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Vorgezogene Feiertage in Bamberg: ALBA Berlin wurde innerhalb von vier Tagen das zweite prominente Opfer der Brose Baskets, 6800 restlos begeisterte Zuschauer feierten in der Stechert Arena den 103:52 (51:31)-Kantersieg des Doublegewinners von 2010 über den Erzrivalen aus der Hauptstadt überschwänglich. Bamberg bleibt nach dieser Basketballdemonstration mit 28:0 Punkten das Maß aller Dinge in der deutschen Liga, für Berlin war es auf nationalem Parkett die dritte Niederlage am Stück.
Beide Trainer vertrauten zu Beginn jeweils dem Quintett, das auch in den letzten Partien ihrer Mannschaften begonnen hatte: Marinovic, Jenkins, McElroy, Dragicevic und Femerling stellten sich Goldsberry, Gavel, Jacobsen, Suput und Pleiß. Während die Gastgeber in den ersten Angriffen ihre Chancen nicht nutzen konnten, präsentierten sich die Berliner Schützen hellwach und brachten ihre Mannschaft schnell mit 0:6 in Front. Die Konfusion der Oberfranken erkannte auch Chris Fleming und nahm nach nicht einmal zwei Minuten die erste Auszeit. Durch Gavel und Suput gelangen anschließend die ersten fünf Zähler, durch McElroy erzielten die Gäste dazwischen allerdings den nächsten Dreier. Die Kontrahenten warfen sich die Bälle nur so um die Ohren, von den ersten 17 Zählern zum 8:9-Zwischenstand resultierten 15 aus Distanzwürfen. Nach diesen hektischen Anfangsminuten mit deutlichem Hang zu wilden Aktionen hielt ruhigeres Halbfeldspiel Einzug, wobei die Brose Baskets beim 12:11 erstmals in Führung gehen konnten. Berlin stellte den eingewechselten Allen nun ins Zentrum der Angriffsbemühungen, der mit vier Punkten am Stück Berlin wieder in Front brachte. Durch Tadda gehörte das letzte Wort in einem sehr fairen ersten Spielabschnitt mit insgesamt nur fünf Fouls Bamberg: 18:17.
Mehrere Offensivrebounds und schließlich eine umsichtige Ablage von Roberts auf Terry ließen als erstes Team im zweiten Viertel die Bamberger jubeln, doch Sven Schultze stellte unmittelbar nach seiner Einwechslung unter Beweis, dass er durch diverse Gastspiele mit Leverkusen und dem Nationalteam sehr gut weiß, wo die Körbe in Bamberg hängen. Im Angriff Terry, der zweimal nur per Foul zu stoppen war und einen Dreier traf, und dazu die gallige Presse nach den Freiwürfen gegen Marinovic leiteten eine gute Bamberger Phase ein, die Jenkins per Dreier jedoch sofort zum 27:23 beantwortete. Ein Offensivfoulpfiff gegen Roberts erhitzte die Gemüter, die prompte Kompensation folgte allerdings direkt auf der Gegenseite durch ein „Charge“ von Marinovic. Berlin setzte in dieser Phase auf die Wurfkünste von Jenkins, er hielt die Begegnung mit seinen Treffern offen. Bereits zu diesem Zeitpunkt der Partie herrschte hitzige Atmosphäre auf dem Parkett, der sich Patrick Femerling nicht entziehen konnte. Ein technisches Foul gegen den Rekordnationalspieler war die Folge, erstmals konnte Bamberg sich zweistellig absetzen (39:29). Begeisterungsstürme durchzogen die Stechert Arena nach 18 Minuten, denn Hines hatte Marinovics Wurfversuch in luftiger Höhe geblockt und Jacobsen den anschließenden Schnellangriff sicher abgeschlossen. Der Stand von 41:31 veranlasste die Berliner Bank zur Auszeit, direkt im Anschluss folgte jedoch ein Airball Allens von der Dreierlinie. Dass er diesen Wurf nehmen musste, war Zeugnis der exzellenten Verteidigungsarbeit des Meisters, es gab für das Team von der Spree keinen Weg durch die immer wieder wechselnden Aufstellungen. Die Halle tobte, denn anders als der Gegner punktete die Heimmannschaft kontinuierlich und baute seine Führung bis zur Halbzeit durch einen 12:0-Lauf auf starke 20 Zähler aus – 51:31.
Was dem überragenden zweiten Viertel nun folgen würde, lautete die große Frage, denn eine derartig einseitige Vorstellung mit einem 33:14-Viertel, ohne dem Gegner einen einzigen Freiwurfversuch in der gesamten ersten Hälfte erlaubt zu haben, konnte sich bei der Qualität der Albatrosse wohl nicht einfach fortsetzen lassen. Zunächst tanzte Gavel Taylor aus und erhöhte noch einmal, dann feierte der Gast in der 22. Minute durch Allen seine Premiere an der Linie, die Allen erfolgreich gestaltete. ALBA ging nun deutlich härter zur Sache, was vor allem Tibor Pleiß zu spüren bekam, offenbar war es Pavicevic in der Pause gelungen, den Stolz seiner Mannen zu wecken. Der ausgeglichene Verlauf hielt aber nur kurz vor, dann erhöhten Jacobsen und Goldsberry mit einem frechen Dreier aus vollem Lauf auf 61:35. Erneut rief die Berliner Bank zur Auszeit und erneut schien die Nachricht angekommen. In rascher Folge schloss man dreimal erfolgreich in Serie ab, aber eine Nachlässigkeit in der Abwehr nutzte Gavel eiskalt zum nächsten Distanztreffer für die Oberfranken. Die Andeutung jedes Aufbäumens war damit wieder eingestellt, ab sofort übernahm Bamberg wieder vollends das Kommando. Als Reyshawn Terry nach 27 Minuten auf 73:42 erhöhte und damit mehr als 30 Punkte zwischen den Teams lagen, stimmte der Fanblock bereits die „Humba“ an. Kein Gästespieler schien imstande, seinen direkten Gegenpart vor sich zu halten und Gastgeber schienen ihrerseits unfähig, den Korb zu verfehlen. Ein 77:47 nahmen sie folgerichtig mit in den letzten Spielabschnitt.
Völlige Frustration brach bei den Gästen nun durch, Spielmacher Marinovic entzog sich der weiteren Demontage durch sein viertes und direkt danach – in Form eines technischen - fünftes persönliches Foul. Nicht einmal die einfachsten Dinge wollten mehr gelingen, das Polster der Hausherren wuchs in der 33. Minute auf 40 Zähler, 87:47, an. Die Gäste schienen die Halle nur noch so schnell wie möglich verlassen zu wollen, Reyshawn Terry hingegen war nach Feiern zumute. Bis auf 27 Punkte baute er sein persönliches Punktekonto aus, ehe ihm Coach Fleming den wohlverdienten vorzeitigen Feierabend gönnte und die Nachwuchsakteure aufs Feld ließ. Neumann per Dunk und Land mit seinem „signature move“, dem linken Hakenwurf erhöhten den Score auf unfassbare 101:49. „Ihr könnt nach Hause fahren!“ dröhnte es durch die Arena – und den Gesichtern der Berliner Fans und Spieler konnte man ansehen, dass sie nichts lieber täten. Auch Maurice Stuckey war „sein“ Korb noch vergönnt, ehe beim Stand von 103:52 die Schlusssirene ertönte.
Presseinfo: Brose Baskets