jährige vorzeitig die Halle verlassen. In all dieser Hektik übersahen die Schiedsrichter auch noch, dass Gießens Saibou nun einen der folgenden Freiwürfe vergab und so geriet der direkte Vergleich, welcher bis dato aufgrund des 93:82-Hinspielerfolges für Chemnitz sprach, plötzlich doch noch in Gefahr. Glücklicherweise behielt Assistenztrainer Kai Buchmann, der jetzt für Schreier das Ruder übernahm, die Nerven und coachte die NINERS immerhin noch zur 71:80-Niederlage, die bei eventueller Punktgleichheit im Endtableau den Ausschlag zugunsten der BV Chemnitz 99 geben würde. „Das ist aber nur ein kleiner Trost, denn es wäre auch ein Sieg möglich gewesen. Am Ende haben ein paar gute Aktionen von Gießen und einige Fehler von uns den Ausschlag gegeben. Umso wichtiger wird jetzt das Heimspiel gegen Cuxhaven am kommenden Sonntag, welches wir natürlich unbedingt gewinnen wollen“, lautete Schreiers Schlussfazit.


    STATISTIK: Gießen – Chemnitz 80:71 (17:17, 19:17, 19:22, 25:15), 2.277 Zuschauer
    Lawson (14 Punkte), Palm (13), Noack (10), Robinson (9), Monse (8), Bellscheidt (6), Pfeil (6), Aud (5), Bassl


    TERMIN: BV Chemnitz 99 – Cuxhaven BasCats, Sonntag, 02.02.2014, 18:00 Uhr, Richard-Hartmann-Halle


    Presseinfo: BV Chemnitz 99 (Matthias Pattloch)