Euroleague - Allgemeines

  • Erich

    Ich denke, dass die allermeisten Fans eine Liga dann schauen, wenn ihr eigenes Team dort spielt. Witzig ist es bei der NBA. Viele hier in Deutschland sind Fan von einem NBA Team, obwohl sie dieses nie live sehen können. Trotzdem fiebern sie für die Lakers, oder Mavs oder ... Natürlich gibt es auch generell einfach Fans des Sports, die losgelöst von der Bindung eines Teams schauen. Beides, aber die Mischung, ist vollkommen legitim. Meine erste Kritik auf den Post von Mailman war ja nicht, dass ihn die EL nicht interessiert, sondern warum er sie schlecht redet, anstelle sie zu ignorieren. Wenn mir etwas nicht gefällt, dann schaue ich es nicht. Ich kann z.B. absolut nichts mit Handball anfangen. Aber muss ich deswegen rumlaufen und jedem sagen, dass Handball kein guter Sport ist? Nein. Ich gehe ja auch nicht in ein Restaurant und bestelle mir ein Essen, dass mir nicht schmeckt, nur um dann dem Koch zu sagen, dass ich sowas eh nicht mag. Für mich ist das oftmals einfach nur Meckern des Meckerns wegen...


    Zu deiner Frage, ob ich nur EL Fan bin, weil der FCBB dort jetzt einen Höhenflug hat:

    Ich war in den 90er Streetballer und Fan der Chicago Bulls und von Jordan. Von 98 bis ca. 2013 habe ich mich absolut nicht für Basketball interessiert und auch sonst sehr wenig Sport verfolgt, da mein Fokus sehr stark auf Studium, Arbeit und andere private Hobbys lag. Es ist tatsächlich so, dass mich dann mal 2013 ein Freund mit in den Audi Dome genommen hat und ich weiß noch, dass es ein Playoff Spiel gegen Bamberg war. Das hat meine Begeisterung geweckt und seitdem beschäftige ich mich immer mehr mit Basketball. Natürlich habe ich immer die Ligen, in denen der FCBB spielt mit besonderem Augenmerk verfolgt. BBL, EC und eben auch EL. Sehr schnell war aber für mich die EL das Highlight und selbst in den Jahren, wo wir im EC waren und Bamberg in der EL gerockt hat, habe ich viele EL Spiele geschaut. In den letzten Jahren habe ich neben den Spielen des FCBB noch mindestens 2 weitere EL Spiele pro Spieltag von anderen Teams geschaut. Einfach, weil mir der Basketball dieser Liga und der Teams am besten gefällt.

    Ach ja, der Versuch wieder ein Interesse für die NBA zu wecken, ist gescheitert. Mein DAZN Abo habe ich nach einem Jahr wieder gekündigt. Irgendwie gefällt mir diese Show und diese Art des Spiels nicht mehr.

  • Ich schaue, von den ulmer Spielen abgesehen, mit Abstand am meisten Euroleague-Spiele. Mehr als NBA, BBL o.ä., weil höchste Qualität und jedes Spiel ist hart umkämpft.

    Ich lass mich jede Saison auf's neue überraschen, welche Mannschaften den besten Basketball spielen. Eine generelle Sympathie für irgendeinen Club habe ich gar nicht.


    Letztes Jahr Zalgiris, dieses Jahr evtl. sogar Fenerbahce...

  • Harvey Specter

    Wir haben jetzt den ersten Spieltag einer neuen EL Saison gesehen. Wohlgemerkt den ERSTEN Spieltag. Und das nach zwei doch sehr besonderen Spielzeiten, wo viele Vereine aber auch Spieler sich massiv umstellen mussten und es für viele auch nicht klar war, was die Zukunft bringen wird. Die NBA ist finanziell soweit weg und als Liga insbesondere finanziell so gestärkt, dass es dort diese Probleme nicht gibt. In allen anderen Basketballligen der Welt aber musste man mit diesen Schwierigkeiten umgehen. Wenn man nun sofort wieder erwartet, dass alles perfekt läuft und man dann auch noch ein Team wie Fenerbahce, welches letzte Saison arg gebeutelt war und nun zu einem doch eher späten Zeitpunkt noch einen Trainerwechsel vornehmen musste und der neue Trainer ein komplettes Team seines Vorgängers vorgesetzt bekommt, als Beispiel wählt, wie schlecht die EL nun ist... Roter Stern kann nicht Mike James Style Basketball spielen und hat das auch in der Vergangenheit nie getan - zumindest nicht in den letzten 7-8 Jahren, wo ich die EL verfolge. Da wurde viel Basketball gearbeitet und gekämpft und oftmals hat man dadurch auch das Spiel des Gegners kaputt gemacht. Auf der anderen Seite aber einen Vesely und einen Booker aufzulisten und diesen zuschreiben, dass das Endergebnis um die 60 Punkte liegt... Hmmmm. Also ich kenne gerade diese Spieler als sehr starke Offensivspieler. Ich würde mir wünschen, dass Du auch der EL mal noch 1-2 Monate Zeit gibst, dass sich dort Dinge wieder einpendeln und dann dein Urteil nochmal überdenkst.


    Bei der Vielzahl an Spielen bin ich voll bei Dir. Auch mir würde eine 16er EL vollkommen langen. Ich würde aber auch kein Problem damit haben, wenn die EL auf 20 oder 24 aufgestockt wird und dann eine reine Europa-Liga wird (...) deswegen kann ich auch absolut nicht verstehen, was gegen eine große Europäische Liga spricht. Da dies aber zumindest mittelfristig nicht passieren wird, ist die 18er EL sicherlich zu groß, wenn die EL Teams parallel noch 18er nationale Ligen spielen. Zumindest müssen sich die Teams hier immer mehr ihren eigenen Weg suchen, wie sie diese Belastung verwalten können.

    Ich habe mit keiner Silbe geschrieben wie qualitativ schlecht die Euroleague doch sei, sondern die Attraktivität des Basketballs bemängelt. Das zugegeben sehr früh, vielleicht unfair früh, aber ich bin mir recht sicher, dass mein Fazit nach zehn Spieltagen ähnlich ausfallen wird, dann womöglich mit einem Mehr an Substanz. Aber ja, die Zeit zum Eingrooven sollte ich der Euroleague wohl zugestehen. Der Basketball von Anadolu Efes Istanbul ist in der Tat sehr schön zum Anschauen und bildet wohl mit Alba Berlin den noch verbliebenen Rest an Puristen, der übrigens gemessen an den Möglichkeiten einen überdurchschnittlichen Output erzielt.


    Mir geht es weniger um die Reduktion des Teilnehmerfeldes als um die Reduktion der Spiele: In fünf Jahren hat doch keiner mehr Bock auf immer wieder die kleinen Begegnungen mit immer wieder denselben Spielern. Indem ich Gruppen bilde, vermeide ich diese Form von Übersättigung und bewahre die Vorfreude, die Devotion. Aber ich gebe mich keiner Illusion hin, eine mehr oder weniger geschlossene Euroleague als eigenständige Liga wird wohl auf kurz oder lang kommen, zum Leidwesen der einen, zur Freude der anderen.

  • Okay, die Attraktivität liegt auch zu einem großen Teil im Auge des Betrachters. Weltweit ist wohl die NBA die am meisten gesehene und somit wohl als attraktivste Liga zu nennen. Für mich ist es da wohl so wie für dich die EL in ihrer derzeitigen Form. Gerade wenn es aber um die Attraktivität geht, sollte man auch die letzten 2 Jahre unter einem besonderen Winkel betrachten. Mal schauen, wie die Spiele in dieser Saison sich entwickeln, wenn die Hallen wieder voll sind und man auch Showeinlagen der Spieler braucht, um das Publikum zu unterhalten und auch in die Halle zu bekommen.


    Reduktion der Spiele ist durchaus etwas, was ich auch befürworten würde. Allerdings muss ich auch zugeben, dass mir dieses Liga-Prinzip besser gefällt, als die zuvor gespielten Gruppen. Jetzt habe ich die Chance, jedes EL Team im Audi Dome live spielen zu sehen. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Auch habe ich das Empfinden, dass das von den Spielern sehr geschätzt wird. Aber das ist ein persönlicher Eindruck.

    Geschlossen ist die EuroLeague quasi jetzt bereits. Gerade kam die Meldung, dass kein ABA Team eine A-Lizenz erhalten soll. Zumindest nicht kurzfristig, da kein Platz frei. Ich bin selber gespannt, wie das alles weitergeht. Insgesamt bin ich aber eher positiv gestimmt und denke, dass sich die EL auf dem richtigen Weg befindet, um sich für die Zukunft sinnvoll aufzustellen. Dabei betrachte ich nicht nur den sportlichen, sondern viel mehr den wirtschaftlichen Aspekt. Die Teams in der EL müssen finanziell stabil sein und Dinge wie Khimki dürfen nicht mehr passieren. Das ist natürlich schwer und wer weiß, was jetzt dann mit Barca passiert. Ich denke aber, dass die EL gerade wegen der finanziellen Stabilität auch den FCBB und auch ALBA holt.


    Lassen wir uns mal überraschen, wie diese EL Saison am Ende wird. Wer hätte damit gerechnet, dass die letzte Saison so spannend wird und trotz all der Umstände viel Unterhaltungswert auch vor dem TV hatte.

  • Ich kann die Kritik an der Attraktivität der Spiele in der Euroleague überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn ich z.B. sehe, wie sich Tel Aviv und Bayern bearbeitet haben und mit höchster Intensität gespielt haben, geht einem Basketballfan das Herz auf. Zuzusehen, wie nach einem simplen Screen der 25. offene Wurf genommen wird, wäre jetzt nicht die Offenbarung eines guten Basketballspiels. Aber auch Offensiv gute Performances gab es letzte Saison zuhauf. Auf Grundlage einer Ablehnung dieses Wettbewerbs, die eher dem Format zugrundeliegt oder vielleicht der Tatsache, dann nun andere dort spielen, sozusagen im Schatten noch die Spiele schlechter zu sehen als sie sind, halte ich für nicht besonders seriös. Manchmal habe ich den Eindruck, nicht jeder sieht die Spiele, über die man spricht. Man mag halt das Format nicht, also wird künstlich irgendwas schlechtgeredet, um sich zu bestätigen. Das ist wie beim Spruch, dass in der NBA nicht verteidigt wird. Gibt natürlich Spiele in der NBA, in denen Teams dann nicht mehr alles in ein Comeback investieren, weil 2 Tage später in 2000 km Entfernung das nächste Spiel wartet, aber das ist nicht der Standard.

  • Ich verstehe es voll und ganz, wenn ein Anhänger eines Clubs, der nicht EL spielt, sich dann auch nicht für die EL interessiert Schließlich muss man sich schon mit den Ligen befassen, in denen der eigene Verein antritt. Wer hat dann noch Zeit für 34 Euroleague-Spieltage?


    Genau das ist aber ein Punkt, den die EL vielleicht auch mal aus eigenem Antrieb ändern will. Lässt man 24 Teams zu, die dann in (zwei? vier?) Gruppen die Vorrunde ausspielen (z.B. bis Ende Februar) würden die Fans anderer Clubs dann eben zur ko-Runde einsteigen. Insgesamt würden so ko-Spiele und Finalturnier aufgewertet werden - die momentane Situation, in der die besten vier Mannschaften an einem Wochenende nur einmal gegeneinander antreten und so den Champion ermitteln, ist doch im Vergleich zu der sehr umfangreichen regulären Saison ein Witz.


    Mit so einem Modus würde man erstens die Fans von 24 Clubs ansprechen (und nicht nur von 18), und mit einer spannenden ko-Runde auch die Basketballfans insgesamt.


    Die letztjährige EL-Saison war einfach der Irrsinn, weil von den 18 Teams bis auf Kimkhi jeder jeden in jedem Spiel schlagen konnte (also auch auswärts). Aber das war vielleicht eine coronabedingte Besonderheit, so dass sich ein weiteres Teilnehmerfeld mit deutlich wenige A-Lizenzlern und mehr ko-Elementen in Zukunft als die bessere Variante rausstellen könnte.

  • - die momentane Situation, in der die besten vier Mannschaften an einem Wochenende nur einmal gegeneinander antreten und so den Champion ermitteln, ist doch im Vergleich zu der sehr umfangreichen regulären Saison ein Witz.

    Nein!!!!


    Gerade das Final-4 zeichnet die EL doch gerade so aus. Eben keine Playoffs wie in der NBA oder in jeder anderen Liga, sondern ein knackiges Wochenende, wo man sich keine Schwäche erlauben kann. Beim Pokal haben wir das ja auch und eigentlich findet das jeder den ich kenne als absolut genial.

    Man kann gerne über den allgemeinen Modus der EL sprechen, aber das Final-4 würde ich auf jeden Fall so belassen. Ist ja auch für Fans von Teams interessant, die nicht zu diesen 4 Teams gehören. Ich hatte z.B. mein Ticket für Köln schon und werde mir für Berlin wieder ein Ticket besorgen - egal, ob der FCBB dabei ist oder nicht. Das ist einfach ein Highlight für jeden Basketball Fan.

  • Ich hab mir Berlin gegen Villeurbane angeschaut. Der Ex-Ulmer Dylan Osetkowski nach 2 Punkten in 18 Minuten im ersten Spiel nun heute auch mit viel Luft nach oben (3 Punkte + 4 Rebounds in 20 Minuten). Die Franzosen gewinnen in Berlin mit 67:71