Ungefährdeter Heimsieg gegen Leverkusen: rent4office Nürnberg lebt

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    Es war deutlich und es war wichtig: Die Basketballer von rent4office Nürnberg gewannen am Samstagabend ihr Heimspiel gegen die Bayer Giants Leverkusen mit 90:63 und bescherten so ihrem neuen Trainer Benjamin Travnizek einen Einstand nach Maß. Angeführt von einem treffsicheren Michael Fleischmann und einem Cornelius Adler, der mit 12 Punkten und 16 Rebounds erneut auf ein Double-Double kam, zeigten die Spieler eine engagierte Leistung an beiden Enden des Spielfeldes und sorgten nach dem Abpfiff für Gänsehaut im BBZ, als es zu einem emotionalen Wiedersehen mit dem unter der Woche freigestellten Martin Ides kam.


    Gut 1000 Zuschauer waren gestern zum Berliner Platz gekommen um zu sehen, wie sich die Mannschaft von rent4office Nürnberg im „Spiel 1 nach Ides“ präsentieren würde und ob es Benjamin Travnizek nach so kurzer Zeit schon gelungen ist, den Spielern die Verunsicherung zu nehmen und sie an ihre alten Stärken zu erinnern. Unter den Zuschauern befanden sich auch rund 25 mitgereiste Fans der Giants aus Leverkusen, die in neun Saisonspielen bisher nur einen Sieg einfahren konnten und an diesem Abend mit Ben Spöler zu allem Übel auf ihren zweitbesten Scorer (15,4 Punkte pro Spiel) und besten Rebounder (zehn Rebounds pro Spiel) verzichten mussten. So begann Leverkusens Trainer Achim Kuczmann sehr klein und schickte neben Sohn Michael, Tony Watson, Marc Sonnen, Matthias Goddeck und Götz Twiehoff zum Tip-Off auf´s Parkett. Auch Nürnbergs Coach Travnizek musste umstellen und so rückte Juan Reile für den gesperrten Wayne Bernard in die Starting-Five. Mit Reile auf dem Feld: Ahmad Smith, Cornelius Adler, Michael Fleischmann und Robert Lewandowski, der den Sprungball gewann und Nürnberg so den ersten Ballbesitz der Partie sicherte, den Cornelius Adler nach einem Pass von Juan Reile zum 2:0 erfolgreich abschloss. Die Antwort der Giants, wie sollte es anders, kam in Form eines Dreiers von Tony Watson, der es an diesem Abend 13 mal von außen versuchen würde. Matthias Goddeck legte nach und so führte Leverkusen nach zwei Spielminuten mit 6:2. Dies sollte aber die einzige Gäste-Führung bleiben und Nürnberg gelang es, durch einen schnellen 15:6-Lauf, die Kontrolle über die Partie an sich zu reißen. Vor allem die Spieler im Frontcourt nutzten die Größenvorteile und so gelangen rent4office Nürnberg im ersten Spielabschnitt 14 Punkte in der gegnerischen Zone, die so den Grundstein für die 22:14-Führung nach zehn Spielminuten legten.


    Fleischmann und Adler stark


    Das zweite Viertel war annähernd eine Kopie des ersten Spielabschnitts, wobei die Spieler von Benjamin Travnizek in der Defensive eine Schippe drauflegten und Leverkusen zu etlichen schwierigen Würfen zwangen. Dies resultierte einer sinkenden Trefferquote der Gäste, einer ansteigenden Stimmung in der Halle und einer verdienten 44:27-Pausenführunge für rent4office Nürnberg. Michael Fleischmann hatte bis dahin bereits 17 Punkte auf seinem Konto und Cornelius Adler fehlten lediglich ein Punk und ein Rebound zu einem Double-Double. Auch Ahmad Smith gefiel in der Rolle des Ballverteilers und Antreibers und so trug jeder Spieler seinen Teil dazu bei, dass die „Schmach von Crailsheim“ mehr und mehr aus den Köpfen der Fans verschwand. Zumal sich das Team vor allem im Zusammenspiel verbessert zeigte und auch in der Defensive Fortschritte zu beobachten waren. Die große Frage war: Wie würde Nürnberg aus der Kabine kommen?


    Ausbauen statt verwalten – Nürnberg zieht davon
    Die Antwort darauf gab Ahmad Smith persönlich, der zu Beginn des dritten Viertels energisch zum Korb zog und von seinem Landsmann Marc Sonnen nur mit einem Foul zu stoppen war. Die zwei Freiwürfe traf Smith, Juan Reile schloss die beiden darauffolgenden Angriffe erfolgreich ab und Nürnberg führte nach drei Minuten in Halbzeit 2 mit 20 Punkten Differenz (50:30). Benjamin Travnizek, der den Großteil der Partie stand, trieb sein Team an, diesen Vorsprung nicht nur zu verwalten, sondern ihn auszubauen und ein 10:0-Lauf, den Sebastian Schröder mit einem erfolgreichen Dreier initiierte, bescherte rent4office Nürnberg nach 30 Spielminuten eine komfortable 71:38-Führung. Bei den Gästen aus Leverkusen regte sich zu diesem Zeitpunkt nur noch geringer Widerstand, zumal die Wurfquote von außen auf 25 Prozent sank und zwischenzeitlich das Zusammenspiel in der Offensive eingestellt wurde.
    Im Schlussviertel wurde Ahmad Smith geschont, der bis dahin bereits zehn Punkte erzielte und starke 12 Assists verteilt hatte. Darunter litt sichtlich der Spielfluss und auch in der Defensive kamen die Spieler von rent4office Nürnberg das ein oder andere Mal zu spät. Der Stimmung tat das aber keinen großen Abbruch, zumal mittlerweile Martin Ides und Wendell Maxey in der Halle zu gegen waren und von den Fans gefeierte wurden, während ihre ehemaligen Spieler die Partie sicher nach Hause fuhren. Den Schlusspunkt zum 90:63-Heimsieg für rent4office Nürnberg setzte Michael Kuczmann mit einem Dreier vom Parkplatz aus, der am Ende aber nicht mehr war als Ergebnis-Kosmetik.


    Emotionales Wiedersehen mit Ides und Maxey
    Eine Gelungene Premiere für Benjamin Travnizek, dessen Spieler es sich nach dem Spiel nicht nehmen ließen, Martin Ides und Wendell Maxey persönlich zu begrüßen und die damit ein Zeichen setzten und so für den emotionalen Höhepunkt des Abends und Gänsehaut im BBZ sorgten. Die Fans feierten ihre Mannschaft, ihren neuen und ihren ehemaligen Coach und so etwas hat es im deutschen Profisport lange nicht gegeben.


    Coach zieht positives Fazit
    Benjamin Travnizek zeigte sich bei der anschließenden Pressekonferenz mit der Leistung seines Teams sehr zufrieden, sah aber weiter Luft nach oben: „Ich bin stolz, dass die Spieler einiges von dem umsetzen konnten, was wir unter der Woche besprochen hatten. Defensiv sind wir gut gestanden und haben die Gegner zu schweren Würfen gezwungen. In der Offensive müssen wir nach wie vor zu hart für unsere Körbe arbeiten. Darum müssen die Spieler lernen, die gegnerische Verteidigung besser zu lesen. Daran werden wir arbeiten.“ Sein Gegenüber Achim Kuczmann gratulierte artig und erklärte, dass sein Team den kurzfristigen Ausfall von Ben Spöler nicht kompensieren konnte: „Wir waren somit unter den Körben unterlegen und mussten noch mehr von außen werfen. Nürnberg war heute klar besser. Für uns heißt es optimistisch bleiben.“


    Punkteverteilung rent4office Nürnberg: Fleischmann 26Pts., Chavis 16 Pts., Adler 12 Pts, 16 Rbds., Smith 10 Pts., 12 Ass., Lewandowski 10 Pts., 11 Rbds., Schröder 9 Pts., Reile 4 Pts., Weigel 3 Pts., Thompson & Wyczisk 0 Pts.



    Presseabteilung rent4office Nürnberg