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Im vierten Anlauf konnten die Korbjäger der BV Chemnitz 99 zum ersten Mal die Punkte aus der Cuxhavener Rundturnhalle entführen. Am Samstagabend setzte sich das Team von Trainer Torsten Loibl beim früheren „Angstgegner“ hoch verdient mit 93:74 durch. Selbst der verletzungsbedingte Ausfall des Stammcenters Ty Shaw sowie die frühe Foulbelastung von Ersatzmann Donald Lawson vermochten den Triumphzug der NINERS nicht aufzuhalten. „Allein die Tatsache, dass fünf Spieler zweistellig gepunktet haben, spricht für eine geschlossene Mannschaftsleistung. Das Team hat die Ausfälle vor allem defensiv bravourös kompensiert und sich auch in der Offensive stark verbessert“, freute sich Loibl über den wichtigen Auswärtssieg.
Vor Spielbeginn hielten sich die Chancen auf einen doppelten Punktgewinn allerdings stark in Grenzen. Schließlich mussten die BV-Korbjäger ohne ihren Routinier Ty Shaw auskommen. „Im Notfall hätte er gespielt. Aber Ty laboriert noch immer an seinem Muskelfaserriss, weshalb ich ihn lieber schonen wollte“, erklärte Loibl. Für den besten Chemnitzer Rebounder rückte der 2.08m-Hüne Donald Lawson in die Startformation und steuerte zur zwischenzeitlichen 11:5-Führung gleich einmal sechs Punkte sowie drei Rebounds bei. Anschließend kassierte der einzig verbliebene BV-Center jedoch drei schnelle Fouls und musste somit deutlich eher auf die Bank als es wohl ihm und Trainer Loibl lieb war. Allerdings ließen sich die NINERS von diesem neuerlichen personellen Rückschlag kaum beirren und bauten den Vorsprung bis zur ersten Viertelpause gar auf 28:15 aus. Dabei zeigte gerade Terren Harbut eine grandiose Leistung und machte in den ersten Minuten schon zehn seiner insgesamt 24 Punkte.
Den zweiten Spielabschnitt eröffneten Tom Lipke per Korbleger und Jorge Schmidt mit einem erfolgreichen Dreipunktwurf. Überhaupt zeigten sich die BV-Hünen vom Perimeter an diesem Abend äußerst treffsicher und verwandelten rund 40 Prozent ihrer Distanzwürfe. „Die Dreier von Terren, Jorge und Gary Johnson haben uns sehr geholfen“, nannte Loibl einen der wichtigsten Gründe, warum man Cuxhaven stets auf Distanz hielt. Der Gastgeber konnte Mitte des zweiten Viertels nur noch einmal auf elf Zähler verkürzen (28:39), bevor die NINERS mit ihrem nächsten Lauf eine komfortable 49:32-Halbzeitführung erspielten. Großen Anteil an diesem erfreulichen Zwischenstand hatte auch Alex Rosenthal, der für den foulbelasteten Lawson in die Bresche sprang und gegen US-Kaliber wie Marcus Smallwood oder Deilvez Yearby unter den Körben einen beachtlich guten Job machte. Zudem war es sicherlich kein Nachteil für die BVC, dass Cuxhaven auf die beiden Leistungsträger Jackson Capel und Anthony Canty verzichten musste.
Im Duell der verletzungs- und foulbedingt dezimierten Teams machten die NINERS auch nach dem Seitenwechsel die deutlich bessere Figur. ChaCha Zazai, Schmidt und Harbut sorgten mit ihren Treffern für einen 9:0-Traumstart ins dritte Viertel. Angesichts der daraus resultierenden 26-Punkte-Führung schien die Partie rund 17 Minuten vor Spielende fast schon entschieden. Dann bekamen jedoch Rosenthal und Lawson binnen weniger Minuten ihr jeweils viertes Foul, weshalb BV-Trainer Loibl zeitweise sogar Tom Lipke auf die Powerforward-Position stellen musste und Terren Harbut als Center agierte. Cuxhaven nutzte die daraus resultierenden klaren Größenvorteile und gewann gerade im Reboundduell zunehmend die Oberhand. Bis zur letzten Viertelpause wahrten die NINERS dennoch eine 19-Punkte-Führung (76:57), auch, weil man im dritten Spielabschnitt alle acht zugesprochenen Freiwürfe sicher verwandelte und weitere Chancen für schnelle, einfache Punkte stets effektiv nutzte.
Zu Beginn der finalen zehn Minuten schöpften die 980 vorwiegend heimischen Zuschauer in der Cuxhavener Rundturnhalle noch einmal kurz Hoffnung, als die Gastgeber den Rückstand auf 15 Punkte drückten (61:76) und der beste BasCats-Akteur, US-Boy Deilvez Yearby, die Chance hatte, weiter zu verkürzen. Doch die beiden Chemnitzer Topscorer Terren Harbut und Gary Johnson sowie Wirbelwind Zazai hatten prompt die richtige Antwort parat. Mit ihren Treffern zum 82:61 war die Partie endgültig zu Gunsten der NINERS entschieden. Angesichts des großen Vorsprungs konnte BV-Coach Loibl in den Schlussminuten sogar die beiden Eigengewächse Felix Daghofer und Mario Nagler aufs Parkett schicken. Letztgenannter nutzte diese Spielzeit besonders gut und erzielte mit einem Korbleger seine ersten Zweitligapunkte überhaupt. Nach dem überzeugenden 93:74-Erfolg rangieren die NINERS punktgleich mit fünf anderen Teams auf dem achten Tabellenplatz und können der nächsten Partie gegen den Vorletzten Paderborn (Samstag, 13.11., 19:30 Uhr, Richard-Hartmann-Halle) entspannt entgegen schauen.
STATISTIK: Harbut (24), Johnson (22), Schmidt (14), Lipke (10), Zazai (10), Lawson (6), Rosenthal (5), Nagler (2), Stachula, Daghofer
Presseinfo: Chemnitz 99ers (Matthias Pattloch)