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(Osnabrück, 22. November 2009) Voller Erleichterung rissen Spieler, Verantwortliche und Fans die Arme in die Höhe: es war geschafft, der Bann war gebrochen. Nach vier Niederlagen in Folge gewannen die GiroLive-Ballers Osnabrück das Duell gegen die Ligafavoriten Saar-Pfalz Braves mit 103:100 und gewannen im dritten Anlauf das erste Mal ein Spiel nach Overtime.
Besonders die knappen Niederlagen vor heimischem Publikum gegen Heidelberg (nach Verlängerung) Bayreuth (nach zweifacher Verlängerung), Bayern und Chemnitz schmerzten die Ballers und ihre Fans, doch mit dem Sieg gegen die hochfavorisierten Braves (zuletzt fünf Siege in Folge) leistete die Mannschaft Wiedergutmachung und versöhnte die 900 anwesenden Fans. Freudig begrüßt wurden jedoch schon vor Spielbeginn der neue Headcoach, Marko Simic, und Neuzugang Ibrahim "Abe" Badmus, der die Ballers beim Spielaufbau unterstützen soll, da Dustin Pfeifer weiterhin mit einer Bauchmuskelverletzung ausfällt.
Der Trainerwechsel unter der Woche schien auf die Osnabrücker Spieler dabei die erhoffte befreiende Wirkung zu haben. Mit Übersicht und kontinuierlicher Kommunikation lenkte Marko Simic das Geschehen auf dem Platz und bewies besonders beim Wechseln ein gutes Händchen. So dauerte es sieben Minuten, bis der erste Spieler der im ersten Viertel ausgewechselt wurde (Steve Wachalski kam für Jasper Knoch).
Die Starting Five der Ballers (Harrelson, Knoch, Rohdewald, Baker, Buse) legten unterdessen fulminant los. Michael Buse, zweimal Jasper Knoch und ein Rohdewald-Dreier brachten die Ballers 9:5 in Führung (2. Minute). Die Braves schlugen zurück (9:12, 4. Minute), doch die Ballers behielten die Ruhe. Allein im ersten Viertel verzeichnete Ty Harrelson, der ein sehr gutes Spiel ablieferte und sich selbst von Nasenbluten nicht bremsen ließ, 11 seiner 18 Punkte und versenkte 3 Dreier. Und damit nicht genug, denn die Ballers setzten zu einem spektakulären 12-0 Run an und führten nach sechs Minuten 21:12.
Eine deutliche Führung herauszuspielen war den Ballers allerdings schon öfter gelungen. Diese zu verteidigen war nun die große Aufgabe. Am Ende des Offensiv-Festivals des ersten Viertels stand es 36: 25 für die Osnabrücker, die einer unglaubliche Trefferquote von 82% aufzuweisen hatten. Dass diese Quote nicht durchzuhalten war, verstand sich von selbst, doch auch im zweiten Viertel spielten die Mannen von Marko Simic konzentriert.
In der 14. Spielminute betrat Neuzugang Abe Badmus das erste Mal das Feld. Ihm folgte in der 15. Minute Steffen Behrens, der das erste Mal seit Wochen wieder für die Ballers in Aktion treten durfte. Der Vorsprung der Ballers verringerte sich in der Folge zwar etwas (49:43, 19. Minute), beunruhigender war jedoch, dass Jan Rohdewald bereits sein drittes Foul gepfiffen bekam. Steve Wachalski erhöhte aber zur Pause durch Korbleger und Freiwurf auf 52:45 für die Gastgeber.
In der Kabine schien Braves-Coach Josipovic die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Spieler wirkten im dritten Viertel wieder hellwach. Jan Rohdewald hingegen kassierte sein viertes Foul und wurde ausgewechselt (21. Minute). Braves-Point Guard Whit Holcomb-Faye begann im Gegenzug damit, wettzumachen, was er in der ersten Spielhälfte verpasst hatte. Im dritten Viertel machte er acht Punkte und versenkte zwei souveräne Drei-Punkte-Würfe. Die Ballers bemühten sich redlich, doch die Braves bekamen viele Freiwürfe zugesprochen und kämpften sich mit einem 8-0 Run auf 59:57 heran (24. Spielminute).
Bis zur Viertelpause konnten die Ballers sich noch wehren und ihre Führung verteidigen, doch nach Mirko Damjanovics Dreier zur 72:73-Gästeführung drohte eine Wiederholung der Ereignisse für die Ballers: mit 16 Punkten hatten sie bereits geführt und nun lagen sie abermals knapp zurück. Und auch der Beginn des letzten Viertels verhieß nichts Gutes, denn obwohl Michael Buse zeitweilig die Ballers wieder nach vorne brachte (81:80, 33. Minute), war es der nun erwartet stark aufspielende Holcomb-Faye, der das 83:87 für die Braves markierte.
Aber die Ballers steckten nicht auf. Torvoris Baker traf zweimal und nach einem Time-Out von Marko Simic versenkte Steve Wachalski den Ball für drei Punkte und glich das Spiel aus (91:91, 39. Minute). Wieder einmal musste die Crunchtime die Entscheidung bringen. Michael Buse vergab zwei Freiwürfe, die Braves holten sich beim zweiten den Rebound und Walt Baxley verwandelte per Dunk zum 91:93. Doch Buse machte seinen Schnitzer wieder wett und glich aus. Im letzten Angriff vor dem Buzzer versuchte Jasper Knoch den Wurf von außen, den Zuschauern stockte der Atem, doch der Ball traf nur den Ring, die Sirene ertönte und erneut hieß es "Overtime" in der Schlosswallhalle beim Stand von 93:93.
Anstatt nun aber in Schockstarre zu verfallen und sich durch die Geschehnisse der vergangenen Spiele blockieren zu lassen, suchten die Ballers die Flucht nach vorn. Michael Buse bugsierte den Ball ins Netz zum 95:93 für die Ballers und diese Führung gaben sie nicht mehr aus den Händen. Steve Wachalski traf von downtown und Whit Holcomb-Faye vergab zwei Freiwürfe. Zwei Minuten vor Ende der Overtime stand es 98:93 für die Gastgeber. Tim Schwartz konnte jedoch noch einmal per Dreier und Freiwurf verkürzen (99:98) und wenig später traf Holcomb-Faye zwei Freiwürfe zum Ausgleich von 100:100.
Beim nächsten Angriff der Braves trafen sie den Korb aber nicht und den Ballers gelang der Defensive Rebound. Torvoris Baker verwandelte 18 Sekunden vor Schluss zum 102:100, wurde beim Wurf von Holcomb-Faye gefoult und hatte mit seinen Freiwürfen das Spiel in der Hand. Er vergab den ersten Wurf, traf aber den zweiten zum 103:100 und wenige Sekunden später erlöste der Buzzer die GiroLive-Ballers von ihrem Trauma und verkündete den zweiten Heimsieg der Saison.
Unbändiger Jubel brach in der Schlosswallhalle aus und auch Coach Marko Simic war total überwältigt: "Ich bin so erleichtert. Ich möchte mich ganz herzlich bei den Spielern und bei den tollen Fans bedanken. Ich weiß noch gar nicht, was ich sagen soll, bin ein wenig sprachlos." Einige Worte zum Spiel fand der sympathische Schweizer dann aber doch. "Obwohl wir 100 Punkte kassiert haben, denke ich doch, dass wir sehr gut verteidigt haben. Die Braves haben eine starke Offensive und da haben wir gut dagegen gehalten. Unsere Spieler haben die Ruhe bewahrt und somit verdient gewonnen."
Mit dem Sieg gegen die Braves haben die Ballers gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Fünf Spieler punkteten zweistellig und während Torvoris Baker wieder einmal ein Double-Double einfuhr, schrammte Michael Buse als Top-Scorer nur haarscharf daran vorbei (25 Punkte, 9 Rebounds). Es bleibt zu hoffen, dass der Positiv-Effekt den Ballers genügend Auftrieb für das Auswärtsspiel bei den Kirchheim Knights gibt, um den Aufwärtstrend weiterzuführen.
Die Viertel in der Übersicht:
36:25; 16:20; 20:28; 21:20; 10:7 (OT)
Die Aufstellungen:
GiroLive-Ballers Osnabrück:
Ty Harrelson (18 Punkte - 4 Dreier, 6 Assists), Jan Rohdewald (3 - 1), Michael Buse (25 - 1, 9 Rebounds, 3 Assists), Jasper Knoch (10 - 1, 4 Rebounds), Steffen Behrens (3 Rebounds), Bernd Fährrolfes (dnp), Steve Wachalski (21- 3, 7 Rebounds), Uwe Hebbelmann, Torvoris Baker (22 - 3, 13 Rebounds, 3 Steals), Nick Michael (dnp), Sascha Ahnsehl (2)
Freiwurf-Quote: 20/31 (65%)
Saar-Pfalz Braves:
Marcus Smallwood (15), Theo Tarver, Tim Schwartz (19), Mirko Damjanovic (11), Stephen Cramer (4), Walt Baxley (23), Whit Holcomb-Faye (27), Patrick Taubert, Yannick Schulze (dnp), Dimitri Kreis (dnp), Robert Cardenas (1)
Freiwurf-Quote: 23/30 (77%)