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Die Wiedergutmachung ist gelungen. Nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen Cuxhaven fanden die Chemnitzer Korbjäger am Samstagabend in die Erfolgsspur zurück. Im Auswärtsspiel bei den GiroLive-Ballers Osnabrück erkämpfte sich das Team von Cheftrainer Anton Mirolybov einen hochverdienten 71:64-Erfolg und klettert somit auf den fünften Tabellenplatz. Entsprechend zufrieden äußerte sich der Finne nach Spielende: „Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Unsere Verteidigung war super und offensiv haben wir uns mehr bewegt. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“
Vor 1.050 Zuschauern in der Osnabrücker Schlosswallhalle gab es für die NINERS zunächst einen Start nach Maß. Ausgerechnet der zuletzt gescholtene Gary Johnson versenkte den ersten Distanzwurf zur 3:0-Führung. Doch Osnabrück konterte umgehend mit einem erfolgreichen Dreier durch Jasper Knoch. In der Folge blieb die Partie sehr spannend – bis drei Minuten vor Ende des ersten Viertels. Plötzlich wollte den Chemnitzer Korbjägern in der Offensive nichts mehr gelingen. Aus dem Feld gelang kein einziger Treffer und lediglich zwei Freiwürfe von Gary Johnson sowie eine starke Verteidigung sorgten dafür, dass sich der Rückstand nach den ersten zehn Minuten mit 13:19 noch in Grenzen hielt.
Die Pause kam gerade Recht und Mirolybov nutzte die Zeit, um sein Team wieder wach zu rütteln. Mit Erfolg. Zwar eröffnete Ballers-Center Michael Buse den zweiten Spielabschnitt per Dunk zum 21:13, doch anschließend spielten nur noch die NINERS. Durch harte Defensive verwehrten sie den Osnabrückern vier Minuten lang jeglichen Korberfolg. Als Lohn dieser Mühen kehrte auch die eigene Treffsicherheit zurück. Entscheidend für den Chemnitzer Lauf war außerdem, dass gelegentlich auch mal ein Dreier den Weg durch die Reuse fand. So zum Beispiel Michael Allens Wurf zum 21:21 oder jener von Alex Rosenthal zur zwischenzeitlichen 30:25-Führung. Den krönenden Schlusspunkt eines starken Viertels setzte Tom Lipke, der mit dem Ertönen der Sirene noch das 37:29 für Chemnitz erzielte.
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die NINERS am Drücker. Ein Dreier von Terren Harbut und ein Korbleger von Bufford inklusive Bonusfreiwurf schraubten den Chemnitzer Vorsprung erstmals in den zweistelligen Bereich (43:31). Selbst ein kleiner 6:0-Lauf der Gastgeber brachte das Mirolybov-Team nicht aus dem Rhythmus. Dieses Mal hatten die BV-Hünen Zyskunov und Rastatter die passende Antwort parat. Letzterer konnte erneut seine Größennachteile unter dem Korb mit viel Einsatz ausgleichen. So avancierte der kleinste Zweitligacenter mit zwölf Punkten und sieben Rebounds zum effektivsten Spieler der Partie. Das finale Highlight des dritten Viertels setzte allerdings Dustin Pfeifer, als er den Osnabrücker Rückstand in letzter Sekunde noch per Dreier auf elf Punkte verkürzte (43:54).
Dieser Treffer verlieh den Gastgebern offensichtlich noch einmal neue Energie und so starteten die GiroLive-Ballers zu Beginn des letzten Spielabschnittes eine Aufholjagd. Als der beste Osnabrücker des Abends, Flügelspieler Steve Wachalski, das 49:56 erzielte und wenige Sekunden später ein weiterer Wurf von ihm auf dem Ring tanzte, schienen die NINERS noch einmal zu wackeln. Doch Stan Bufford schnappte sich den Defensivrebound und im Gegenzug netzte Alex Rosenthal zum 59:49 ein. Geradezu bezeichnend für diesen Abend war es abermals ein Dreipunktwurf, der das Blatt in einer wichtigen Phase zu Gunsten der BV-Korbjäger wendete. Osnabrück versuchte zwar noch einmal alles, doch spätestens als Davon Roberts zwei Minuten vor Ende mit einem krachenden Dunk das 67:55 markierte, war die Partie entschieden.
Nach Spielende feierte das Team gemeinsam mit einem Dutzend mitgereister Fans, für die Alex Rosenthal ein Extralob parat hatte: „Unsere Fans sind einfach unglaublich. Die haben selbst mit so wenigen Leuten richtig Stimmung gemacht und diese Unterstützung hat uns gerade in den engen Phasen sehr geholfen.“ Rundum glücklich war auch Anton Mirolybov: „Ein absolut verdienter Sieg. Heute hat jeder Spieler alles gegeben. Wir wollten den Osnabrückern keine leichten Würfe gestatten und das ist uns fast immer gelungen. Natürlich gibt es auch noch Verbesserungspotential, aber wir sind auf einem guten Weg. Weil es sonst so selten erwähnt wird, möchte ich heute abschließend mal die Schiedsrichter loben, die eine klare Linie und dieses hart umkämpfte Spiel so jederzeit unter Kontrolle hatten.“
Bereits am Mittwoch bestreiten die NINERS ihr nächstes Pflichtspiel. Dann geht es im Pokal zum ProB-Ligisten RSV Eintracht Stahnsdorf. Die Begegnung wird in der Sporthalle der Berlin Brandenburg International School (BBIS) in Kleinmachnow ausgetragen. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr. Eine deutlich größere Bedeutung dürfte allerdings die nächste Heimpartie haben. Denn am kommenden Samstag empfängt die BV Chemnitz 99 den Erzrivalen und ungeschlagenen Tabellenführer BBC Bayreuth zum Spitzenspiel in der Richard-Hartmann-Halle. Das gesamte NINERS-Team hofft auf viele Fans und lautstarke Unterstützung, um dem haushohen Favoriten vielleicht doch ein Bein stellen zu können.
STATISTIK: Johnson (15 Punkte), Rastatter (12), Harbut (11), Roberts (9), Lipke (6), Rosenthal (6), Zyskunov (6), Allen (3), Bufford (3)
Presseinfo: Chemnitz 99ers (Matthias Pattloch)