Zukunft des Bamberger Basketballs (Arena, Standort, etc.)

  • Shad0w : Ich kann eigentlich jedem deiner Worte zustimmen. Ein toller Beitrag, danke dafür! freu

    "I've missed over 9,000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times I've been trusted to take the game-winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed." - Michael Jordan

  • Shad0w


    Schöner Beitrag; so richtig ablehnen, glaube ich, tun das Projekt auch die wenigsten - nur ob´s halt zu bewerkstelligen ist, ist die große Frage.

    Ich bin da so in etwa leicht unterhalb der Mitte, denn bei mir die Skepsis durchaus in Führung.


    Wenn´s kommt, die neue Arena, isses für mich okay; wenn nicht aber auch - mit allen Konsequenzen.

  • Shadow Top Beitrag! Langfristiges Denken: ich gehe davon aus, dass die Verantwortlichen genau das haben. Hier im Forum-und da nehm ich mich gar nicht raus- sieht man oft nur die jetzige und vielleicht die nächsten beiden Saisons. Aber so ein Bau sollte dann schon auf 20 Jahre+ angelegt sein. Es ist halt die Frage ob es einen Markt gibt oder ob man auf diese Weise -also gesteigerte Attraktivität- einen Markt schafft (gemeint sind Zuschauer und Sponsoren).

    Ich bin der Meinung, dass man durch eine neue Halle, das Erlebnis „Basketball“ überregional noch besser verbreiten kann. Das sind natürlich nicht nur Leute, die schon in der JFK da waren, sondern eben auch Event-Zuschauer. Aber nur so besteht mMn die Chance, dass Bamberg langfristig im Konzert der Großen dabei sein kann/darf.

  • Also die aktuelle Arena zu erweitern macht absolut keinen sinn. Stoschek geht es auch um den representativen charakter den hat unsere aktuelle schachtel nun wirklich nicht. Sie sieht mit ihrer trapezblech fassade eher aus wie ein zu breit geratenes Hochregallager. Die vier Stützen außerhalb der aktuellen arena stellt ihr euch alle viel zu einfach vor. Das erhöht die spannweiten, die gehen bei der bemessung im quadrat ein, enorm dann müssten sie auch noch höher sein -> erhöhung der schlankeit -> höhere knicklängen das würden richtig massive Betonstützen werden und damit wäre grade mal das dach abgehandelt. Wie will man denn bitte auf diese Tribünen einen Umlaufenden oberrang setzen? Die Nord Tribüne und Hauptribünen haben unterschiedliche Steigungen unterschiedliche höhen dann ist im Westen aktuell auch noch dieser wirklick unwürdige VIP bereich gequetscht und was macht man bitte mit dem Süden wo ja nur die Temporäre Tribüne steht. Dann kommt das leidige thema mit dem nicht sehr steifen und daher schwingungsanfälligen boden, weil kaufland untendrunter. Da stellen sich so viele Fragen architektonischer und tragwerksplanerischer natur, auf die es nicht wirklich befriedigende Antworten gibt, das jeder der davon auch nur halbwegs Ahnung hat recht schnell zu dem Ergebniss kommen wird dass das einfach keinen sinn macht.

    Man muss sich nur mal anschauen welche substanz an dieser Halle denn bitte erhaltenswert ist. Die Nordtribüne wurde damals unterdimmensioniert deswegen hat mann da diese hässlichen nachträglich hinzugefügten Träger, sprich hier lässt sich nicht mehr ohne weiteres eine weitere Last einführen. Das Dach ist durch den umbau auch an seiner Belastungsgrenze. Wenn das wegfällt fällt auch der ganze VIP bereich weg dann bleiben eigentlich nur noch die hauptribünen aus Forum Zeiten. Unter diesen sind mikrige kleine kabinen die eigentlich einem Bundesligisten schon nicht mehr würdig sind geschweige denn einem Verein mit EL Anspruch. Dann kommt noch die frage ob man das ding überhaupt ohne rießen eingriffe auf die aktuelle ENEV anpassen kann und last but not least der bereits angesprochene wackelige Boden.
    Sorry aber außer Nostalgie und dem Faktor Standort hat dieses Ding wirklich absolut garnix zu bieten. Dann lieber Kaufland dicht machen und daneben parallel zum Spielbetrieb eine neue Halle errichten oder die spiele für eine Saison nach Nürnberg verlagern die alte halle Abreißen und an ihrer Stelle einen gescheiten Neubau errichten.
    Zuletzt muss ich noch sagen wie traurig mich es als angehenden Architekten macht hier sprüche zu lesen denen die Intention, "Scheiß drauf wies aussieht solange es geld spart" inenlebt. Für ein Land das mal so eine hervoragende Rolle in der Architektur gespielt hat ist es echt traurig wie sehr das heute hierzulande auf reine kurzfristige wirtschaftlichkeit ohne sinn für Qualität runtergebrochen wird. Bamberg hat nicht ein einziges Architektonisches Aushängeschild das nich mindestens ein Dreistelliges alter hat, Kettenbrücke mal ausgenommen. Warum gibt es so wenig stimmen die dafür sind dass sich das mal ändert.

  • Danke shadOw für seinen sehr guten Beitrag.

    Endlich mal jemand, der nicht in Schubladen und nur an die nächsten 2-3 Jahre denkt, sondern in größeren Dimensionen.

    Das sollten mal die Entscheider in Bamberg auch tun.

    Wenn ich nur an die Bamberger SPD denke, die einen viergleisigen Ausbau der ICE-Strecke durch Bamberg in Frage stellt, weil man von Prognosen für das Jahr 2030 ausgeht.

    Die Bahn fährt seit 173 Jahren durch Bamberg und wird auch die nächsten 173 Jahre durch fahren. Wir man da nur an die nächsten 13 Jahre denken kann, erschließt sich mir nicht.

    Aber dies ist ein ganz anderes Thema...


    Offenbar mangelt es bei vielen Entscheidern an der nötigen Weitsicht. Und damit meine ich nicht die nächsten paar Jahre, sondern an die nächsten Dekaden.


    Ein Ausbau der bestehenden Arena (wie auch immer sie schon hieß und noch heißen mag) ist absolut keine Option. Die Gründe wurden in einigen Beiträgen an dieser Stelle schon genannt. Dies wäre aber wieder eine typische Bamberger Lösung.


    Und ob die Idee, den Architekten Bornhofen mit der Prüfung eines möglichen Ausbaus zu beauftragen, eine gute ist, darf man anzweiflen.

    Ich werde nie die Infoveranstaltung am 4. April 2006 im Foyer zum geplanten Ausbau vergessen.

    Herr Bornhofen als ausführender Architekt steht auf und das erste was er sagt ist, dass es 30 neue Toiletten geben wird.

    Wer damals dabei war, wird sich mit Grauen an diesen Abend zurückdenken.

    Aber auch dies ist ein anderes Thema.


    Zurück zum eigentlichen Thema:

    Für mich kann es eigentlich nur „Think Big“ heißen.

    Nur, wer sich hohe Ziele setzt, wird sie auch erreichen.

  • Bravo, ganz schöne Expertenmeinungen hier in LC.


    crofti bringt natürlich entwaffnende Argumente, wenn er schreibt, daß Architektur und Baukunst eine Erweiterung der alten Halle quasi verbieten.

    Sein Nachtrag, daß Bamberg kein einziges architektonisches Aushängeschild aufweisen kann, welches kein dreistelliges Alter aufweist, deutet ohne Zweifel auf eine Neukonzipierung hin.


    Ja, ich bin dafür, wenn Shad0w eine zukunftsweisende Vision für eine Halle fordert, die sich unabhängig von der Teilnahme an der EL orientiert.


    Reden wir mal über Kosten!

    Dazu muß man einige Annahmen treffen (genauso wie das der Häuslebauer bei der Planung seines Eigentums tun muß).

    Kosten für eine neue Halle: 60 Mio €,

    Verzinsung für die Investoren: 5 % p.a.,

    Rückzahlungszeitraum: 10 Jahre.

    Grundstückskosten und Verkehrsanbindungen werden von der öffentlichen Hand getragen.

    Betriebskosten (Strom, Personal, Schneeschieben, Steuern usw) sind nicht berücksichtigt.


    Wenn man diese Annahmen zugrunde legt, dann muß man zehn Jahre lang monatlich ca. 630.000 € für den Kapitaldienst (das sind zu Beginn 250.000 € Zinsen plus 380.000 Tilgung = 630 T€) abdrücken.

    Das entspricht (12 Monate x 630T€) 7.560.000 € pro Jahr.

    Diese 7,6 Mio € müssen also zehn Jahre lang gestemmt werden, um die ursprünglichen 60 Mio Schulden, die man für den Neubau besorgt hat, zurückzuzahlen.


    Nehmen wir mal weiter an, daß jährlich "nur" 40 Basketball-Spiele in der neuen Halle stattfinden, dann wären pro Spiel 7,56 Mio / 40 = 189.000 € an Kapitaldienst fällig.

    Natürlich ist das Risiko, daß weniger als 40 Basketballspiele für die Dauer von zehn Jahren stattfinden, nicht abgedeckt.


    Zusätzliche Einnahmen könnten durch Vermietung an Konzert- oder Messeveranstalter generiert werden.

    Sehr hoch dürfen diese nicht sein, denn sonst wird die Halle nicht gemietet. Mit 50.000 € pro Veranstaltung muß man aber schon kalkulieren.


    Zusätzliche Einnahmen können durch Vergabe des Namensrechtes erzielt werden, bei der jetzigen Arena liegen nach meiner Erinnerung die Jahressätze bei etwa 300.000 €.


    Zusätzliche Einnahmen können durch einen zweiten Ankermieter (Handball?, Volleyball?, Eishockey? usw ) erzielt werden.


    Natürlich könnte der Neubau etwa so wie die SAP-Arena in Mannheim finanziert werden.

    Dort stellte der SAP-Gründer Kapital für 30 Jahre zinslos zur Verfügung und übernahm auch noch das Ausfallrisiko. Aber das ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer.

    Selbst dann müssten noch monatlich ca 167.000 € oder jährlich 2 Mio Kapitaldienst geleistet werden.


    Wie gesagt, diese Kosten berücksichtigen noch keinerlei Betriebskosten oder Instandhaltungen.


    Jeder Euro, der in die Renovierung bzw. den Neubau gesteckt wird, muß zu einem späteren Zeitpunkt wieder erwirtschaftet werden.