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Am Samstagabend musste sich die BV Chemnitz 99 in ihrer heimischen Richard-Hartmann-Halle den GiroLive-Ballers Osnabrück mit 66:76 geschlagen geben. Vor der neuen Saisonrekordkulisse von 1.920 Zuschauern waren die Gäste in nahezu jeder Phase der Partie das bessere Team und gingen völlig verdient als Sieger vom Feld. Durch den sechsten Triumph im sechsten Saisonspiel sind die Niedersachsen nun alleiniger Spitzenreiter der zweiten Basketballbundesliga ProA. Dagegen rutschen die NINERS nach dieser Niederlage in die untere Tabellenhälfte. „Dennoch liegen wir mit zwei Siegen bei unserem schweren Auftaktprogramm durchaus im Soll“, bleibt BV-Cheftrainer Torsten Loibl recht gelassen, betont aber zugleich: „Jetzt kommen so langsam die Mannschaften, gegen die wir wirklich punkten müssen!“
Gegen die ungeschlagenen Osnabrücker war von Vornherein kaum mit einem Sieg zu rechnen, zumal in Ty Shaw (Wade) und Gary Johnson (Knöchel) gleich zwei Chemnitzer Leistungsträger angeschlagen waren. Dennoch hatte sich das BV-Team wohl einen etwas anderen Spielbeginn erhofft. Aber statt an die guten Leistungen gegen München und Karlsruhe anzuknüpfen, legten die NINERS vor vollem Haus einen klassischen Fehlstart hin. So leuchtete nach fünf Minuten ein mehr als ernüchterndes 2:16 von der Anzeigetafel. Erst danach fanden die BV-Korbjäger ins Match und verkürzten durch Treffer von Johnson, Shaw und Philipp Stachula auf 10:16. Allerdings erstickte Osnabrücks überragender Pointguard Tim Burnette mit zwei Dreiern in Folge die kleine Chemnitzer Aufholjagd und die gerade aufkommende Stimmung umgehend im Keim. Am Ende des ersten Viertels lagen die Gäste schließlich verdientermaßen mit 26:17 in Front.
Auch zu Beginn des zweiten Abschnittes sollte sich am Spielverlauf nicht viel ändern. Osnabrück wirkte in den meisten Situationen einfach wacher als das BV-Team. So holten sich die Gäste, oft in Person des BBL-erfahrenen Aaron Fleetwood, zahlreiche Offensivrebounds und nutzten die zweiten Wurfchancen, um den Vorsprung auf 33:19 auszubauen. Erst als NINERS-Kapitän Johnson zwei Dreier verwandelte und sich anschließend auch einmal Donald Lawson sowie Terren Harbut am Brett durchsetzten, kamen die BV-Korbjäger näher heran. Beim Zwischenstand von 31:36 aus Chemnitzer Sicht schien wieder alles offen und auch das Publikum kam so langsam in Fahrt. Doch anschließend machten sich die Loibl-Mannen ihren kleinen Lauf und das Momentum selbst kaputt, indem sie Osnabrück beim Reboundkampf erneut das Feld überließen und auch noch Tim Burnette einen völlig freien Dreier gewährten. So musste man sich über den 33:42-Halbzeitrückstand wahrlich nicht wundern.
Angesichts der großen Aufholjagd, welche die NINERS vor zwei Wochen gegen Karlsruhe hinlegten, herrschte unter den Zuschauern während der Pause aber dennoch eine recht optimistische Stimmung. Allerdings zeigte sich nach dem Seitenwechsel schnell, dass solche „Wunder“ nicht aller Tage möglich sind. So erzielte man in den ersten fünf Minuten des dritten Viertels lediglich ein mageres Pünktchen. Dies lag allerdings nicht einmal unbedingt an der guten Osnabrücker Verteidigung. Vielmehr kassierten Ty Shaw, ChaCha Zazai und Tom Lipke in dieser Phase ein technisches sowie gleich vier Offensivfouls. Die Gäste bedankten sich herzlich und bauten die Führung, hauptsächlich von der Freiwurflinie, auf 55:34 aus. „Dadurch konnten wir die Halle fast völlig aus dem Spiel nehmen“, freute sich Gästetrainer Marko Simic, dass die sonst so gefürchteten Chemnitzer Zuschauer dieses Mal nicht wirklich in Fahrt kamen. Verübeln konnte man es ihnen allerdings nicht, machte das BV-Team am Samstagabend doch wirklich nie den Eindruck, das Match noch einmal drehen zu können. Stattdessen plätscherte die Partie so vor sich hin und ging beim Stande von 44:63 ins letzte Viertel.
Zu Beginn der finalen zehn Minuten sah man ein letztes Aufbäumen der NINERS, die mit aggressiverer Verteidigung immerhin auf 51:67 verkürzen konnten. Mehr war jedoch nicht drin, weil in dieser Partie einfach zu viele Chemnitzer Leistungsträger unter ihren Möglichkeiten blieben und vor allem die starken Osnabrücker Burnette, Fleetwood, Igor Simin und Philipp Friedel immer wieder eine Antwort parat hatte. Beim 53:74, rund vier Minuten vor Spielende, war das Match dann endgültig entschieden. Allerdings muss man den BV-Korbjägern zu Gute halten, dass sie sich bis zur Schlusssirene nicht aufgaben und mit einem letzten Kraftakt noch einmal reichlich Ergebniskosmetik zum 66:76-Endstand betrieben. „Das einzig Erfreuliche am heutigen Abend war die beeindruckende Zuschauerzahl. Ich möchte mich bei allen Fans für ihr Kommen bedanken. Sie hätten sicherlich ein besseres Match verdient gehabt. Dennoch muss ich Osnabrück ein großes Kompliment für die starke Leistung und den verdienten Sieg machen“, stellte Torsten Loibl nach Spielende klar, dass der Tabellenführer aus Niedersachsen für sein Team am Samstagabend einfach eine Nummer zu groß war.
STATISTIK: Lawson (15 Punkte), Harbut (11), Johnson (11), Zazai (10), Shaw (8), Rosenthal (5), Stachula (4), Lipke (2), Daghofer, Nagler
Presseinfo: Chemnitz 99ers (Matthias Pattloch)