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Schneller als gedacht konnten die NINERS einen Ersatz für ihren abgewanderten Spielmacher Gary Johnson finden. Neuer Pointguard wird der 34-jährige US-Amerikaner John Redder Bynum, der vom Erstligisten TBB Trier zur BV Chemnitz 99 wechselt. Von der Kontaktaufnahme bis zur Vertragsunterschrift verging nur rund eine Woche. „Das zeigt, dass John unbedingt für uns spielen möchte, was uns bei der Suche nach Neuzugängen immer sehr wichtig ist. Zudem haben wir mit ihm einen äußerst erfahrenen Akteur bekommen, der auf und neben dem Feld eine Führungsrolle übernehmen kann“, freut sich BV-Cheftrainer Felix Schreier über die geglückte Verpflichtung.
John Redder Bynum kam bereits 2002 das erste Mal nach Deutschland und heuerte zunächst beim Regionalligisten Grevenbroich an. Für die Elephants und Weiden lief er später auch in der 2. Bundesliga auf, bevor er schließlich 2006 nach Bremerhaven ins Basketballoberhaus wechselte. Mit den Eisbären qualifizierte sich der 1.92m-Hüne zweimal für die Playoffs. Die Saison 2007/08 begann Bynum dann beim USC Heidelberg und erlebte hier unter anderem eines der legendärsten Spiele der BV-Geschichte, als Chemnitz durch einen Buzzerbeater von LyRyan Russell mit 92:90 über die Neckarstädter triumphierte. Nach dem Jahreswechsel zog es den variablen Guard wieder zurück in die BBL, wo er mit Paderborn den erneuten Einzug in die Playoffs nur knapp verpasste.
2009 fand Bynum abermals den Weg in die ProA und heuerte bei den Crailsheim Merlins an. Dort trug der Modellathlet mit durchschnittlich 17.1 Punkten, 7 Rebounds sowie 5.5 Assists maßgeblich dazu bei, dass sein Team am Ende einen Rang vor Chemnitz auf Platz 6 landete. Diese Leistung brachte ihm ein erneutes Erstliga-Engagement ein, wo der Routinier die letzten beiden Spielzeiten für Trier auf Korbjagd ging. In der abgelaufenen Saison stand Bynum noch über 22 Minuten pro Partie für die Moselstädter auf dem Feld und markierte im Schnitt 6.3 Punkte sowie 3.0 Rebounds. Darüber hinaus fand Triers Trainer Henrik Rödl im Gespräch mit Felix Schreier nur lobende Worte für den US-Boy, bestätigte seine gute Fitness und die Fähigkeit, ein Team emotional anzuführen.
„Es ist mit unseren Mitteln nicht gerade leicht, einen adäquaten Ersatz für Gary Johnson zu finden. Aber ich glaube, dass John die entstandene Lücke schließen kann. Er ist sehr erfahren, spielt seit zehn Jahren in Deutschland und hat 139 Erstliga- sowie 79-Zweitligapartien absolviert. Mit seinen 1.92 m Größe und 90 kg Gewicht kann John in der ProA fast jeden Akteur auf den Positionen eins bis drei verteidigen. Außerdem hat er einen starken Zug zum Korb, findet freie Mitspieler und kann das Tempo sehr gut kontrollieren“, beschreibt Schreier die Stärken seines neuen Pointguards. Der Trainer weiß aber auch um die Unterschiede zu Johnson: „Bynum kann zwar mal den einen oder anderen Dreier versenken, ist aber nicht unbedingt ein echter Schütze. Deshalb werden Spieler wie Ishi, Jorge oder nach seiner Rückkehr auch Alex gefragt sein, von außen für Gefahr zu sorgen.“
Durch die Verpflichtung von John Bynum sind die Planungen der NINERS auf den Guardpositionen abgeschlossen. Demnächst sollen noch ein Forward und ein Center den Kader komplettieren, der anschließend mit Akteuren aus der eigenen NBBL-Mannschaft ergänzt wird. „Wenn alles nach Plan verläuft, haben wir das Team in zwei, drei Wochen zusammen“, ist Schreier aktuell guter Hoffnung.
Presseinfo: BV Chemnitz 99 (Matthias Pattloch)